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Maya Rehberg: Wenn Sport nicht alles ist

Sportlerin des Jahres 2016, 2. Platz Maya Rehberg: Wenn Sport nicht alles ist

Das wichtigste und emotionalste Rennen war für sie rückblickend nicht jenes bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, sondern die Normerfüllung zwei Monate zuvor in Prag. Die Rede ist von Hindernisläuferin Maya Rehberg, die die Leser auf den zweiten Platz in der Wahl der Kieler Sportlerin des Jahres gewählt haben.

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Für Maya Rehberg ist es eine Ehre hinter Angelique Kerber den zweiten Platz in der Sportlerwahl einzunehmen. 2017 will sie auf ihrer Paradestrecke den 3000-m-Hindernis deutlich weniger Rennen bestreiten als im Sensationsjahr 2017.

Quelle: Jennifer Zornig

KIEL. Gut ein halbes Jahr nach ihrem bisher größten internationalen Auftritt ist die 22-Jährige zurück im Alltag und steckt wie so viele Studenten gerade mitten in der Klausurenphase. Neben dem täglichen Training heißt es für sie deshalb vermehrt, die Nase in die Bücher zu stecken, schließlich haben die aufregenden Sommermonate gerade in diesem Lebensbereich ihre Spuren hinterlassen. „Zwar habe ich überraschenderweise alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Doch das Wintersemester baut nun auf dem vorangegangenen Wissen auf, und das fällt mir jetzt einfach schwerer anzuwenden“, verrät Rehberg während einer kurzen Lernpause im CAU-Sportforum.

 Die duale Karriere ist für die gebürtige Bad Segebergerin eine freiwillige Entscheidung, die zu ihrem Charakter passt. „Als Läufer hat man in Deutschland schon die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit als Vollprofi seinen Unterhalt zu verdienen“, weiß die SG-Athletin.

 Doch die immer weiter fortschreitende Kommerzialisierung und das alles überschattende Thema Doping haben sie den Profisport schon früh recht kritisch betrachten lassen. Die eigene Teilnahme an den Olympischen Spielen hat diese Sichtweise nur noch erhärtet. „Sportler sollte man doch eigentlich sein, weil man, das, was man tut, nun mal gerne macht und nicht, um möglichst viel Geld zu scheffeln“, bedauert Rehberg diese Entwicklung. Sie stellt ihre eigene Zukunft im Sport immer wieder in Frage: „Ob ich bis Tokio 2020 weitermache oder mir das nochmal als Ziel setze, kann ich jetzt ehrlich gesagt, noch gar nicht sagen. Zunächst habe ich die Heim-EM 2018 in Berlin im Blick, da möchte ich unbedingt hin. Wenn mir die nationale Qualifikation gelingt, habe ich kontinental ganz gute Chancen, und das bringt dann ja auch richtig Spaß.“ Bei der Cross-DM im März ist sie Titelverteidigerin. Im Sommer sollen entweder die Weltmeisterschaften in London oder die Universiade in Taipeh folgen. „Druck mache ich mir da aber nicht. Entweder es klappt, oder eben nicht.“

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