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Eine Nacht, die schlauer macht

Green Screen in Kiel Eine Nacht, die schlauer macht

Wissbegierig waren alle. Und Sitzfleisch brachten die rund 350 Besucher der 1. Kieler Nacht des Naturfilms ebenfalls mit. Ab 18 Uhr konnten sie sich im Studio Filmtheater fünf aus insgesamt 13 Filmen mit grünen Themen zusammenstellen und verfolgen.

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Gerald Grothe, Festivalleiter des Green Screen, war am Dienstagabend vom Vorverkauf und dem Besucheransturm auf den Green-Screen-Ableger in Kiel begeistert.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Bis kurz nach Mitternacht waren die allermeisten von ihnen immer noch dabei.

 Gegen 22.30 Uhr saßen Hans-Joachim und Sabine Betghe mit Gaby Schnelle im Foyer des Kinos und diskutierten die Filme. Hans-Joachim Betghe hob „Amerikas Naturwunder – Saguaro“ (20 Uhr) hervor: „Die Bilder aus der Wüste waren einfach beeindruckend.“ Seine Erwartungen und die seiner Frau Sabine von „Invasion der Pflanzen“ (21 Uhr) wurden ebenfalls erfüllt: „Das hatte einen wissenschaftlichen Ansatz, war dadurch sehr interessant.“

 Gaby Schnelle war vor „Tatort Luchswald“ (22 Uhr) aus dem Kinosaal geflüchtet: „Es gab nur noch Stehplätze.“ Auslastung und schwül-warme Luft in den drei Sälen waren selbst für Naturfans eine Herausforderung. Der „Luchswald“-Saal war gerammelt voll, bestätigte Studio-Betreiber Matthias Ehr. „Dann kommt die Klimaanlage an die Leistungsgrenze“, erklärte Kollege Dennis Jahnke. Die Gastgeber waren voll des Lobes für Event und Gäste: „Es ist das erste Mal, dass wir ein solches Festival ausrichten“, erklärt Ehr, „aber dieses Filmhopping funktioniert. Wir werden wohl Wiederholungstäter sein“, stellt er in Aussicht.

 „Mit der richtigen Zeitung im Rücken und einer guten Idee vorneweg kann man alles schaffen“, sagte Festivalleiter Gerald Grote. Die Kieler Nachrichten als Partner hatten Green Screen aus Eckernförde erfolgreich nach Kiel gebracht. „Diese Festivalatmosphäre durch das Selbst-Auswählen, das sollten wir hier unbedingt wiederholen.“ Kiel sei ein gutes Pflaster für Outdoor- und Naturfilme. Grote empfahl auch das Cinemare-Festival vom 18. bis 21. August im Schifffahrtsmuseum.

 Anstrengend bis Mitternacht war dieser Filmmarathon trotzdem. „,Der letzte Raubzug’ über den Mafiahandel mit Elfenbein war sehr eindrücklich“, sagte Dominik Schlapkohl aus Kiel kurz nach 23 Uhr beeindruckt, der sich spontan für den Festivalbesuch entschieden hatte. „Der Besuch dieser Nacht ist für alle Menschen empfehlenswert.“

 Seine Erwartungen an „Kroatiens wilde Flusslandschaft“ (20 Uhr) sah Jürgen Lehmann aus Bordesholm erfüllt, danach ließ er seine Frau entscheiden – und pries ebenfalls die „Invasion der Pflanzen“: „Das war hochspannend. Obwohl es gar keine guten oder bösen Pflanzen gibt. Aber durch den Knöterich sind mittlerweile ganze Wälder ohne Licht“, berichtete er erschrocken. Als Einführung beleuchtete „Passion for Planet“ die Zunft der Naturfilmer, wie Rita Scholz sehr genoss: „Schön zu sehen, dass die Filmer ein Gefühl entwickeln wollen, dass der Mensch Spuren hinterlässt.“

 Auch KN-Chefredakteur Christian Longardt war bis zum Ende dabei, verließ mit Sohn Jonathan (17) erst nach Mitternacht das Kino – ein wenig müde, aber sehr zufrieden. „Das Kieler Publikum hat gesehen, was für großartige Filme Green Screen zu bieten hat“, sagte Longardt, „ich bin mir sicher: Viele Filmnacht-Besucher werden im September auch beim Festival in Eckernförde dabei sein.“

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