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Kieler Förde digital gestalten

Minecraft Camp in Kiel Kieler Förde digital gestalten

Die Kieler Waterkant, fast unbebaut, sodass sich Kreative an der Gestaltung austoben können? Schon ab dem 10. August soll das möglich sein – zumindest virtuell: Dann lädt die Kieler Wirtschaftsförderung (Kiwi) für drei Tage zum „Kieler Förde Minecraft Camp“.

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Sichtbare Startpunkte der „Kieler-Förde-Minecraft“-Veranstaltung: Ein Segelschiff in der Schwentine, vor dem virtuell bereits fertiggestellten Geomar-Gebäude.

Quelle: Kieler Wirtschaftsförderung

Kiel. Im Wissenschaftspark werden die besten Bauflächen im bekannten Videospiel Minecraft vergeben. Gestaltung und andere Spielleistungen werden während der Digitalen Woche am 22. September mit Preisen bedacht.

Kieler haben einen Vorsprung

„Wir möchten Begeisterung für Architektur, Bau und die Entwicklung der eigenen Stadt wecken“, sagte Sarah Friese von der Kiwi bei der Programmpräsentation. Vom 10. bis 12. August lässt sich alles über Minecraft im Neufeldt-Haus lernen und der Spatenstich machen (siehe Programm). Erst nach der Auftaktveranstaltung soll das Bauen online für die ganze Welt möglich sein. „Wir wollen den Kielern durch die Veranstaltung einen Vorsprung geben, ihre eigene Stadt zu gestalten“, sagte Friese.

Programm

Das Programm

Ab zehn Uhr öffnet vom 10. bis 12. August das Minecraft-Camp im Neufeldt-Haus (Fraunhoferstraße). Von 10.30 Uhr an moderieren die Youtuber „DocM77“ und „Skate702“ für zwei Stunden den Livestream, der den gesamten Tag weiterläuft. Am Montagabend laden die Youtuber Abonnenten ein. Außerdem gibt es über die Tage verteilt Vorträge: Sebastian Hahner, „Skate702“, spricht über „Minecraft in vier Worten“ (Donnerstag, 14 Uhr), Illustrator Volker Sponholz zu „Visualisierung – das Wort als Bild“ (Donnerstag, 15 Uhr). Am Freitag um 14 Uhr spricht Dr. Steffen Mösner, „DocM77“ über „Gaming – Business & Kreativität“, zwei Stunden später der Architekt Gregor Brundke zu „Architektur und Stadtplanung – eine Inspiration“. Am Sonnabend um 14 Uhr schließt Julia Seifert von Opencampus mit „Minecraft in der Schule – eine Kreativmaschine“.

Minecraft ist ein Phänomen. Seit 2011 erobert es die digitale Welt, wird von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gespielt. Online vernetzt bauen sie gigantische Umgebungen aus Quadern. Das Aufbauspiel hat einen deutlich besseren Ruf als so manches PC- und Videospiel: „Minecraft fördert zentrale Schlüsselqualifikationen für das Arbeitsleben des 21. Jahrhunderts“, sagte Kiwi-Geschäftsführer Werner Kässens, „wenn etwas spielerische Leichtigkeit hat, hat es auch ein hohes Maß an Kreativität und Innovation.“

Das bekräftigten auch die Mitorganisatoren aus der Branche: „Es fehlte uns bis dahin noch etwas der Spaßfaktor an der Digitalen Woche“, so Birger Dethlefs vom Kieler Software-Entwickler Markenwerk. Für die Umsetzung der Veranstaltung zeichnet auch die Takeover Solutions aus Kirchbarkau verantwortlich, wie Geschäftsführer Lars Eiben skizzierte. „Wir öffnen ab 10 Uhr mindestens zehn Stunden am Tag mit open end.“

Eine halbe Stunde nach Beginn startet die Online-Direktübertragung auf relevanten Kanälen wie Youtube und Twitch – moderiert von Youtubern wie „ DocM77“ und „ Skate702“, die in der Szene bekannt sind und jeweils eine sechsstellige Zahl an Fans aufweisen. So soll die Kieler Veranstaltung die ganze Welt zum anschließenden Online-Mitmachen ermuntern.

Die Veranstaltung soll zum Mitmachen ermuntern

Auch das Pädagogische kommt nicht zu kurz: Über Vorträge zu verwandten Themen wie Design, Architektur und Stadtplanung soll deutlich werden, wie über das Spiel Lerneffekte geschaffen werden können. Die Veranstalter loben Minecraft auch aus Gründen der Gleichberechtigung: Stereotype fielen völlig aus, lediglich die Bauleistung zähle. „Es ist schon lange eine bekannte Tatsache, dass Frauen in den Bereichen digitale Technologie, Mathematik und Ingenieurwesen unterrepräsentiert sind“, sagte Friese. Über Minecraft könnten sie sich Selbstvertrauen holen.

Für die Veranstaltung ab dem 10. August gelte: „Wir wollen alle Zielgruppen erreichen“, so Yvonne Smith von der Kiwi. Im Anschluss an „Drei Tage Kiel im Kreativmodus“, so das Minecraft-Motto, könne jeder vier Stunden täglich auf dem Online-Server die Förde baulich gestalten. Die Karte umfasst 2000 mal 2000 Pixel. Ein Baufeld stellt jeweils 32 mal 32 dar. Zum Start sind lediglich ein bereits vervollständigtes Geomar-Gebäude an der Schwentine vorhanden sowie ein Sponsorengebäude der Firma Nvidia und ein Segelschiff.

Während der anschließenden „Die-Welt-baut-Kiel“-Phase vom 13. August bis 15. September wollen die Veranstalter diverse Wettbewerbe für die Spielergemeinde ausrufen. Als kreative Bauherren wie als geschickte Spieler können sie so punkten, und auf der Abschlussveranstaltung am 22. September während der Digitalen Woche auf Preise hoffen. „Wie das große Vorbild Lego ist Minecraft mehr als die Summe seiner Einzelteile“, sagte Friese. Für sie sei das Spiel schlicht „Nachwuchsförderung“ – in vielerlei Hinsicht.

Mehr Infos auf www.kiwi-kiel.de und der Facebook-Seite www.facebook.com/kielbauen 

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