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Gerald Grote zum größten Naturfestival Europas

Green Screen Gerald Grote zum größten Naturfestival Europas

Er ist Ideengeber und Visionär. Er ist der Mann, der Green Screen ins Leben gerufen und als Festivalleiter immer weiter vorangetrieben hat. Seit zehn Jahren steht der Kieler Gerald Grote an der Spitze des Internationalen Naturfilm-Festivals in Eckernförde. Ein Anlass, selbstkritisch zurückzublicken, aber auch ein geeigneter Zeitpunkt, nach vorn zu schauen.

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Gerald Grote, Leiter des Internationalen Naturfilm-Festivals Green Screen in Eckernförde.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. „Viele Mosaiksteine haben im Laufe der Jahre ein Bild ergeben. Aber dieses Bild ist noch nicht fertig“, fasst Gerald Grote das Erreichte zusammen, um zugleich deutlich zu machen, dass die Ansprüche, die er an sich und das Festival stellt, höher als das bislang Erreichte sind. Eine Ausweitung der Schulkinowoche und die Schaffung eines kommerziellen Kinos mit einem Betreiber, der Green Screen positiv und unterstützend zur Seite steht, hält der 61-Jährige kurz- beziehungsweise mittelfristig für unabdingbar. Langfristig würde er sich eine Akademie für den Naturfilm in Eckernförde wünschen – nicht zuletzt aus dem Wissen heraus, dass die Jugendfilmcamps im Wildpark Eekholt Jahr für Jahr viele begeisterungsfähige Talente hervorbringen.

 Dass Green Screen sich so schnell und auch so anerkannt positiv entwickeln würde, damit hat Gerald Grote nicht gerechnet. Die Idee, ein Naturfilm-Festival zu etablieren, sei ihm damals ganz spontan gekommen, erinnert er sich. Zufällig traf er in Eckernförde den städtischen Naturschutz-Experten Michael Packschies, mit dem er in Kindertagen in Kiel zusammen die Schulbank gedrückt hatte. Im Gespräch mit ihm sprach Grote eine Idee aus, die ihm gerade durch den Kopf ging: „Hier könnten wir doch ein wunderbares Naturfilm-Festival ausrichten.“ Michael Packschies zeigte sich begeistert. Die Verantwortlichen der Stadt ebenso. Doch weil es auch um eine finanzielle Bezuschussung ging, sicherte sich die Stadt vorsichtshalber ab und befragte unter anderem den Naturfilmer Jörn Röver. Was der antwortete, weiß Grote noch heute ganz genau: „Ich habe das Gefühl, Herr Grote hat meine Gebete erhört.“

 Wie schwer es sein kann, aus einer Idee ein funktionierendes Festival zu machen, lernten Grote und ein ganz kleiner Kreis von begeisterungsfähigen Mitstreitern sehr bald kennen. Es galt, Büroräume zu suchen und einen Förderverein zu gründen: „Du musst alles aufbauen, und dabei nicht mit dem Dach anfangen.“ Dann, so sagt er, „haben wir Festival geübt.“ Mit gemischten Gefühlen erinnert er sich an die Premiere. Der Film, der zur Eröffnung gezeigt wurde, sei ein absoluter Fehlgriff gewesen: „Wir waren ja so gar nicht erfahren.“ Dennoch habe das Festival auf Anhieb viele Menschen begeistert. Und das wiederum führte dazu, dass man in den Folgejahren vieles richtig gemacht habe.

 Unterstützt von einem immer größer werdenden Kreis ehrenamtlicher Helfer und getragen von der Begeisterung einer ganzen Stadt, habe man ständig dazugelernt. Das sei wie Autofahren gewesen. Dabei werde ja auch nicht nur gehupt, um weiter zu kommen, sondern auch mal gebremst. Jochen Hillers, ein Eckernförder Geschäftsmann, der sich von Beginn an und bis zu seinem Tod mit schier unglaublichem Engagement für Green Screen eingesetzt hat, sei derjenige gewesen, der mitunter mal die Bremse betätigte. „Jochen Hillers hat den Schwall von Ideen kanalisiert und für das Festival das Machbare rausgeholt“, erinnert sich Grote voll dankbarer Zuneigung an den langjährigen Weggefährten.

 Die Befürchtung, dass solch ein Festival dauerhaft nicht mit Ehrenamtlern zu machen sei, hat sich längst als falsch erwiesen. „Das funktioniert. Green Screen benötigt keine Berlinale-Atmosphäre. In Eckernförde haben wir Seeluft. Hier brauchen die Prominenten keinen Fön“, betont Gerald Grote mit der ihm eigenen Art von Humor. Dass Inge Sielmann, Witwe der Naturfilm-Ikone Heinz Sielmann, das Festival für sich entdeckt und stets mit eigenen Mitteln gefördert hat, sei ein unglaublicher Gewinn. „Sie begleitet uns mit unglaublich viel Sympathie“, spricht ihr der Festivalleiter seine tiefe Dankbarkeit aus.

 Wie lange er selbst noch an der Spitze stehen will, lässt er offen. Doch eines ist klar: Ohne einen geeigneten Nachfolger gefunden zu haben, will er nicht abtreten. Dazu ist ihm Green Screen einfach zu sehr ans Herz gewachsen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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