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Hochschulen sind ein Jungbrunnen

Kieler Woche 2015 Hochschulen sind ein Jungbrunnen

Wenn eine Region über Hochschulen verfügt, hat sie ein wichtiges Pfund für die Zukunft in der Hand. Von Forschung, Technologietransfer, kreativen Studierenden und qualifizierten Fachkräften profitieren Städte und Unternehmen gleichermaßen. Dass Kiel diese positive Erfahrung mit seinen Städtepartnern aus neun Ländern teilt, wurde beim internationalen Städteforum der Kieler Woche deutlich.

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Jörg Orlemann (links), Renate Treutel und Robert Vollborn hoben beim internationalen Städteforum die Bedeutung der Hochschulen hervor.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. In Zeiten von Strukturwandel, alternder Bevölkerung und Globalisierung werden frische Ideen, Innovationen und internationale Zusammenarbeit dringender denn je gebraucht. „Ohne Hochschulen geht es nicht“: Mit dieser Feststellung begrüßte Götz Bormann, Vorstandschef der Förde-Sparkasse, als Hausherr die Städtedelegierten zum Austausch über die Bedeutung der Hochschulen für eine Region. Dass sich Kiel mit insgesamt 32000 Studierenden mittlerweile auch als Hochschulstadt begreift, betonte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Er berichtete, wie mühsam es manchmal sein konnte, Forscher und Firmen zusammenzubringen.

 Der Durchbruch kam erst, als sich vor vier Jahren eine Allianz bildete: Stadt, Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Kieler Universität, die Fachhochschule und die Muthesius-Kunsthochschule verabredeten, sich regelmäßig auszutauschen und Ausgründungen aus den Hochschulen zu unterstützen. IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann pries die dadurch gefundene Form der engen Zusammenarbeit durch direkte Gespräche und kurze Wege als „zukunftsweisend“. Klinge banal, sei es aber nicht: Nur so baue man gegenseitiges Vertrauen trotz mancher Meinungsverschiedenheiten auf. Sein Fazit: „Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind starke Partner in einer starken Region.“

 Dieser Aussage stimmten auch die Delegierten zu, die die Konzepte ihrer Städte vorstellten, um sich als Wissenschaftsregion zu profilieren. Der Austausch helfe dabei, voneinander zu lernen, zog Bildungsstadträtin Renate Treutel am Ende der Veranstaltung zufrieden Bilanz. Beeindruckt war sie zum Beispiel von dem Konzept der türkischen Partnerstadt Samsun: Start-up-Unternehmen zahlen dort weniger Steuern und Sozialabgaben. Für die Einstellung von Hochschulabsolventen gibt es Zuschüsse. Auch das polnische Gdynia und schwedische Malmö propagierten den Wert sogenannter weicher Standortfaktoren: Beide Städte versuchen, durch hohe Lebens- und Freizeitqualität Studierende und Lehrkräfte an sich zu binden.

 Gdynia schickt ein Universitätsschiff als Botschafter aufs Wasser, Malmö wandelt sich durch eine „lebhafte, etablierte, aber auch wilde Kulturszene“ vom Industriezentrum zur Kultur- und Medienstadt. Durch Hochschulen werde der Blick in die Zukunft gerichtet, hob auch der stellvertretende Stadtpräsident Robert Vollborn hervor. Oder wie es Orlemann ausdrückte: Hochschulen sind Jungbrunnen.

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