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Ein kreativer Spielplatz

Junge Bühne Kiel Ein kreativer Spielplatz

Direkt neben der Jungen Bühne, umrandet von Bauzäunen der „Playground“. Dieser „Spielplatz“ hat wenig mit Sandkasten und Förmchen zu tun sondern ist Schauplatz für ein Kulturfeuerwerk.

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Ein bunter Tag auf dem Playground

Auf dem Playground sollen junge Menschen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Quelle: Clemens Steinberg

Kiel. Hier ist alles, was die Jugend interessieren könnte unter der Überschrift „Urban Arts“ – Sprayer, Skater, Guerilla Knitting, Tänzer, Kostüme, Fotos, Up Cycling und Workouts. Arne Eichberg, der das Projekt mit Leben gefüllt hat, mache das aus Liebe, für Jugendliche, für die es sonst keinen wirklichen Platz auf der Kieler Woche gibt. „Liebe für Geist, für Kreativität, für Freude. Überhaupt für Menschen, die sich für irgendetwas interessieren. Ich liebe es, wenn Kinder herkommen und die Augen beginnen zu leuchten. Und nicht, weil sie irgendetwas konsumieren dürfen, sondern weil sie was machen können.“

Auch wenn die Szenen, die hier präsentiert werden, teilweise grundverschieden sind, findet man doch mindestens zwei gemeinsame Nenner. Kreativität und Ausdruck, die sind das A und O auf dem Playground. Denn Kreativität bedeutet, so Arne: „Die Schönheit, oder eben Hässlichkeit, die du in dir trägst, nach draußen zu übersetzen, irgendwohin, in die reale Welt.“ Deshalb wird hier auch der Ausdruck hoch gehalten, denn: „Was den jungen Menschen wichtiger ist, als alles andere, der Welt zu zeigen, wer sie eigentlich sind. Das bin ich, das sind mein Geist, meine Kunst, meine Kreativität.“ Fragt man den Graffiti-Maler „Wina“, ist Kreativität wichtig „um das Weltbild zu verbreitern und um offen zu sein, denn vor der Wand sind alle gleich.“ An der Rampe steht Skater Helge Bachmann und findet, dass Skaten eine Lebenserfahrung ist. „Man fällt hin und muss wieder aufstehen. Man kriegt nichts geschenkt.“ Beim Upcycling geht es um Nachhaltigkeit, ein Begriff den man auf dem Playground oft hört – nachhaltig schaffen und konsumieren.Aber ist der Playground nachhaltig? Was bleibt, wenn die Kieler Woche vorbei ist? Ein Haufen Wolle, Fotos, vollgesprühte Sperrholzplatten und abgetretener Rasen? „Ich bin ein hoffnungsloser Optimist. Ich habe das Gefühl, wir können Samenkörnchen streuen. Und vielleicht ist der Ein oder Andere dabei, der Wurzeln schlägt und möglichst bizarre Blüten treibt“, sagt Arne dazu – und wenn man sich die Begeisterung der Jugendlichen anschaut, die am vergangenen Wochenende und vielleicht auch dieses kommen werden, mag er damit recht behalten.

Von Hille Norden

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