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Gigantenduelle, Teil zwei

THW Kiel trifft auf Atletico Madrid

Von Wolf Paarmann

Mannheim, Madrid – die Top-Spiele für den THW Kiel reißen nicht ab. Vier Tage nach der Handball-Gala bei den Löwen (28:17) erwarten die „Zebras“ Sonntag (17.15 Uhr/Eurosport) in der Gruppenphase der Champions League Atletico Madrid, den Finalgegner der Vorsaison.
Kiril Lazarov war schon zweimal Torschützenkönig der Champions League. Der Mazedonier gewann mit Madrid zuletzt den mit 400.000 Dollar dotierten Super Globe - im Finale gegen Kiel (28:23).

Kiril Lazarov war schon zweimal Torschützenkönig der Champions League. Der Mazedonier gewann mit Madrid zuletzt den mit 400.000 Dollar dotierten Super Globe - im Finale gegen Kiel (28:23).

© Sascha Klahn

Kiel. Der Titelverteidiger bangt noch um „Löwen-Schreck“ Thierry Omeyer, der seine 23 Paraden in Mannheim mit einer Fußverletzung bezahlte.

 Wer bei dem Blick auf den Kader das Vereinslogo übersieht, kann das Team von Talant Duschebajew leicht mit einer Weltauswahl verwechseln. So unterschrieb der geniale Regisseur Ivano Balic einen Jahresvertrag bei den Spaniern, in deren Reihen auch der Mazedonier Kiril Lazarov (Torschützenkönig der EM 2012), der französische Olympiasieger Xavier Barachet und der 2,11-Meter-Däne Nikolaj Markussen stehen. Reichen sich die Riesen in der 6:0-Deckung die Hände, prallt der Gegner auf eine Wand. Dahinter, gut verborgen, liegt aber auch ein Problem. Es hat ein Netz, zwei Pfosten, eine Latte – das Tor.

 Arpad Sterbik brüskierte den Verein, als er im August gar nicht erst am Flughafen erschien, als sein Team zum Super Globe nach Katar reiste. Atletico verkaufte ihn umgehend für 400.000 Euro an den FC Barcelona. Dann riss dem 250-maligen spanischen Nationalspieler Jose Hombrados das Kreuzband. Der starke Bosnier Adnan Sabanovic, kurzfristig als Ersatz verpflichtet, ist in der Champions League nicht spielberechtigt. Der von Paris HB gekommene Magnus Dahl ist es, aber gleichwertig konnte er Hombrados bislang nicht ersetzen. Bliebe noch der erst 18-jährige Antonio Diez.

 Gut möglich, dass dies dem dreimaligen Champions-League-Sieger vor dem Kiel-Spiel keine Kopfschmerzen bereitet. Aus Vereinskreisen war zu hören, dass andere Termine eine höhere Priorität genießen, der eine oder andere Star gar nicht erst mitfliegt. So ist Atletico am Dienstag im spanischen Pokal, dem „Copa del Rey“, gegen Vigo gefordert. Und am Sonntag steht das Duell gegen Barcelona (24:0 Punkte) in der Liga Asobal an. Da Atletico am Mittwoch gegen Saragossa – Duschebajew-Sohn Alex warf sieben Tore gegen seinen Vater – erstmals einen Punkt abgab, steht der Tabellenzweite (23:1 Punkte) bereits unter Druck.

 Der Champions-League-Finalist der vergangenen Saison enttäuschte bislang in der Königsklasse, verlor in Sävehof und quälte sich am Sonntag zu einem 25:24-Heimsieg gegen Constanta, bis dato Schlusslicht der Gruppe B. Offenbar plagen den Verein, der im Sommer vergangenen Jahres auf den Ruinen von Ciudad Real entstand, große finanzielle Sorgen. Das würde erklären, warum sich dieses außergewöhnlich gut besetzte Ensemble phasenweise ungewohnt lustlos gibt. Alfred Gislason glaubt aber nicht, dass das morgen der Fall sein wird. „Egal, welche Probleme diese Mannschaft auch hat, sie wird auf jeden Fall zwei gute Spiele machen: Bei uns. Und in Veszprem.“ Spiele wie diese sind für Weltstars auch eine Frage der Ehre und eine Bühne für jene, deren Zukunft ungewiss ist. „Madrid steht in Kiel nicht unter Druck, sie können frei aufspielen“, sagt der THW-Trainer. „Und das werden sie tun.“

 In seinem Kader sah er vor dem Endspiel um den zweiten Platz noch zwei Fragezeichen. So glaubte er nicht an das Comeback von Rene Toft Hansen (Rippenprellung). Und auch der Einsatz von Thierry Omeyer, der gestern nicht mittrainierte, ist fraglich. Der Franzose leidet unter einer Einblutung in der Fußsohle. Er selbst ist überzeugt davon, dabei sein zu können. „So schlimm ist es nicht.“ Er könne zwar nicht schmerzfrei gehen, aber Bälle halten, das würde schon klappen. Zuletzt hatte der 35-Jährige, der im August zum zweiten Mal olympisches Gold gewann, einen müden Eindruck gemacht. Im Sommer hätte es keine Pause gegeben, die Belastung sei in diesem Jahr besonders hoch gewesen. Aber gerade in Top-Spielen, wie dem gegen die Löwen, wäre es kein Problem, sich zu motivieren. „Das durften wir nicht verlieren“, sagt Omeyer. Die Ausgangslage sei nun ähnlich. „Den Gruppensieg können wir nur noch schaffen, wenn wir Madrid schlagen.“ Doch dafür müsste MKB Veszprem heute Abend in Celje verlieren.

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