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THW Kiel Zäsur beim THW: Karabatic und Kavticnik gehen
Sport THW Kiel Zäsur beim THW: Karabatic und Kavticnik gehen
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22:20 01.06.2009
Kiel

Kiel - Der Neuordnung im Umfeld des THW Kiel, der sich eine andere Führung geben wird, folgt auch eine Zäsur im Spielerkader. Neben Stefan Lövgren (38, Karriereende) verlassen Nikola Karabatic und Vid Kavticnik den Rekordmeister mit Wirkung vom 30. Juni 2009. Gemeinsames Ziel der beiden befreundeten Handballer ist Montpellier HB, der Heimatclub von Karabatic. Die Nachfolger der beiden stehen ebenfalls fest. Vom VfL Gummersbach kommt Momir Ilic, aus Magdeburg Rechtsaußen Christian Sprenger.Absichtserklärungen vom französischen Spitzenclub, die beiden Kieler Spitzenhandballer ködern zu wollen, gab es schon länger. Man habe sich mit beiden Spielern geeinigt, die Verträge seien unterschriftsreif, hatten zuletzt einige französische Zeitungen gemeldet. Der ehemalige THW-Manager Uwe Schwenker, der bis zum 30. Juni noch die Personalangelegenheiten beim Handballmeister regelt, bestätigte gestern auf dem Rückflug aus Ciudad Real, dass der THW die beiden Spieler, die noch einen Vertrag bis 2012 in Kiel haben, freigeben werde. „Wir haben uns mündlich mit Montpellier geeinigt, beide Spieler dürfen wechseln, es fehlt nur die schriftliche Form“, sagte Schwenker. Dem Vernehmen nach werden sie in Montpellier einen Vier-Jahres-Vertrag unterschrieben. Die Ablösesumme für das Duo beträgt im Paket 1,5 Millionen Euro. Sollten Karabatic oder Kavticnik vor 2012, der Vertragsdauer in Kiel, zu einem Bundesligaverein wechseln, hält der THW ein weiteres Mal die Hand auf. Das würde erneut eine siebenstellige Summe kosten, so Schwenker. „Diese Option ist im Vertragswerk festgehalten.“Montpellier finanziert den Transfer mit Hilfe der Region Languedoc-Roussillon und des „Agglo de Montpellier“. Beide versprechen sich durch die Rückholung des „verlorenen Sohnes“ eine große Strahlkraft für die Region. Der Welthandballer solle als Aushängeschild und Werbe-Ikone dienen. Man habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, auch finanzielle, um die beiden Spieler in Kiel zu halten, erklärte Schwenker. „Aber wir haben keine Chance mehr gesehen. Sie wollten weg.“ Trainer Alfred Gilsason bedauert die Entwicklung. „Es wäre schön gewesen, wenn wir diese tolle Mannschaft zusammen gehalten hätten, aber es macht keinen Sinn mehr. Hätte Nikola bleiben müssen, hätte er sich nicht mehr mit 100 Prozent eingebracht.“Da auch Stefan Lövgren seine Karriere beendet und 38-jährig nach Schweden zurückkehrt, verliert der THW drei überaus wichtige Leistungsträger. Allerdings ist der Meister gewappnet. Hinter den Kulissen verpflichteten die Kieler Momir Ilic. Der 27-jährige Serbe soll einen Vier-Jahresvertrag erhalten und die Karabatic-Lücke schließen. Bei der Wahl zum Spieler der Saison belegte Ilic Platz zwei hinter Thierry Omeyer.Gislason kennt die Stärken des künftigen THW-Rückraumspielers aus seiner Zeit als Trainer in Gummersbach und ist überzeugt von Ilic. Die Ablösesumme für den serbischen Nationalspieler, der noch bis 2010 beim VfL unter Vertrag steht, soll um die 500000 Euro betragen.Nachfolger von Vid Kavticnik wird Christian Sprenger. Der Nationalspieler hat ebenfalls noch einen laufenden Vertrag bis 2010 und wird mit 250000 Euro aus dem Kontrakt herausgekauft. Sprenger soll für drei Jahre in Kiel unterschreiben, ist ebenfalls ein Gislason-Schüler. Der THW-Trainer entdeckte den 26-Jährigen in der Magdeburger Talentschmiede, förderte ihn und führte den Nationalspieler an die Bundesligamannschaft heran.Auf Gislason wartet eine Menge Arbeit, zumal auch die Besetzung der Mittelposition neu geordnet werden muss. Für den Regiestuhl sind Börge Lund, Filip Jicha und der 18-jährige isländische Neuzugang Aron Palmarsson vorgesehen. Die Integration der Neuzugänge werde viel Zeit in Anspruch nehmen, sagte Gislason. „Wie lange, kann ich heute nicht sagen.“

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