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Green Screen Festival 2016 Ein Traum von einem Blick ins Grüne
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23:00 18.09.2016
Von Cornelia Müller
Chefredakteur Christian Longardt überreichte den von den Kieler Nachrichten gestifteten Preis (beste Story) für „Tiermythen - Im Auge des Löwen" an die Regisseurin Angela Graas-Castor (Mitte), hier mit Dunja Engelbrecht aus ihrem Team. Quelle: Cornelia Müller

Größer, höher, weiter von Jahr zu Jahr? Green Screener sehen das eher familiär. „Neue Höchstzahlen sind nicht wesentlich“, sagt Festivalgründer und Intendant Gerald Grote am Sonnabend vor der Preisgala in der Stadthalle am – grün – illuminierten Eingang. „Vermutlich haben wir auch 2016 Rekorde. Aber es kommt mir auf Qualität und Vernetzung an.“ Da hat der Mann, dessen Markenzeichen neben der zupackenden Art kreative Überraschungsmomente sind, so gut wie alle hinter sich, die an ihm vorbei in den Festsaal strömen. Eingeschlossen diejenigen, die noch aufgeregt fiebern: „Bekommt unser Streifen einen Sandpokal?“

Aus Sand und keineswegs auf Sand gebaut sind die rauen Pokale, ein Segelschiffmodell und der Heinz-Sielmann-Preis, die gleich unter Beifallsstürmen verliehen werden. An der Spitze: der Preis der Stadt Eckernförde für den besten Festivalfilm. Von den 13 von der sechsköpfigen Preisjury der Filmprofis gekürten Streifen wird nochmals der Beste der Besten bestimmt. Die österreichische Filmemacherin Rita Schlamberger, deren Ehemann Kamera führt, darf diesmal über ihn jubeln. Ihr schon beim Sender ORF gezeigter Film „Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen“ verbindet „elegant Wissensgewinn, Ästhetik und die Story über einen Lebensraum, in dem wieder die Natur Regie führt und uns Hoffnung macht“. Laudator Oliver Goetzl spricht mit Rührung aus, worin die Zuschauer wenige Stunden zuvor im stickigen Turnhallenkino geschwelgt haben. Ehrfürchtig verbeugt er sich vor ORF-Ressortleiter Andrew Solomon, der die Künstlerin vertritt. Sie ist beruflich unabkömmlich. Eine Ausnahme.

Preisstifter greifen überzeugt unter die Arme

Das Gros der Akteure versucht spätestens nach der zweiten Teilnahme, sich die fünf Festivaltage von Drehterminen freizuhalten. „Green Screen hat Stellenwert“, bestätigt Filmemacherin Heike Grebe. „Kein Festival in Eckernförde vergeht, ohne dass wir mit neuen Kontakten und Aufträgen abfahren. In unserer Szene muss man sich kennen.“ Zur „grünen“ Familie des Mediums Film zählen nicht nur über 100 Ehrenamtliche und der Förderverein, die das schillernde Event solidarisch schultern. Auch die wachsende Zahl der Stammbesucher gehört dazu. Da rauft man sich eben zusammen, wenn Eckernförde schon im fünften Jahr kein richtiges Kino mehr hat. Bis auf einen kleinen professionellen Vorführsaal und die Stadthalle wird improvisiert in Sachen Spielorte – mit Herzblut und Perfektion. Da greifen auch Preisstifter dem gewichtigen Festival ohne schweres Budget aus Überzeugung unter die Arme, ob lokale Wirtschaft, Zeitungsverlage oder erstmals auch das Land. Die Kieler Nachrichten etwa haben den Preis für die beste Story spendiert: Angela Graas-Castors „Tiermythen – Im Auge des Löwen“ hat ihn verdient.

Am Sonntag schlendern Filmemacher wie Fans nach durchtanzter Galanacht und punkrockigen Klängen von Oliver Goetzl nebst Band wieder entspannt zu den Spielorten. Man lächelt sich bei der Schau der gekrönten Filme zu, taucht kollektiv in Schönheit ebenso wie in publikumsnah aufbereitete Wissenschaft und wachsende Problemfelder der Natur ein. Ist Green Screen 2016 heute echt zu Ende? Ja. Aber wieder hat es neue Botschafter gefunden, die der Natur nun mehr Respekt zollen.

Alle Preisträger

Hier noch einmal alle Gewinner der diesjährigen Preise.

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