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Andenken aus der Eiszeit

Green Screen Andenken aus der Eiszeit

Wer einmal eine in Empfang nehmen durfte, der gibt sie nie wieder her. Obgleich der materielle Wert eher gering ist, so sind die Trophäen, die alljährlich bei der Siegerehrung von Green Screen verliehen werden, doch sehr begehrt. Die Preise haben nämlich eine Besonderheit: Sie sind aus Sand gefertigt.

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Stolz auf seinen Preis aus Sand: Volker Arzt nahm die begehrte Trophäe 2014 entgegen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Zutaten, mit denen Uli Poppe, Produktentwickler bei der im Eckernförder Technik- und Ökologiezentrum (TÖZ) ansässigen Firma licofun GmbH, arbeitet, sind kein Geheimnis. Beim Material, das er für die Trophäen verwendet, handelt es sich um gewaschenen, gesiebten und feuergetrockneten Sand mit einer Körnung von 0,7 Millimetern, der seinen Ursprung in Eiszeit-Ablagerungen hat. Weiterhin benötigt er einen speziellen Kleber auf Leinöl-Basis ohne Lösungsmittel, zwei Plastikkugeln, einige kleine Holzplatten, Gips- und Kautschukformen sowie sehr viel Fantasie.

 „Die Herstellung ist gar nicht so schwierig“, weiß Poppe. Problematischer sei zu Beginn das Design der Trophäe gewesen. „Es musste relativ einfach umsetzbar, aber nicht zu teuer sein“, erinnert er sich. Seinerzeit waren die Verantwortlichen des Festivals an das Eckernförder Unternehmen herangetreten. Nach mehreren Entwürfen entschied man sich schließlich für das Modell einer symbolhaften Erdkugel mit drei grünen Puzzle-Teilen, die zusammen das Green-Screen-Symbol ergeben. Die Standfestigkeit erhält die Kugel durch einen quadratischen Rumpf, auf den sie aufgesetzt wird.

 In die große der beiden Plastikkugeln, die mit einer Aussparung für die Puzzle-Teile versehen ist, wird eine zweite kleine Kugel gelegt und mit dem klebrigen Sand umgeben. „Die Kugel muss im Kern hohl sein, sonst wäre sie zu schwer“, erläutert Poppe. Für den Rumpf hat der Produktentwickler einen quadratischen Holzkasten entworfen. Auch dieser ist mit Aussparungen versehen und wird mit dem speziellen Sand gefüllt, ebenso die Teile des Puzzles. Nach zwei bis drei Tagen Trockenzeit sind sie so hart, dass sie ohne Bedenken angefasst werden können. Dann müssen nur noch die wassergeschnittenen und gelaserten Schiefertafeln für die verschiedenen Preiskategorien eingesetzt werden.

 Vor wenigen Jahren kam Poppe während des Festivals mit dem Filmemacher Volker Arzt ins Gespräch. Als der erfuhr, dass Poppe die Trophäen herstellt, habe Arzt ihm erzählt, dass der Green-Screen-Preis, den er erhalten hat, einen Ehrenplatz auf seiner Fensterbank habe und sein Enkelkind mit den Fingern gern mal an der sandigen Auszeichnung kratze.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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