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„Hier muss man ein bisschen verrückt sein“

Kieler Woche in Schilksee „Hier muss man ein bisschen verrückt sein“

Morgens früh um Sechs beginnt für Achim Bichel und seine Kollegen in der Abteilung 55 in Schilksee der lange Arbeitstag. Der Haustechniker ist die gute Seele des 85 000 Quadratmeter großen Areals mit 7000 Quadratmetern Gebäudefläche, das sich während der Kieler Woche in ein turbulentes Seglerdorf verwandelt.

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Achim Bichel in seinem „Büro“: Im roten Container in der Bootshalle findet sich alles was der Schilkseer Haustechniker so braucht.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Man muss hier schon ein bisschen verrückt sein, aber dann ist es der beste Job, den es überhaupt gibt“ ist Bichel überzeugt und wird von seiner Chefin Claudia Jürgens liebevoll charakterisiert.„Achim, der gehört hier ja schon zum Inventar und hat alles im Griff“, sagt Jürgens und lacht. Auf ihren Haustechniker kann sich die Chefin der Abteilung 55 verlassen. Er wirbelt gerade durch seine 21. Kieler Woche und ist immer noch so begeistert wie am ersten Tag.

 Journalisten, Fotografen, die Schausteller, Sportler und die Wettkampfleitung sind für die Abteilung 55 die Veranstaltungsfamilie und der möchten es Bichel und seine Kollegen so schön wie möglich machen. Hier eine Leiter, dort ein zusätzlicher Tisch: „Es ist doch besser, man lässt mal Fünfe gerade sein, und dafür sind alle zufrieden“, lautet Bichels Devise.

 „Die Duschräume sind von 6 bis 9.30 Uhr geöffnet, also beginnen wir morgens mit einem Blick, ob dort alles in Ordnung ist. Dann geht es rüber auf den Behelfszeltplatz, um zu schauen, wie die Nacht verlaufen ist und ob die Abstände zu den Brandgassen hinhauen“, zählt Bichel auf. Er muss die Lüftung und Heizung für den gesamten Bereich, die Klubräume und die Vaasahalle kontrollieren.

 „Danach treffen wir uns dann, und es gibt mal einen kleinen Schluck Kaffee“, erzählt der 63-jährige Techniker, bevor es weitergeht. Regattahaus, Pressezentrum, das Haus der Athleten und die vermieteten Räume, rauf auf die Promenade, um zu kontrollieren, wie es dort nach der Nacht aussieht. Dann wird der Fahrstuhl gecheckt, ein Abstecher zu den Mädels in der Information, dann schaut Bichel beim Hafenmeister vorbei. Der Rundgang der Haustechniker ist lang, der Spätdienst endet mit einer Runde durch das Revier um kurz vor Mitternacht.

 „Abwasserprobleme. Die Frage, wo man denn den Schilk-See finden könne. Kinder unterbringen, die keine Unterkunft finden, weil sie zu früh angereist sind. Es ist egal, ob jemand Organisator, Sportler oder Besucher ist. Wer ein Problem hat, der meldet sich immer erst bei uns. Und toi toi toi, wir haben noch nie ein Problem ungelöst gelassen, egal was es ist“, freut sich Achim Bichel.

 „Wir alle freuen uns, wenn wir am kommenden Sonntag den frühen Abend zu fassen haben. Wenn wir dann Feierabend haben und bei einem Glas Wein sagen können, ja das hat geklappt, dann merkt man, dass in unserer Abteilung nur Kieler-Woche-Junkies arbeiten“, so Achim Bichel.

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