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Was bewegt einen Poetry-Slamer?

Junge Bühne Kiel Was bewegt einen Poetry-Slamer?

Alle Künstler, die beim Kieler Poetry Slam auf der Jungen Bühne Kiel zu Gast sind, haben bis zu 27 Auftritte im Monat in Städten im gesamten Bundesgebiet. Trotzdem kommt keine Müdigkeit auf.

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Die Slammer im Backstage-Bereich der Jungen Bühne Kiel: Von links - Andy Strauß, Mike McGee, Sebastian 23, Dani Orviz, DJ Nachtfalke, Robin Reithmayr.

Quelle: KaiKoPhoto

Kiel. „Eigentlich ist es ja immer dasselbe, man geht auf eine Bühne, redet fünf Minuten, wird dann entweder Erster oder Letzter oder etwas in der Mitte und vielleicht gewinnt man eine Flasche Whisky. Aber die Leute machen es aus, man lernt ständig neue Menschen kennen. Es wird auch nie langweilig, man lernt Deutschland und die Städte kennen“, sagt Slammer David Friedrich aus Hamburg.

Sie sind Künstler, das sieht man ihnen an, auf ihre unterschiedliche Art und Weise. Der eine mit quietschgelbem Westernmantel, Gummistiefeln und zotteligen Haaren, zwei mit Schiebermütze und jugendlicher Ausstrahlung. Der Amerikaner Mighty Mike McGee, Weltmeister im Poetry Slam, mit viel Bart und dicker Brille, auf die er zwei zusätzliche Augen geklebt hat, der Österreicher mit zufriedenem Grinsen und Limo in der Hand.

So unterschiedlich wie die Slammer in Sprache, Herkunft und Alter sind, sind auch ihre Texte. Der eine füllt die Show mit vielen Pausen, der andere spricht so schnell, dass man gar nicht hinterherkommt. Was sie gemeinsam haben? Sie stehen auf der selben Bühne. Warum? Der eine für das Freibier, der nächste kann es einfach nicht mehr lassen und ein anderer aus purer Begeisterung für Slam. Angefangen haben sie alle, weil sie eine Bühne für ihre Gedanken und Worte brauchten. Aber keine Lesebühne, sondern eine, die einem mehr erlaubt. „Man kriegt Literatur nicht nur vorgelesen, sondern präsentiert, als eine Mischform von Theater und Lesung“, erklärt Slammer Sebastian23. Die Texte fangen oft erst im Poetry Slam an zu leben. McGee hat als Stand-Up-Comedian begonnen, hatte dann Lust auf ernste Texte und fand auf der Slam-Bühne die Möglichkeit, beides zu verbinden. Andy Strauß und Robin Reithmayr sind einfach hingegangen, haben es ausprobiert und sind hängen geblieben. Eines verbindet sie alle: Die Begeisterung und Liebe für Slam tragen sie nach außen, auf der Bühne und im Backstage-Bereich.

Von Hille Norden

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Junge Bühne Kiel
Foto: Andy Strauß: "Ich kränke lieber die Leute, die ich kränken will."

Andy Strauß, großer, dunkler Typ. Braune Augen, darunter Schatten. Die feinen Haare schulterlang, gerade filzig, vor allem am Hinterkopf. Er trägt ein gewollt-unmotiviert aussehendes Stirnband. Sein Bart rahmt schöne, regelmäßige Zähne ein.

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