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Kritik am Eintrittskonzept an der Hörn

Zumeist positive Kieler-Woche-Bilanz Kritik am Eintrittskonzept an der Hörn

Neun Tage feiern, aber keine Katerstimmung: Zum Abschluss der Kieler Woche haben die Veranstalter eine positive Bilanz gezogen — auch wenn das Wetter mäßig ausfiel. Starker Regen hat am Sonntag den Besucherandrang sichtlich gedämpft. "Fast drei Millionen Menschen feierten in diesem Jahr mit“, sagte Kiels Bürgermeister, Peter Todeskino, wenige Stunden vor dem traditionellen Abschlussfeuerwerk (23 Uhr).

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Dauerregen: Auch um 16 Uhr ist der Rathausplatz in Kiel am Sonntag nur schwach besucht.

Quelle: jan

Kiel. "Wir sind sehr zufrieden“, betonte er, auch wenn die Gästezahl leicht unter der erwarteten Marke von drei Millionen lag. Bei dem eher mäßigen Andrang gerade an den ersten Festtagen habe sicher auch das durchwachsene Wetter eine Rolle gespielt, hieß es. Der letzte Tag der Kieler Woche, traditionell ein starker Besuchermagnet, war völlig verregnet.

Angeführt von der neu gebauten Dreimastbark "Alexander von Humboldt II" fährt am Samstag (23.06.2012) der Schiffskorso mit rund 100 Groß- und Traditionsseglern bei der traditionelle Windjammerparade zur Kieler Woche über die Kieler Förde. Die Parade gilt als der Höhepunkt des Segelfestes, das am Sonntag endet.

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Die Veranstaltung gilt als größtes Sommerfest in Nordeuropa und weltgrößtes Segelereignis. Rund 3500 Regattafahrer aus knapp 40 Ländern waren in diesem Jahr zu den Segelwettbewerben angereist. Die Kieler Woche sei in diesem Jahr 130 Jahre alt geworden — „fast eine alte Tante, die sich aber ziemlich taufrisch präsentiert hat“, sagte Todeskino. Kritisch äußerte er sich zu der Neuerung, dass auf einer der 15 Bühnen von einem privaten Veranstalter Eintritt verlangt wurde. „Wir haben den Eindruck, dass das nicht so erfolgreich war“, meinte er. Todeskino bekräftigte, auf öffentlichen Plätzen bei der Kieler Woche auch 2013 auf jede Form von Eintritt zu verzichten — mit Ausnahme der Freilichtbühne auf der Krusenkoppel.

Zur Kieler Woche 2012 gab es ein buntes Programm mit mehr als 2000 Terminen. Todeskino zählte zu den Höhepunkten etwa den Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck. Er hatte während der Kieler Woche den Weltwirtschaftlichen Preis an den israelisch-amerikanischen Nobelpreisträger Daniel Kahneman, an Finnlands früheren Staatspräsidenten, Martti Ahtisaari, und an den US-Unternehmer Nathan Eagle überreicht. Weitere hochkarätige Gäste waren etwa Weltstar Bob Geldof, Rocklegende Chi Coltrane und Star-Segler Jochen Schümann. Er hatte die Kieler Woche neben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, Torsten Albig (SPD), eröffnet.

Zu den maritimen Höhepunkten gehörte die Windjammerparade am Sonnabend. Bei kräftigem Wind präsentierten sich rund 120 Groß- und Traditionssegler sowie Dampf- und Begleitschiffe auf der Kieler Förde. An der Spitze fuhr die neu gebaute Dreimastbark „Alexander von Humboldt II“, in ihrem Kielwasser etwa Großsegler wie die russische „Mir“ und die „Sedov“. Sie gilt als größter traditioneller Windjammer der Welt. Rund 100 000 Zuschauer beobachteten das rund zweistündige Schauspiel. Albig, der an Bord der „Alex II“ mitfuhr, vermisste allerdings die „Gorch Fock“. Das Segelschulschiff der Deutschen Marine, traditionelles Führungsschiff der Parade, wird noch repariert. Die Gorch Fock werde 2013 aber wieder dabei sein, habe ihm die Deutsche Marine zugesagt, so Albig.

Auch die Marine zeigte sich mit dem Verlauf der Kieler Woche sehr zufrieden. 23 Schiffe aus elf Ländern hatte sie bei der „Open Ship“ präsentiert und damit an drei Nachmittagen 12 500 Besucher angelockt, deutlich mehr als im Vorjahr. Positiv fiel auch die Bilanz der Polizei aus: „Das war insgesamt eine friedliche Woche“, meinte der Sprecher Thomas Bauchrowitz. So sei etwa die Zahl der Körperverletzungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Auch die Zahl der Platzverweise gegen Menschen, die sich aggressiv verhielten, sei im Vergleich zu 2011 gesunken. Allerdings wurden mehr Autos aufgebrochen.

Für den Abschlussabend stand ab 23 Uhr noch das traditionelle Feuerwerk „Sternenzauber über Kiel“ auf dem Programm, ein rund zwanzigminütiges Farb-Spektakel über der Innenförde. Das Schauspiel sollte nach neun Tagen den Schlusspunkt hinter die Kieler Woche setzen.

Kieler Woche 2012 in Zahlen

 ·         Besucherzahl: fast drei Millionen.

 ·        Teilnehmende Nationen: rund 70 Länder.

  ·        Delegationen aus Kiels Partnerstädten und befreundeten Städten: 17 Delegationen aus elf Nationen.

Maritim

 ·       Segeln: 3.500 Seglerinnen und Segler, 36 Nationen, 330 Starts, 32 Disziplinen, 10 Regattabahnen.

·       Windjammerparade: über 100 Großsegler und Segelschiffe sowie 17 Begleitschiffe, rund 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

·       „Open Ship“ der Marine: insgesamt 12.500 Besucherinnen und Besucher.

·       Marineeinheiten: aus elf Nationen.

Kultur

·       Veranstaltungen: über 2.100 Einzelveranstaltungen, darunter 300 Konzerte auf 15 Bühnen.

·       Kleinkunst: 21 Kleinkunstacts mit rund 235 Aufritten.

·       Rathausbühne: 493 Künstlerinnen und Künstler, rund 134 Stunden Programm.

·       Gewaltig leise: rund 11.000 Musikfans besuchten die Freilichtbühne.

·       Junge Bühne Kiel: 82 Einzelveranstaltungen, circa 20.000 Besucherinnen und Besucher.

·       Theater Kiel: Insgesamt über 2.800 Zuschauerinnen und Zuschauer; die Ballett- und Operettengala waren mit jeweils 800 Besucherinnen und Besuchern ausverkauft.

·       Kieler-Woche-Hoftheater: Rund 8.500 Gäste, 62 Künstlerinnen und Künstler.

Sommerfest

·       35. Internationaler Markt: 33 beteiligte Nationen, 30 Kunsthandwerker, 38 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Kulturgruppen aus 25 Ländern.

·       39. Spiellinie: rund 440.000 kleine und große Gäste, für die fremden Welten wurden verarbeitet: 450 Liter Farbe, 1.125 Balken, 12 Tonnen Lehm, 8.000 Spax-Schrauben. Es wurden gespendet: 20 ausgemusterte Satellitenschüsseln für die Weltraumempfangsstation und 36 Sonnenbrillen für Touristengruppen des „Fremde Welten – Reisebüros“.

·       6. Internationale Warsteiner Balloon Sail: Rund 100.000 Besucherinnen und Besucher, über 100 Ballonstarts, 110 Anmeldungen zum „Kieler Woche Oldtimer Korso“.

·       Rathausbesichtigungen mit Turmfahrten: An zehn Tagen fuhren über 3.000 Gäste auf den Rathausturm.

Sicherheit und Organisation

·       Jugendschutzstreifen: 1463 angesprochene Personen, davon 253 alkoholisierte Jugendliche zwischen unter 14 und 17 Jahren (davon waren vier unter 14-Jährige sowie 28 14 bis 15-Jährige alkoholisiert).

·       Feuerwehr und Rettungsdienst: 1035 Versorgungen, 158 Transporte mit Rettungsmitteln.

·       KVG/SFK: 151 eingesetzte Fahrzeuge der KVG mit 302 Fähnchen, KVG fuhr circa 19.000 zusätzliche Kilometer, 91 Extrafahrten der Schwentine- und Fördefährlinie.

·       ABK: 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,  80 Fahrzeuge; Schiermoker: Der Schiermoker sammelte in der Förde über 2 Kubikmeter Müll ein.

·       Plakatierung in und um Kiel und Hamburg: 90 City-Light-Poster, 514 Allgemeinstellen (A1 an Litfasssäule), 44 Busplakate (Eckernförde, Rendsburg, Lübeck, Plön und Kiel), 43 Ganzsäulen.

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