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THW Kiel THW Kiel unterliegt der HSG Wetzlar
Sport THW Kiel THW Kiel unterliegt der HSG Wetzlar
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12:08 28.02.2018
Von Tamo Schwarz
Kein guter Tag für Andreas Wolf und Nikola Bilyk vom THW Kiel. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Die Mittelhessen sind jetzt so etwas wie ein Angstgegner. Die vergangenen zwei Auswärtsspiele bei der HSG gingen verloren. Im Zebrakader fehlen neben den verletzten Domagoj Duvnjak und René Toft Hansen auch der nicht berücksichtigte Christian Zeitz und Torwart Niklas Landin in Erwartung seines zweiten Kindes. Dafür ist Christian Dissinger wieder an Bord. Als der 26-Jährige in der 13. Minute eingewechselt wird, THW-Coach Alfred Gislason den kompletten Rückraum umkrempelt (Dissinger/Bilyk/Vujin für Nilsson/Zarabec/Weinhold), ist die Not bereits groß.

Zebras taten sich schwer

In eine 3:9-Notlage bringen sich die bis dato neunmal in Folge siegreichen Kieler, weil sie sich gegen die HSG-Deckung mit unangenehm offensiven Halben schwertun, sich Lattentreffer (Weinhold/7.), Fehlpässe (Zarabec/1. und 13.), einen vergebenen Siebenmeter (Ekberg/4.) und Fehlwürfe (Tempogegenstoß Dahmke/14.) leisten und zugleich defensiv kaum Zugriff bekommen. Ein ums andere Mal räumen die Gäste seelenruhig ab über den bärenstarken Rechtsaußen Kristian Bjørnsen, der fünfmal bis zur Pause trifft.

Marko Vujin erlebt einen gebrauchten Tag, Rune Dahmke verwirft nach der Pause seinen dritten Ball. Seine Positionskollegen Emil Frend Öfors und Raul Santos bleiben auf der Bank sitzen. Gislason stellt die Deckung auf eine 3:2:1-Formation mit Dissinger an der Spitze um und erklärt den Versuch nach zehn Minuten für gescheitert. Am Wetzlarer Kreis ist Anton Lindskog sicherer Passempfänger im toten Kieler Winkel. Fünf der ersten sieben HSG-Tore nach dem Seitenwechsel gehen auf sein Konto – 14:19 (42.). Wie war das noch mit dem Angstgegner?

Manchmal kommt eben alles zusammen: Da trifft Patrick Wiencek nach tollem Weinhold-Zuspiel zum 17:20 (45.), und im Gegenzug glitscht dem an diesem Tag glücklosen Andreas Wolff ein Wurf von João Ferraz durch die Finger (17:21/46.). Den Zebras rennt die Zeit davon. Doch auf eine Führung warten die Kieler Fans an diesem Abend vergeblich.

Wolffs Wetzlar-Waterloo

Besonders Andreas Wolff erlebt gegen seine alten Kollegen ein echtes Waterloo, pariert nur zwei Bälle nach der Pause. „Ausgerechnet jetzt, da er sein schlechtestes Spiel macht, ist Niklas Landin im Kreißsaal. Ihn hätte ich heute gern dabei gehabt“, sagt Gislason. Nach dem haltbaren 20:25 (Cavor/54.) nimmt er den Nationalkeeper unter den Augen von Bundestrainer Christian Prokop und dem Jubel der 10000 Kieler Fans vom Feld, bringt Drittliga-Keeper Tom Landgraf. Kurios: Landgraf hält zwar keinen Ball, kassiert trotzdem keinen Gegentreffer, und der THW holt Tor um Tor auf – Miha Zarabec trifft eine Minute vor dem Ende zum 24:25. Und was macht Gislason? Er bringt Wolff zurück zwischen die Pfosten. „Er ist die deutsche Nummer eins, ich habe ihm vertraut, dass er vielleicht noch einen Ball hält“, sagt der Chefcoach. Nächster Angriff Wetzlar, Stefan Kneer steigt hoch, noch 30 Sekunden zu spielen, Andreas Wolff hält keinen Ball mehr, 24:26, das Spiel ist entschieden. „Eine historische Stunde“, schwärmt ein sichtlich ergriffener HSG-Coach Kai Wandschneider. „Das war der erste Sieg der HSG in Kiel in 20 Jahren Bundesliga-Geschichte.“

Statistik

THW Kiel - HSG Wetzlar 25:26 (9:12)

THW Kiel: Wolff (1.-55. und ab 60. Minute/6 Paraden), Landgraf (55.-60./0) – Firnhaber, Weinhold 4, Dissinger, Wiencek 3, Ekberg 6/3, Frend Öfors n.e., Rahmel, Dahmke 1, Zarabec 3, Vujin 1, Bilyk 1, Nilsson 6, Santos n.e.

HSG Wetzlar: Buric (1.-60. Minute/9 Paraden), Weber n.e., Klimpke (bei einem 7m/0) – Kneer 1, Bjørnsen 7, Pöter 1, Ferraz 3, Mirkulovski 2, Schreiber n.e., Volentics n.e., Holst n.e., Forsell Schefvert 1, Kvist 3, Klesniks, Lindskog 7, Cavor 1.

Schiedsrichter: Nils Blümel/Jörg Loppaschewski (Berlin) – Strafminuten: THW 8 (Wiencek, 2x Firnhaber, Ekberg), HSG 8 (Kneer, Cavor, Pöter, Mirkulovski) – Siebenmeter: THW 4/3 (Ekberg scheitert an Buric), HSG 0/0 – Spielfilm: 0:1, 2:2 (5.), 3:8 (15.), 6:9, 6:11 (25.), 7:12, 9:12 – 11:14, 11:16 (38.), 14:19, 16:19 (43.), 18:21, 20:23 (52.), 20:25, 24:25 (60.), 24:26, 25:26 – Zuschauer: 10285 in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena.

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