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Digitale Woche Kiel 2017 Digitale Woche 2017 ist eröffnet
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20:51 16.09.2017
Von Tanja Köhler
Mit Calliope sollen die Kieler Schüler das Programmieren lernen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

"Wir machen es jetzt einmal, auch wenn es nicht perfekt werden wird", sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) zum Auftakt der ersten Digitalen Wochen in Kiel. Zusammen mit Digitalisierungsminister Robert Habeck (Grüne) und der Digitalbotschafterin des Bundes Gesche Joost hat er am Sonnabend den Startschuss zu einer neuen Veranstaltungsreihe gegeben, deren Idee erst Anfang des Jahres entstanden ist.

Der Gedanke hinter der Digitalen Woche Kiel: "Wir wollen sichtbar machen, was wir hier schon haben", sagt Ulf Kämpfer. Über 10.000 Jobs in der Digitalbranche gäbe es bereits in der Landeshauptstadt. Doch Digitalisierung umfasst heute weit mehr Bereiche als die Arbeitswelt: etwa Bildung, Kommunikation, Fortbewegungsmittel, Verwaltungen und freies WLAN in der Stadt. "Digitalisierung wird noch vieles verändern", sagte Ulf Kämpfer.

Robert Habeck warnte davor, Digitalisierung ausschließlich zu hypen: "Digitalisierung hat auch die Gefahr von Spaltung." Wenn nur noch auf Englisch kommuniziert würde und nur noch Fachbegriffe fallen, könnten viele den Anschluss verlieren. Es sei deshalb eine Aufgabe aller, dem entgegenzusteuern. Gesche Joost rät der Politik: "Unterstützen sie den Mittelstand und den Breitbandausbau, fördern sie Start-Ups und investieren in digitale Bildung."

Wie real die Digitalisierung schon heute ist, zeigte Digitalbotschafterin Gesche Joost anhand von drei Thesen auf.

1. "Wir sind nie mehr offline": Landwirtschaft und Energiewende würden schon heute nicht mehr ohne Technologie auskommen. So würden Sensoren den Agrarwirten in Echzeit Daten zur Bodenfeuchtigkeit und zum Düngegrad melden. Im privaten Bereich würden Menschen sich über soziale Netzwerke verständigen. "Und vielleicht hat Ulf Kämpfer auch ab heute Abend einen Twitteraccount, dem wir dann alle folgen werden", sagte Gesche Joost. 

2. "Wir drucken uns die Welt in 3D": In sogenannten Fablabs wird der Frage nachgegangen, wie man fast alles herstellen kann. "Es ist schon jetzt Realität, dass ganze Gebäudeteile in 3D gedruckt werden können, auch Haut kann über digitale Prozesse reproduziert werden." Wer Läufer ist, könne sich seine Füße vermessen lassen für den perfekt sitzenden Laufschuh. 

3. "Wir erfinden Arbeit neu": "Es gibt Umwälzungsbereiche, nicht nur im Niedriglohnsektor", sagt Gesche Joost. Doch bislang fehlen Fachkräfte, 200.000 alleine im Bereich MINT. "Man hat tolle Jobperspektiven, man braucht dafür aber Grundkenntnisse der Digitalisierung." Treiber dürfe dabei nicht nur das Silicon Valley sein. "Wir können auch hier vieles bewegen." 

Gesche Joost stellte bei der Eröffnung auch den Calliope vor - einen Mini-Computer, mit dem Drittklässler lernen sollen, wie das Programmieren geht. Vor einem Jahr wurden die ersten Grundschulen damit ausgestaltet, bei der Eröffnung der digitalen Woche erhielt die Fritz-Reuter-Schule aus Kiel ein Starterset.

Über 200 Veranstaltungen werden den Kielern und einem Fachpublium in den kommenden Tagen geboten. "Das ist wirklich der Hammer. Da sind so viele Themen von Programmieren bis hin zur Bildung. Da müsste ich eigentlich die ganze Woche hier bleiben", beglückwünschte Joost die Veranstalter.

Eintritt müssen die Besucher nicht bezahlen. Gesponsert wird die Digitale Woche von den Kieler Nachrichten und der Förde Sparkasse. 

Das komplette Programm zur Digitalen Woche Kiel finden Sie auf www.diwokiel.de

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