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THW Kiel Zebras drehten in der zweiten Hälfte auf
Sport THW Kiel Zebras drehten in der zweiten Hälfte auf
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22:42 11.10.2018
Von Merle Schaack
Ein harter Kampf in der Sparkassen-Arena (v.li.): Patrick Wiencek (Mitte) und der THW Kiel brauchten einen langen Anlauf, um sich gegen die HSG Wetzlar durchzusetzen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Zweimal hatte Wetzlar die Zebras vergangene Saison besiegt. Nun, im 350. Bundesligaspiel von Trainer Alfred Gislason auf der Bank der Kieler, sollte der Knoten platzen. Doch zunächst wirkte er dicker denn je.

Acht torlose Minuten musste der THW überstehen, in denen er nicht nur gegen einen Underdog kämpfte, der fleißig in der Abwehr und geduldig im Angriff war, sondern auch gegen sich selbst. Domagoj Duvnjak, Harald Reinkind, Nikola Bilyk und Lukas Nilsson – alle bis dato eingesetzten Kieler Rückraumspieler leisteten sich einen nervösen Fehlwurf, Wetzlar zog treffsicher auf 5:0 davon.

Neue Abwehr brachte die Wende

Erst als der THW seine Deckung von der 3:2:1-Variante auf eine spanische 6:0-Abwehr umstellte, blieben Wetzlars Kreis-Anspiele zunehmend in Kieler Händen hängen, und nun war es der THW, der schnell nach vorne spielen konnte. Magnus Landin per Gegenstoß, Niclas Ekberg von der Siebenmeter-Linie, Patrick Wiencek vom Kreis, wieder Ekberg – nach 13 Minuten war der Ausgleich geschafft.

Einladungen zum Gegenstoß

Doch in den Händen von Lukas Nilsson verpuffte es. Dreimal in Folge leistete der Schwede sich im Angriff ohne Not einen Fehlpass und leitete so den nächsten 5:0-Lauf der Wetzlarer ein. Linksaußen Emil Frend Öfors, Ex-Zebra und mit fünf Toren bester Gäste-Schütze, freute sich über die Gegenstoß-Vorlagen. 5:10 (17.) lag der THW zurück, als Gislason Nilsson wutschnaubend auf die Bank zurück pfiff.

Magnus Landin bester Kieler

Erst Miha Zarabec, sechs Minuten vor der Pause eingewechselt, brachte mehr Struktur in den THW-Angriff. Der zweite Rettungsanker der Kieler hieß Magnus Landin. Der Linksaußen, derzeit der treffsicherste Kieler Schütze, erzielte sieben Tore in ebenso vielen Versuchen – vier davon in der ersten Halbzeit. Kurz vor der Pause war der Anschluss geschafft, mit einem energischen Gegenstoß traf Hendrik Pekeler zum 12:12.

THW steigert sich nach der Halbzeitpause

Nach der Halbzeit zwei fanden die Kieler endgültig im Spiel. „Da war Kiel einfach zu gut“, fasste Öfors zusammen, was dann doch noch zu einer gelungenen Generalprobe für das Löwen-Spiel wurde. Niklas Landin trug mit zehn Paraden, darunter einem gehaltenen Siebenmeter, dazu bei, dass Wetzlar im zweiten Durchgang nicht mehr als sieben Tore erzielen konnte.

Dafür war nun der Kieler Knoten im Angriff geplatzt. Der Vorsprung, den Pekeler und Co. herauswarfen, wuchs weiter und weiter. Den Schlusspunkt durfte Youngster Gisli Kristjansson mit seinem Treffer zum 29:19 setzen. „So riesige Unterschiede im eigenen Spiel habe ich noch nicht erlebt“, sagte Gislason. „Erst schlecht, dann gut, dann Katastrophe. Und am Ende hat sich meine Mannschaft zusammen gerissen und doch noch ein gutes Spiel gemacht.“

THW Kiel: N. Landin (1. bis 60., 10/1 Paraden), Wolff (n.e.) – Duvnjak 3, Reinkind 2, M. Landin 7, Firnhaber (n.e.), Kristjansson 1, Wiencek 1, Ekberg 7/3, Rahmel (n.e.), Dahmke (n.e.), Zarabec 2, Bilyk 2, Pekeler 4, Nilsson.

HSG Wetzlar: Klimpke (1. bis 30., 3 Paraden), Marinovic (31.-60., 6 Paraden) – Hermann 1, Kneer, Ferraz, Mirkulovski, Schreiber, Torbrügge, Weissgerber 3, Frend Öfors 5, Holst 1, Forsell Schefvert, Lindskog 4, Cavor 4.

Schiedsrichter: Colin Hartmann / Stefan Schneider (Magdeburg/Barleben)

Strafminuten: THW 0, HSG 6

Siebenmeter: THW 3/3, HSG 1/2 (Holst scheitert an Landin)

Spielfilm: 0:5 (8.), 5:5 (13.), 5:7, 5:10, 7:11, 9:11, 10:12(27.), 12:12 – 14:14, 17:14, 20:15, 22:16 (44.), 25:17, 27:18, 29:19

Zuschauer: 10.285 in der Sparkassen-Arena Kiel.

Das Spiel gegen Wetzlar können Sie hier im Liveticker nachlesen.

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