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Ein bunter Tag auf dem Playground

Junge Bühne Kiel Ein bunter Tag auf dem Playground

Der Playground der Jungen Bühne Kiel hatte am vergangenen Wochenende seine Premiere. Zwischen Häkelnadeln, Kostümen, Skatern, Sprayern und kletternden Kindern konnte KN-Mediacamp-Reporterin Christin Jans in eine andere Welt abtauchen. Ein Erfahrungsbericht.

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Im Fotostudio von Kai Kokott auf dem Playground werden die Kleinen ganz groß.

Quelle: KaiKoPhoto

Kiel. „Ameisenscheiße“, ruft Fotograf Kai mir zu. Ich bin als Ziege verkleidet. Damit hatte ich bei meinem diesjährigen Kieler-Woche-Besuch wirklich nicht gerechnet. 

Unter großen Ahornbäumen, versteckt hinter einigen Bauzäunen, betrete ich eine völlig eigene Welt. Der Playground liegt etwas abseits vom Trubel der Kieler Woche zwischen bunten Zelten und liebevoll gestalteten Accessoires im Ratsdienergarten. Die Zeit, die „draußen“ herrscht, scheint hier nicht zu existieren. Mein Alltagsstress legt sich. Die Luft prickelt vor positiver Energie, die Menschen sind offen. Ich fühle mich willkommen.

In Kooperation mit dem Kieler Woche Büro, dem Kieler Jugendring und den Jungen- und Mädchentreffs der Stadt Kiel entstand in diesem Jahr eine Spielwiese, die speziell auf die Bedürfnisse der Kinder im Alter zwischen zehn bis 17 Jahren eingeht. In einer Umfrage wurde die Zielgruppe direkt nach ihrer Meinung gefragt: „Was fehlt euch auf der Kieler Woche? Was wünscht ihr euch für Aktionen?“ „Sportliche und kreative Angebote“, war die klare Antwort. 

Genug Anlass für Arne Eichberg, Koordinator des Projekts, aktiv zu werden. „Ich habe so schöne Kindheitserinnerungen an die Kieler Woche, überall gab es etwas, worüber man Staunen konnte, alles war bunt. Heute scheint die Kieler Woche fest in Sponsorenhänden zu sein und von der Hörn bis nach Schilksee sieht man die gleichen Bier- und Wurststände. Das geht auch anders!"

Der Kieler Jugendring kontaktierte befreundete Vereine, soziale Projekte und Organisationen, wurde weitergeleitet, bekam Resonanz. Und zwar durchgehend positive. Unter dem Motto „Urban Arts“ reicht das Angebot auf dem Playground dieses Jahr vom Styling- & Fotoatelier, über Klettern und Guerilla Knitting bis hin zu Gaming, Comic- und Graffiti-Workshops. In dem bunten Treiben gibt es allerdings auch Raum für Ruhe: Wer möchte, kann einfach in der Leselounge zu Tee und guter Musik entspannen.

Auf meinem Rundgang über den Playground begegne ich der zehnjährigen Alessia, die sich mit Hilfe von Kostümen aus dem Kieler Theaterfundus in eine echte Prinzessin verwandelt. Und ehe ich mich versehe, finde auch ich mich in einem Ziegenkostüm wieder. Neben mir ein Oktopus und ein Engel-ähnliches Wesen mit Zylinder. „Warum auch nicht?“, denke ich mir. Schließlich geht es hier ums Ausprobieren.
Damit die Verwandlungen Stand halten, verewigt der Kieler Fotograf Kai Kokott uns mit seiner Kamera in einem professionellen Fotostudio. Nach dem Shooting komme ich mit Alessia ins Gespräch. „Das Angebot für Kinder ist jetzt besser“, erzählt sie mir mit einem strahlenden Lächeln. Besonders gefallen mir auch die gehäkelten Stühle und Bilder, die finde ich schön“.

Ein besonderes Anliegen der Veranstalter ist auch der Austausch der verschiedenen Kulturen. Denn nicht Englisch ist hier die Weltsprache - es ist das gemeinsame agieren.
Menschen, die im Alltag nicht miteinander in Kontakt treten würden, fassen sich hier an den Händen und tanzen miteinander. Herkunft, Aussehen, Religion – völlig egal. Auf dem Playground werden sie eins. Arne Eichberg betont: „Ich habe das Gefühl, dass wir den Kieler Woche Spirit retten können, wir können etwas bewegen - etwas verändern“

Auf einer Skate-Rampe kurvt ein kleines Mädchen schon wie ein Profi. „Ich finde es gut, dass es das hier gibt.“, erzählt mir die siebenjährige Marie mit einem kecken Augenzwinkern. Den Playground besucht sie heute schon zum zweiten Mal, mit dem Kinder- und Jugendzirkus Beppolino ist sie sogar schon aufgetreten. Vor dessen Zelt begegne ich auch Leon. Er gehört mit seinen dreizehn Jahren schon zu den großen Besuchern des Playgrounds. Für die Angebote auf der Krusenkoppel ist er bereits zu alt, doch „wer will schon alkoholisiert zwischen den Konzerten herumlungern?“ „Ich kann's nur empfehlen, hier her zu kommen“, erzählt Leon weiter. „Man kann hier wirklich Spaß haben.“

Der Playground öffnet noch ein weiteres Mal seine Türen: Am 27. und 28.06 von 12 bis 18 Uhr!

Von Christin Jans

Die zehnjährige Alessia verwandelt sich auf dem Playground der Jungen Bühne, dank der Kostüme aus dem Kieler Theaterfundus, in eine kleine Prinzessin. (Foto: Clemens Steinberg)

Für die siebenjährige Marie ist Skaten das Größte - sie tobt sich auf der Skaterampe des Playgrounds aus. (Foto: Clemens Steinberg)

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Playground Kieler Woche
Foto: Burkhardt Richard und Arne Eichberg haben für die Wochenenden einen großen Spielplatz für Jugendliche organisiert.

Coole Wochenenden während der Kieler Woche für junge Menschen zwischen zehn und 18 Jahren bietet der Kieler Jugendring im Ratsdienergarten an. Auf dem Playground können die der Krusenkoppel entwachsenen Kinder und Jugendlichen an zahlreichen Workshops teilnehmen und so die Kieler Woche aktiv erleben.

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