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Kieler Woche 2015 Bekannte Namen locken an die Bühnen
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15:41 22.06.2015
Von Kai-Peter Boysen
Achim Reichel begeisterte auf der Kieler Woche und war Produzent der Mittelalterband Ougenweide, in der auch Axel Prahl mal musiziert hat. Quelle: Frank Peter

Vor der Hörnbühne, die heute Radio Nora gehört, ist der Andrang kurz vor 19 Uhr noch sehr zurückhaltend, doch als die Ansage „Am Anfang war die Nussecke…“ ertönt, strömen die Pilger doch auf den Platz, um das „Schlagerunser“ zu empfangen. Guildo Horn und die Orthopädischen Strümpfe, das heißt schrille Kostümierung und das verrockte Bekenntnis „Ich find Schlager toll“, die Hornsche Variante von „I Love Rock`n Roll“. Plateauschuhe, lila Anzug, eine Art Frisur, das ist Guildo Horn, Verwalter des Schlagererbes wie „Wunder gibt es immer wieder“, „Griechischer Wein“ oder „Mendocino“. Die Texte sind bekannt, ob man mit der Hitparade aufgewachsen ist oder nicht. Guildo animiert das Publikum zum Klatschen und Singen, dem es so nach und nach Folge leistet.

Aufbruch Richtung Rathausplatz, Fahrrad strategisch günstig abstellen, Eintauchen in den Menschenstrom in der Holstenstrasse. Am Asmus-Bremer-Platz mauern die Partyprofis von United Four gerade „Another Brick In The Wall“, weiter mitfließen Richtung Rathausbühne.

Dort geht dann nichts mehr, Axel Prahl hat angeglast und verfolgt noch die ersten Töne von Achim Reichel, der übrigens Produzent der Mittelalterband Ougenweide war, in der auch Axel Prahl mal musiziert hat. „Dolles Ding“ kann man sagen, und so heißt auch der erste Song von Achim Reichel, der mit einem „Na, wie isset?“ die Befindlichkeit der riesigen Menschenmenge geprüft hat. „Mama, woher kennt man den?“ fragt ein Teenie. Tja, was  soll man da sagen? „Von den Rattles“ dürfte keine befriedigende Auskunft sein, vielleicht fällt bei „Aloha Heja He“ der Groschen. Vor der Bühne steht ein junger Mann und übersetzt die ersten Reichel-Songs wie „Der Spieler“ in Gebärdensprache.

Jetzt ist sie also so richtig eröffnet, die 121. Kieler Woche, und alles, was Feierabend, Wochenende, Urlaub oder noch sonstige Freizeitkapazitäten hat, scheint an diesem Sonnabend auf den Beinen zu sein. Bestes Wetter und bekannte Namen wie Guildo Horn, Achim Reichel oder Axel Prahl locken die Besucher natürlich auch an die Bühnen, Zeit für einen kleinen Rundgang.

In der Menge sieht man Erwachsene, die sich an den Händen halten, um sich geschlossen irgendwie durchzuschieben, dabei ist auch der jüngste Crowdsurfer der Welt, im Kinderwagen sitzend wird er von den Eltern über die Köpfe der Zuschauer hinweggetragen. Zurück zum Fahrrad, United Four haben gerade die „Cool Kids“ besungen und tauchen jetzt mit „Anita“ ab in die Schlagerwelt, man muss unwillkürlich an Heinz Strunks Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ denken.

Axel Prahl wurde inzwischen per Limousine zur ausverkauften Krusenkoppel chauffiert, im Wagen habe man ihm etwas zu essen gereicht, erzählt er während des Konzerts: „Wahrscheinlich haben die gedacht, ich fall sonst vom Fleisch!“, scherzt der Holsteiner, der mit für ihn bedeutenden Coversongs wie „Summertime“, „With a Little Help From My Friends“ oder Rio Reisers „Übers Meer“ begeistert. Ein glänzender Unterhalter ist er überdies und hat mit dem Inselorchester, allen voran Danny Dziuk, kongeniale Partner.

Schnell noch durch die gefühlt gesamte Kieler Schüler- und Studentenschaft im Slalom Richtung Hoftheater im Hiroshimapark, hier schlägt etwas abseits des Partytrubels die Kieler Band Merlot angenehme Akustiktöne an. Man wiegt sich im Rhythmus, lecker Essen gibt`s obendrein. Gut gestärkt wieder in den Fahrradslalom durch junge Menschen und zunehmend auch Flaschen. Eine funktionierende Klingel, Licht und gute Bremsen sind jetzt unabdingbar. United Four sind inzwischen bei „I Was Made For Loving You“ angekommen, am Bahnhof feiert eine große Menge die Partyband Drive, die Hörnbühne hat inzwischen Lotto King Karl übernommen. Das Feiern geht weiter…

Alle Veranstaltungen zur Kieler Woche 2015 finden Sie hier.

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