16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Drei Österreicher und eine Drohne

Healthcare-Hackathon Drei Österreicher und eine Drohne

Valentin, Harald und Rene aus Österreich sind die amtierenden Weltmeister im autonomen Drohnenflug. Nach der Weltmeisterschaft in Oklahoma, USA, ist der „Healthcare-Hackathon“ in Kiel das neue Mekka für sie – und die neue Herausforderung. Diesmal wollen sie eine Gebirgsdrohne programmieren.

Voriger Artikel
Vernetzen vor dem Healthcare Hackathon
Nächster Artikel
Hacker-Auftakt in der Sparkassen-Arena

Harald, Valentin und Rene (v.li.) sind amtierende Weltmeister im Programmieren von autonomen Drohnen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Es ist die dritte Dimension, die den Reiz ausmacht. „Ich habe früher auch viel mit Landrobotern gemacht, aber seit vergangenem Jahr beschäftige ich mich fast nur noch mit Drohnen“, erzählt Valentin. Der Landroboter bewegt sich eben nur zweidimensional, die Drohne hält sich in drei Dimensionen auf. „Und es ist einfach cooler, wenn etwas fliegt, als wenn es nur fährt.“

Valentin, Harald und Rene sind zum ersten Mal in Kiel. Die drei Österreicher sind die amtierenden Weltmeister im autonomen Drohnenflug. Und sie sind 16 Jahre alt. Und nein, es war kein nach Alter gestaffelter Wettbewerb. Sie traten gegen Erwachsene und Studenten an. Nach der Weltmeisterschaft in den USA ist heute der „Healthcare-Hackathon“ in Kiel die neue Herausforderung. Was sie am Programmieren fasziniert: „Dass wir uns im Team schön anstacheln können“, sagt Harald. „Und dass man beim Programmieren sofort ein Ergebnis sieht“, ergänzt Valentin. „Wenn die Drohne nicht abhebt, stimmt eben etwas nicht.“

Harald Moritz, Valentin Benke und Rene Fischer sind recht normale Teenager. Sie gehen in die Schule und haben Hobbys – Korrektur: ein Hobby. Programmieren. Dass sie in diesem Bereich auch Weltmeister werden würden, damit hatten sie allerdings nicht gerechnet. Die Aufgabe war, eine Drohne so zu installieren, dass sie auf einer sich bewegenden Plattform landet. Ohne Fernsteuerung. „Wir haben sie so programmiert, dass die eingebaute Kamera spezielle Marker auf den Plattformen erkennt, auf sie zusteuert und dort landet“, erzählt Rene. Klingt recht simpel. War es das auch? „Also naja, es ist schon schwierig. Hat aber gut funktioniert.“ Es sind höfliche Jungs. Sie formulieren ihre Antworten stets so, dass der Laie nicht das Gefühl bekommt, eine schwachsinnige Frage gestellt zu haben.

Das Ziel: Eine Gebirgsdrohne, die im Notfall hilft

Heute in Kiel wagen sie in Sachen Drohnen-Programmierung den nächsten Schritt. „Wir wollen eine Gebirgsdrohne programmieren“, erzählt Harald. „Die soll in der Praxis Unfallopfer finden und Care-Pakete abwerfen“, erklärt er. „Mit solchen Drohnen kann man sicherstellen, dass bei Unfällen in Bergregionen schnell Erste-Hilfe-Pakete bei den Verletzten ankommen und sie wissen, dass sich jemand um sie kümmert.“ Beim Hackathon in der Sparkassen-Arena proben die drei IT-Spezialisten das zum ersten Mal. „Wir werden die Drohne programmieren, dann von einer speziellen App – die wir selbst programmiert haben – einen Hilferuf aussenden. Laut Plan fliegt die Drohne dann zu dem Ort, von wo aus das Signal kam und wirft das Notfall-Paket ab“, erläutert Valentin.

Kennengelernt im Talentehaus

Valentin, Harald und Rene haben sich im Talentehaus kennengelernt. Das Talentehaus ist eine staatlich geförderte, außerschulische Hochbegabtenförderung für Schüler aus Niederösterreich. Einmal im Monat kommen Schüler und Dozenten zu einem Treffen zusammen. Darüber hinaus läuft alles über E-Learning. „Die Schüler investieren ungefähr zehn Stunden in der Woche für ihre Kurse am Talentehaus – neben der Schule natürlich“, erklärt Tanja Tomitsch. Sie ist Psychologin und begleitet die Schüler in der Ausbildung ihrer sozialen Kompetenzen und ihrer sogenannten Soft Skills: „Bei mir haben die Jugendlichen Kurse in Themen wie Unternehmensführung, Projektmanagement und Zeitplanung.“ Sie hat die drei Programmierer auch nach Kiel begleitet.

Liegt die Lust am Programmieren bei den Dreien eigentlich in der Familie? „Nicht wirklich, also ich bin die erste Generation IT-Nerd“, antwortet Harald. Und wie lebt es sich so damit? „Ganz okay“, sagt Valentin. „Manchmal stehe ich vor einem Problem, zu dem mir keine Lösung einfällt, und dann kommt meine Mutter so mit Vorschlägen, bei denen man sich denkt: Aber so funktioniert das gar nicht!“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Digitale Woche Kiel 2017 2/3