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Der blanke Rocky Horror

Kieler Woche 2015 Der blanke Rocky Horror

Let’s do the time warp again! Schon eine halbe Stunde vor Beginn der „Rocky Horror Picture Show“ wurden Arme, Beine und Hüften vor der NDR-Bühne am Ostseekai geschwungen. Das Kultevent, das am Sonntag in Form eines Open-Air-Kinos präsentiert wurde, lockte viele eingefleischte Fans an.

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Piehls Showpalast-Ensemble heizte vor der Open-Air-Kinovorführung den Fans kräftig ein.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Die mitgebrachten Spritzpistolen konnten die Besucher allerdings in ihren Taschen lassen, denn kurz vor der Vorstellung begann es zu regnen. Doch das trübte die Stimmung keineswegs: Es wurde Reis geworfen, „boring“ gerufen und getrötet.

Eigentlich erscheint Kai Gerkens immer in Highheels und Strapsen als „Frank N. Furter“ zur Rocky-Horror-Picture-Show. „Vom Kieler Bahnhof war der Weg dann aber doch zu weit zum Ostseekai“, sagt der Flensburger, der gemeinsam mit Katrin Petersen extra zum Open-Air-Kino anreiste. Für die Kieler Woche mussten T-Shirt, Federboa und Schminke sowie der „Happy-Birthday“-Kopfschmuck“ zu Ehren der Geburt von Rocky reichen.

„Wir sind optimal gerüstet“, so Petersen, die bei anderen Shows schon oft als „Columbia“ erschien. Toast, Reis, Gummihandschuhe, Tröte und Feuerzeug sind einige Utensilien, die sie bei den entsprechenden Szenen des Streifens zücken. „Die Musik ist super und die Stimmung bekloppt, aber genau darum geht es“, so Gerkens. Seit über 25 Jahren sind die beiden Flensburger Fans der Klamauk-Show. Katrin Petersen war sogar schon einmal in London zum Musical. „Am besten gefallen hat mir bisher die Aufführung der Horror-Picture Show im Kieler Theater“, so Gerkens.

Auch Matthias Kessal und Frank Pipgras sind Rocky-Horror-Picture-Show-Fans. Für ihre Freunde Lara Meyer und Tim Rose ist es die erste öffentliche Vorstellung. Kessal hat da schon mehr Erfahrung gesammelt. Als er das erste Mal zu einer öffentlichen Vorführung kam, war er noch unvorbereitet. Das könnte ihm heute nicht mehr passieren. Er hat seinen Freunden extra das ausführliche Skript zugeschickt, damit sie sich auf den Abend vorbereiten können: erst lernen, dann feiern. „Es macht einfach Spaß, dass so viele mitmachen“, meint er. Trotzdem: „Um mich als Frank N. Furter zu verkleiden, müsste ich schon noch etwas mehr Bier trinken.“ Daher beschränkt er sich auf knalligen Lippenstift, Luftschlangen und Partyhütchen.

Die 28-jährige Jannike Schulz ist mit Songs des Films groß geworden. Schon als Kind tanzte sie zur Schallplatte ihres Vaters. Den Film durfte sie damals natürlich noch nicht ansehen. Noch heute sind ihr die Lieder unvergesslich im Gedächtnis: „Vor lauter Tanzen zu ,Touch-A, Touch-A, Touch Me’ bin ich gar nicht zum Schminken gekommen“, verrät sie lachend. „Bei so einer Vorstellung kann man einfach mal aus dem Alltag und Konventionen ausbrechen“, erklärt Freundin Pia Lente den Erfolg des Kultfilms.

Von Kerstin Tietgen und Gunda Meyer

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