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Eine Seefahrt, die ist lustig

Kieler Woche 2015 Eine Seefahrt, die ist lustig

Auch wenn es Bindfäden regnet – die Menschen auf Traditionsseglern, Jachten oder Motorbooten auf der Förde sind in allerbester Stimmung. Sie genießen den friedlichen Abend auf dem Wasser abseits vom lauten Trubel und pumpten sich die Lungen voll mit der klaren Seeluft.

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Zu ihrem Geburtstag hat Katherina (Mitte) die Seefahrt von ihrer Mutter Barbara Fey (rechts) als Überraschungsgeschenk bekommen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Klar, dass auch so manches Bier die Kehle herunterrinnt, Häppchen im Magen landen. Aber es ist einfach anders als auf der Kiellinie oder dem Internationalen Markt. Man ist unter sich, als Familie oder mit Freunden unterwegs. Die See verbindet, sie erzeugt freundliche Gesichter bei den Menschen. Auch wer sich mit einem Boot den Besuchern an Land nähert, wird herzlich begrüßt. Ein Report von Bord.

 Sanft schaukelt die „Gib Sea 64“. Seit fünf Jahren fahren Jürgen, Thorsten, Wolfgang und Uwe aus Laboe zur Kieler Woche in die Innenförde und feiern. „Wir haben ordentlich Getränke und Futter mit“, ruft Wolfgang übers Wasser. Sie wollen weiter bis zur Hörnbrücke und langsam die Kiellinie zurück, um sich den Trubel aus der Ferne anzuschauen. „Natürlich bleibt der Skipper immer nüchtern. Und der Regen macht uns gar nichts aus, der gehört doch dazu“, sagt Jürgen noch und legt den Hebel um – gemütlich tuckern sie weiter. Die „Hanne Marie“ kommt auf mit einer strahlenden Katherine. „Ich hab Geburtstag, die Seefahrt ist eine Überraschung für mich“, erzählt die 14-Jährige aus Groß Niendorf. „Der Regen macht uns gar nichts aus, es ist trotzdem wunderschön auf dem Wasser. Deswegen sind wir doch gekommen“, sagt Mutter Barbara Fey. Und schon rauscht die „Hanne Marie“ davon in Richtung Friedrichsorter Meerenge. Gleich ist die „Verandering“ längsseits. Claudia aus Kiel lässt sich den Wind um die Ohren wehen, winkt, ruft, nur Wortfetzen kommen an: „Schön, fahren wieder rein, tolle Fahrt.“ Schnell ist der Traditionssegler davon gedieselt. Mittlerweile haben immer mehr kleine Windjammer an der Blücherbrücke festgemacht, liegen regungslos im Viererpäcken und bieten mit ihrem Mastenwald eine beeindruckende Kulisse. Ganz außen ist die „Albert Johannes“. Schnell kommt man ins Gespräch: „Wir liegen sonst in Rostock und sind gerade mit einer Gruppe von den Stadtwerken reingekommen“, ruft Maik herüber. Was ihm an der Kieler Woche besonders auffällt? „Die vielen betrunkenen Menschen hier. Deswegen nennen wir sie auch die Killer Woche“, sagt er und lacht. Kapitän Heine erzählt schmunzelnd von seinem Eigner: „Der findet die Veranstaltung hier super, weil er viel Geld verdient.“

 Trotz des Schauers ist an Land ordentlich Betrieb: Ein trockenes Plätzchen hat Familie Struve an Bord der „ Loth Lorie“ gefunden. „Wir waren mit unseren Söhnen Tom und Max auf der Krusenkoppel“, erzählen Eltern Anne und Dirk. Das Wetter sei Nebensache. „Wir sind mit den Jungs jeden Tag hier. Aber es ist doch schöner, wenn die Sonne uns streichelt“, sagt Dirk Struve. Direkt an der Kaikante geschützt an einem Tisch mit Dach sitzen fünf Freunde und freuen sich über den Besuch. „Hier ist es hoch und trocken, aber ihr auf dem Boot habt ja auch euren Spaß“, sagt ein Kieler. Sie haben schon einige Getränke probiert. Die Damen sind beim Aperol Spritz angekommen, die Herren stemmen ihre Biergläser. „Wir feiern unseren Feierabend. Das ist bestimmt nicht die letzte Station“, sagen sie lachend.

 In der Ferne zieht der Kreuzfahrer „Costa Pacifica“ vorbei, die Passagiere winken. Hinter einer Bude kommt ein Hund hervor, stellt die Vorderpfoten auf den Betonrand, guckt sich die Szenerie an und legt sich hin. Er will bestimmt seine Ruhe haben.

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Kieler Woche 2015
Foto: Viele waren neugierig auf den singenden „Tatort“-Star: Jan Josef Liefers auf der NDR-Bühne.

Ganz alleine mit Akustikgitarre eröffnet Jan Josef Liefers sein Konzert mit der verträumten Ballade „Wo gehst du hin?“. Das Kieler Publikum lässt sich auf diesen sanften Einstieg ein, nickt mit dem Kopf, wippt und lässt sich von seiner warmen, erzählerhaften Stimme in den Bann ziehen. Für einen herbstlichen Montagabend ist der Platz vor der NDR-Bühne ganz gut gefüllt.

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