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Abheben und schweben

Kieler Woche 2015 Abheben und schweben

Der Muskelkater sitzt tief. Verspannte Schultern, weiche Knie und ein beinharter Bauch sind das Ergebnis eines extrem sportlichen Kieler-Woche-Tests, dem sich unsere Reporterin Gunda Meyer unterzog. Neben der Fitness-Trendsportart Kangoo-Jumps wurde ein Wellenreitsimulator getestet und auf einem Bungee-Trampolin das Fliegen geübt.

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Verspannte Schultern, weiche Knie und ein beinharter Bauch sind das Ergebnis eines extrem sportlichen Kieler-Woche-Tests, dem sich unsere Reporterin Gunda Meyer unterzog.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Im ersten Moment könnte man glauben, ein paar Frauen machen einfach nur Aerobic. Doch was sind das für federnde Schuhe, die die Damen im Musikzelt an den Füßen tragen? „Kangoo Jumps, moderne Sportschuhe mit einem Federungssystem, das besonders schonend für die Gelenke ist“, erklärt Sporttrainerin Melinda Panti vom Kangoo-Club-Holstein. Die gebürtige Ungarin hat den Sport vor einem Jahr mit nach Kiel gebracht und erhält seitdem regen Zulauf.

 Auf den Springschuhen fühle man sich, als würde man schweben. Super, das muss ich ausprobieren. Angezogen fühlen sich die Jump-Schuhe an wie Inline-Skates. Beim Aufstehen wird mir aber schnell klar: Gleichgewichtssinn ist gefragt. Am besten ist, man befindet sich in steter Bewegung und tariert dabei sein Gewicht aus. Nach anfänglicher Unsicherheit ist man schnell beschwingt – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Wie ein Flummi führen die ersten Bewegungen die Kiellinie entlang.

Dann startet Panti ihre Aerobic-Einheit. Seitliche Steps oder die Knie hochziehen funktionieren noch relativ einfach. Richtig anstrengend wird es bei den hohen Sprüngen. Zwischen 30 und 50 Zentimeter schafft man. „Das geht in die Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur, pro Einheit verbrennt man zwischen 600 und 1000 Kalorien“, so die 27-Jährige. Mit durchgewalkten Muskeln geht es zur zweiten Station: Die Citti-Wave im Schloßgarten, einem Wellenreitsimulator auf einer Art Teppichboden. Surf-Vorerfahrungen braucht man nicht zum Ausprobieren: Einfach auf das Brett stellen und los geht’s. In den ersten Runden ist das noch einfach. Die Körperspannung geriet erst aus den Fugen als das Gewicht nach Vorgabe des Trainers verlagert werden sollte. Während neben mir ein zehnjähriges Mädchen mit Leichtigkeit jede Trockenwelle nahm, ähnelten meine Versuche eher in einem Stuntshow-Training, in dem man übt, richtig zu fallen. „Fortgeschrittene können auf dem Brett das Aufstehen üben, richtige Profis sogar Drehungen und Sprünge testen“, erklärt Thomas Eschenlauer, Organisator von Spielmacher-Events.

 Nach so viel Gleichgewicht und Körperbeherrschung sollte das Springen bei der letzten Station nicht mehr das Problem sein: Auf dem Bungee-Trampolin sausen Jung und Alt zwischen den Bäumen des Schlossgartens in die Luft. „Mittig springen, immer an den Gummiseilen festhalten, an denen das Körper-Geschirr befestigt ist, und Spaß haben“, lautet die Anweisung des Trainers.

 Nach den ersten Sprüngen werden die Bänder immer straffer gezogen, sodass man weiter in die Luft getragen wird. Wenn man mit den Füßen nicht mehr das Trampolin erreicht, hängt sich der Trainer an das Geschirr des Springers und gibt damit einen Anschwung, der einem Düsenantrieb gleicht. Ich sah mich schon am anderen Ende der Förde, entschied mich dann aber für eine Rolle rückwärts. Der kurzfristige Gedanke, „I’m like a bird“ zu singen, wurde dann von reißenden Muskeln im Arm torpediert.

Fazit nach drei ganz unterschiedlichen Sportstationen: Viel Spaß, sehr anstrengend, aber die Angebote sind definitiv Highlights, die neben den ganzen Fressbuden und Bühnen Schwung in die Kieler Woche bringen.

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