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Adiós, Farvel, auf Wiedersehen!

Saisonabschluss Adiós, Farvel, auf Wiedersehen!

Die Saison des THW Kiel ist endgültig beendet. Die Zebras zogen mit dem 32:23 (16:11) gegen den TVB 1898 Stuttgart einen Schlussstrich unter eine verkorkste Saison. Im Anschluss wurden in der Sparkassen-Arena sieben Zebras, die den Verein verlassen, verabschiedet.

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Igor Anic bewies in seiner Abschiedsrede: Ein feiner Kerl verläßt Kiel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Das Spiel gegen Stuttgart gerät zur Nebensache. Die erschöpften, angeschlagenen Joan Cañellas und Domagoj Duvnjak stehen nicht im Kader, im Tor greift Niklas Landin gar nicht ein. Mitte der zweiten Halbzeit stehen irgendwann all die, die nach nur einem Jahr die Zebraherde wieder verlassen (müssen), auf dem Feld: ein starker Nikolas Katsigiannis im Tor (17 Paraden), Erlend Mamelund, Rogerio Ferreira, Igor Anic. Dazu führt Dominik Klein – irgendwie folgerichtig – die Mannschaft als Kapitän in die Halle, zieht im Rückraum die Fäden. Alle Akteure tragen sich an einem kurzweiligen Handball-Nachmittag in die Torschützenliste ein. Wie gesagt: Nebensache.

Emotional wird es erst in der Verlängerung auf dem Spielfeld. Es gibt Geschenke, Umarmungen, ein paar Tränen, über den Videowürfel laufen zu jedem Akteur die schönsten Szenen. Viele sind es es bei Torwart Dominik Plaue und Weltmeister „Toto“ Jansen, die sich beim HSV wiedertreffen, nicht. Der „Traum, in die Ostseehalle einzulaufen“, wurde für den 20-jährigen Plaue dennoch war. Gegen Balingen hielt er einen Siebenmeter. Jansen, mit Dominik Klein befreundet, freut sich schon jetzt auf die erste Rückkehr zum Abschiedsspiel von Klein am 16. Juli. Der Linksaußen-Kumpel, der nach zehn Jahren THW nach Nantes wechselt, gibt die Blumen prompt ergriffen zurück. Kleins Stimme bricht, als er sagt: „Toto, ich wollte so gern in dieser Halle mit dir zusammenspielen. Das holen wir nach!“

Hier finden Sie Fotos vom Saisonabschluss 2016.

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„Adeus“ heißt es auch für Rogerio Ferreira, den es nach Skopje zieht. Der 22-Jährige ist nie so recht in Kiel angekommen. Anders als Igor Anic. „Ich bin’s wieder“, sagt der 28-jährige Franzose zum Abschluss seines zweiten Engagements bei den Zebras. Er sei „auch ohne Titel sehr glücklich“ und dankt besonders Ehefrau Anja. Sie sei „die Stärkste in der Familie“. Adieu, Igor! Die Fans singen, haben den Kreisläufer in ihr Herz geschlossen. Wohin es Igor, Anja und die kleinen Zack und Mark als Nächstes zieht, ist noch offen. Farvel, Erlend Mamelund! Auf Wiedersehen, Nikolas Katsigiannis! Die „Katze“ wird mit dem HC Erlangen wiederkommen. „Wenn ich in 30, 40 Jahren gefragt werde, wo ich gespielt habe, werde ich als erstes den THW nennen, denn darauf bin ich sehr stolz.“ Schöne Worte des Sympathieträgers.

Adiós, Joan Cañellas! Süßer geht’s nicht: Der 29-Jährige und Ehefrau Patricia kommt mit der im April geborenen Martina im Arm ins Scheinwerferlicht. So gelöst sieht man Cañellas, der ebenfalls nach Skopje wechselt, selten. Er scherzt, er sei mit mehr Haaren gekommen, werde mittlerweile allerdings immer häufiger mit Igor Anic verwechselt. Doch auch er spricht aus, was all die Verabschiedeten eint: den Dank an die Fans von ganzem Herzen. „Es war mir eine Ehre!“

Statistik

THW Kiel: Katsigiannis (1.-60. Minute/17 Paraden), Landin n.e. – Ferreira 2, Mamelund 2, Sprenger 3, Dissinger 1, Wiencek 4, Ekberg 3/3, Anic 2, Dahmke 4, Jaanimaa 4, Williams, Klein 2, Brozovic n.e., Vujin 5.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter (1.-47. Minute/9 Paraden), Öumusul (bei einem 7m und ab 47./3) – Schimmelbauer 4, Schöbinger 1, Weiß, Friedrich, Kisum 6, Coric 1, Baumgarten 1, Fotache 1, Seiz, Heib, Kretschmer 1, Spatz 7/5.

Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin) – Strafminuten: THW 2 (Mamelund), TVB 8 (Schimmelbauer, 2x Friedrich, Schöbinger) – Siebenmeter: THW 4/3 (Ekberg scheitert an Özmusul), TVB 7/5 (Katsigiannis pariert Spatz und Heib) –  Spielfilm: 2:0, 6:2 (12.), 7:8 (17.). 10:9, 15:9 (29.), 16:11 – 16:13, 17:14 (35.), 20:15, 20:17, 25:17 (48.), 26:20, 27:21, 30:21 (57.), 32:23 –  Zuschauer: 10.285 in der Sparkassen-Arena.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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