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THW Kiel Reise in die Zukunft für Dario Quenstedt
Sport THW Kiel Reise in die Zukunft für Dario Quenstedt
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10:00 16.02.2019
Von Tamo Schwarz
Nationalmannschaftskollegen: Andreas Wolff (re.) und Dario Quenstedt. Der in Burg (Sachsen-Anhalt) geborene Dario Quenstedt kam im Jahr 2000 mit elf Jahren zum SC Magdeburg, entwickelte sich beim SCM zum Profi und später sogar Nationalspieler. Quelle: imago/Sven Simon
Kiel/Magdeburg

Der 29-Jährige ist ein Kind des SCM, kam mit elf Jahren, wurde Profi. Im Sommer wechselt der Torwart den Verein – und wird ein Zebra. Im August wurde bekannt, dass Quenstedt seinen Kollegen aus dem deutschen Tor, Andreas Wolff, in Kiel beerbt.

Seitdem genießt der Juniorenweltmeister (2009), Pokalsieger (2016) und zwölfmalige Nationalspieler dramatisch weniger Spielanteile, kommt hinter dem dänischen Weltmeister Jannick Green kaum noch zum Zug.

„Das ist für mich neu und in dem Ausmaß auch etwas unerwartet“, gibt Quenstedt zu, spricht von einer „großen emotionalen Herausforderung“. Er werde „weiter professionell damit umgehen“, betont Quenstedt im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich bin aktuell topfit, trainiere hart und freue mich über jeden Einsatz.“

Nach Kiel der Liebe wegen

Am liebsten auch am Sonntag in der Kieler Sparkassen-Arena. Zukunft in Raten – für den Sportler Quenstedt: Beim 35:30-Sieg im September gegen den THW konnte Quenstedt in zehn Minuten Spielzeit kaum Akzente setzen. Jetzt stellt er sich zum ersten Mal als Zebra in spe den Kieler Fans vor. „Das ist schon eine außergewöhnliche, kribbelige Situation. Aber ich bin Profi genug, das dann in der Halle auszublenden und meinen Fokus voll auf die zwei Punkte für den SC Magdeburg zu legen.“

Zukunft in Raten für die Familie Quenstedt: Ehefrau Katharina wird morgen auch in der Halle sein. Die Nordfriesin aus Risum-Lindholm kennt Kiel, das Paar freut sich, mit der dreijährigen Fia und dem eineinhalbjährigen Bosse bald in Kiel heimisch zu werden.

Männlich, verheiratet, jung sucht ...

Einziges Problem: „Aktuell schauen wir uns noch nach einer passenden Bleibe in Kiel und Umgebung um“, sagt Quenstedt. Männlich, verheiratet, jung sucht ... Dabei sind die Prioritäten bei der Suche klar umrissen: Der Kieler Norden (möglichst in der Nähe des THW-Trainingszentrums in Altenholz) soll es sein und ein Gärtchen. Wenn möglich, soll das neue Heim der Quenstedts auch in Wassernähe liegen.

In Magdeburg bildet Quenstedt mit Weltmeister Green ein Gespann. In Kiel wird er sich mit Weltmeister Niklas Landin um Einsatzzeiten streiten, in die Fußstapfen von Andreas Wolff treten, mit dem er ein „gutes Verhältnis“ pflegt. „Ich schätze und achte ihn als einen Großen unseres Sports.“

Jeder Torhüter habe jedoch einen eigenen Stil, andere Stärken und Schwächen. „Ich schaue nicht in erster Linie auf die Abdrücke, die jemand hinterlässt. Mein absoluter Fokus liegt ab der nächsten Saison darauf, die Fans des THW Kiel zu begeistern. Dafür werde ich alles geben.“ Doch morgen sind die Rollen noch anders verteilt.

Noch sind Dario und Katharina keine Kieler. Quenstedt erwartet ein Spiel mit vielen Emotionen. Und wann steigt er anschließend mit einem Lächeln in den Mannschaftsbus? „Wenn ich meiner Frau nach dem Spiel ein Küsschen gegeben habe und sie mit meiner Leistung zufrieden war.“

THW Kiel weiter ohne Rune Dahmke

Zufrieden waren die Kieler mit dem Hinspiel indes ganz und gar nicht, spürten besonders deswegen ein Magengrummeln, weil die Partie vom 17. auf den vierten Spieltag vorgezogen war, die Zebras aber erst genau anschließend ihre bis heute anhaltende Siegesserie von 22 Partien in Folge starteten.

Ein umgekehrtes Bild beim SCM, der mit 18:0 Punkten in die Saison startete, dann aber im November und Dezember – auch verletzungsbedingt – vier Niederlagen kassierte und auf Rang vier abrutschte. „Das Hinspiel spielt keine Rolle mehr“, sagt THW-Kapitän Domagoj Duvnjak, während THW-Coach Alfred Gislason die Niederlage „weiterhin nervt“.

„Es muss alles passen, auch die Stimmung“, sagt der Isländer, der voraussichtlich weiter auf den grippekranken Rune Dahmke verzichten muss, während Linkshänder Steffen Weinhold in den Kader zurückkehrt.

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