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THW Kiel Zebras besiegen Frisch Auf Göppingen
Sport THW Kiel Zebras besiegen Frisch Auf Göppingen
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23:30 21.12.2017
Von Tamo Schwarz
Trainer Alfred Gislason und Sebastian Firnhaber freuen sich über das solide gewonnene Spiel. Quelle: Marco Wolf

Zebra-Coach Alfred Gislason kann personell aus dem Vollen schöpfen. Jedenfalls fast: Christian Zeitz ist am Knie gehandicapt. Weil Torwart Niklas Landin Schulterprobleme plagen, steht Nationalkeeper Andreas Wolff von Beginn an zwischen den Pfosten. Macht aber nichts, denn der hatte in der Vorsaison ohnehin für ein gutes Kieler Feeling in der Märklin-Stadt gesorgt und maßgeblich dazu beigetragen, dass der THW einen 15:20-Rückstand noch in ein 31:27 gedreht hatte. Insgesamt bei den Gästen: "Volle Kapelle", wie es so schön heißt. Domagoj Duvnjak, Lukas Nilsson und Marko Vujin bilden den Rückraum, und auch sonst gibt es mit Rune Dahmke (Linksaußen), Niclas Ekberg (Rechtsaußen) und Patrick Wiencek (Kreis) keine Überraschungen. 

Handball-"Professor" Rolf Brack, Trainer des EHF-Cup-Siegers, kann nur eine Rumpf-Sieben aufs Feld schicken. Mit Tomas Urban und Anton Halén fehlen die etatmäßigen Rechtsaußen sowieso. Rückraumspieler Jens Schöngarth geht mit Oberschenkelproblemen in die Partie. Und zu Rückraum-Linkshänder Adrian Pfahl (Kapselverletzung Zeh) gesellte sich bei Frisch Auf nun ausgerechnet auch noch Zarko Sesum im Lazerett hinzu. Der Kapitän und Abwehrchef zog sich im Abschlusstraining eine Adduktorenverletzung zu. Macht summa summarum: Zwölf Göppinger gegen 16 Kieler. 

So gewähren 100-prozentig wieder auf den Gleisen preschende Kieler dem Gegner eine kleine 2:0-Vorwärmphase, erweisen sich dann im 1000. Bundesligaspiel des Traditionsvereins aber als Spielverderber. Zwischen der 5. (2:0) und 19. Minute (3:8) gelingt Frisch Auf nur ein einziger Treffer. Die THW-Abwehr steht mit Wiencek und René Toft Hansen im Innenblock sowie Steffen Weinhold und Duvnjak auf den Halbpositionen irgendwann sehr sicher. Göppingen spielt mit Rechtshänder Tim Kneule auf Halbrechts, auch sonst passt im Brack-Konzert kaum ein Ton zum anderen. Anfängliche Härte: bringt nichts. Zwei Frisch-Auf-Kreisläufer: bringt nichts. Und wenn Kneule oder Allan Damgaard doch einmal eine Lücke finden, steht ein überragender Andi Wolff (11 Paraden bis zur Pause) im Kieler Tor. Hat da einer was von gutem Kieler Feeling gesagt?

In der Offensive glänzt zunächst Captain Duvnjak, bekommt früh eine Pause, rückt später nach Halblinks, als Miha Zarabec die Fäden zieht. Der glänzt auch mit einem tollen Kempa-Pass auf Weinhold (9:4/20.), druckvollem Spiel und unverschämt frecher Schlagwurf-Finesse (14:6/29.). Die Ausweglosigkeit der Göppinger zeigt sich nach nicht einmal 20 Minuten, als Rolf Brack sein Ensemble nahezu komplett umkrempelt und seinen bis zu diesem Tag besten Mann, Linksaußen Marcel Schiller, durch Joscha Ritterbach ersetzt. 

Nach der Pause trifft Miha Zarabec weiter, wie er will. Schlagwürfe, schöne Finten. Der Slowene überbrückt mit seiner One-Man-Show die einzige kleine Kieler Schwächephase zwischen dem 16:9 (33.) und 16:12 (36.). Näher kommt Frisch Auf nicht mehr heran. Spätestens bei drei weiteren dieser Aha-Oho-Tore von Zarabec in Folge zum 23:16 (48.) ist das 1000. Bundesligaspiel von Frisch Auf entschieden. Der Rest: vorweihnachtliches Schaulaufen.

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