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Sportlicher Umbruch zum 130. Geburtstag

Kieler Woche Sportlicher Umbruch zum 130. Geburtstag

Vier deutsche Siege in den olympischen Klassen standen am Ende der Kieler Woche ebenso zu Buche wie gesunkene Teilnehmerzahlen. 2013 wird die weltgrößte Regatta-Serie mit einem neuen Organisationschef Teil einer neu gegründeten Segel-Europa-Serie sein.

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Kieler Woche 2012, Internationale Regatten: Jan van der Bank (Contender) hat Spaß.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Einbruch, Umbruch und Aufbruch: 130 Jahre nach ihrer Premiere segelt die Kieler Woche auf zu neuen Ufern. Die weltgrößte Regatta-Serie startet mit gesunkenen Teilnehmerzahlen im Rücken, einem neuen Regatta-Chef für 2013 im Gepäck und vielen neuen Ideen in die Zukunft. Für den Teilnehmerschwund — 2012 waren es bei 3500 Startern rund 1000 weniger als im vergangenen Jahr — sind vor allem die unbeständige Klassenpolitik des Weltsegler-Verbandes (ISAF), aber auch die zeitliche Nähe zu der bevorstehenden olympischen Regatta vor Weymouth in England verantwortlich.

Angeführt von der neu gebauten Dreimastbark "Alexander von Humboldt II" fährt am Samstag (23.06.2012) der Schiffskorso mit rund 100 Groß- und Traditionsseglern bei der traditionelle Windjammerparade zur Kieler Woche über die Kieler Förde. Die Parade gilt als der Höhepunkt des Segelfestes, das am Sonntag endet.

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Der nach 26 Jahren scheidende Organisationschef Jobst Richter sagte: „Die ISAF hat mehr als einmal unsere Pläne durchkreuzt.“ So lag der Weltcup im Olympia-Revier zwei Wochen vor der Kieler Woche mit ihrem fixierten Austragungszeitraum in der letzten Juni-Woche zu dicht an der weltgrößten Regatta in Norddeutschland. Folge: Nur wenige internationale Olympia-Starter kamen diesmal nach Kiel.
Dadurch hatten einige deutsche Starter ein leichtes Heimspiel. Lasersegler Philipp Buhl aus Sonthofen, die Olympia-Starter Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel) im 49er und Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München) in der 470er-Klasse sowie die Nachwuchs-Crew Annika Bochmann/Elisabeth Panuschka (Berlin/470er) gewannen vier der insgesamt nur sechs ausgeschriebenen Titel in olympischen Klassen.
Drei aussterbende olympische Disziplinen — Surfen für Männer und Frauen sowie das Match Race für Frauen — konnten mangels Masse gar nicht ausgesegelt werden. „Die ISAF hat für die Olympischen Spiele 2016 40 Prozent des olympischen Programms verändert. Das bedeutet einen gewaltigen Umbruch für alle Beteiligten“, stellte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner fest.
Dennoch bleibt die Kieler Woche, die 2012 vorerst zum letzten Mal Gastgeberin eines Weltcup-Finales war, die weltgrößte Regatta-Serie. 2013 Jahr wird sie Teil einer neu gegründeten Europa-Serie sein. Schon in diesem Jahr hatten die Veranstalter blitzschnell auf die erst im Mai für 2016 neu eingeführten Olympia-Disziplinen reagiert und das Kiten als Demonstrations-Sport aufgenommen. „Die Kieler Woche ist die innovativste Regatta der Welt“, betonte Richter.
In der nicht olympischen Kieler-Woche-Hälfte machte Seriensieger Wolfgang Hunger im 505er einmal mehr Jagd auf seinen Fabelrekord: Der neunmalige Weltmeister nahm mit Vorschoter Julien Kleiner Kurs auf seinen 20. Kieler-Woche-Sieg — und lag vor dem Finaltag vorn: „Früher habe ich meine Siege hier nicht gezählt, aber mit der Zeit sind sie mir doch ans Herz gewachsen.“ Auf der Seebahn sahen die Starter in den großen Yachten meistens rot: Jochen Schümanns Profi-Crew auf der rot-weißen „All4One“ gewann alle Wettfahrten, an denen sie teilnahm.
Die Kieler Woche 2013 findet vom 22. bis zum 30. Juni statt. Neuer Organisationsleiter ist dann der olympisch erfahrene Mönkeberger Unternehmensberater Peter Ramcke. Sein Ziel: „Ich möchte mit unserem Team von rund 350 größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern die weltweite Vorrangstellung der Kieler Woche weiter ausbauen.“

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