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Rathaus in voller Blüte

Kieler Woche 2015 Rathaus in voller Blüte

Riesenlauch, Hortensien, Disteln: Das Rathaus ist bereits mit Blumen in den Farben des Kieler-Woche-Plakates geschmückt.

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Kai Koehler (links) und sein Mitarbeiter Hauke Schütt schmückten den Ratssaal bereits vor der offiziellen Eröffnung der Kieler Woche. Als erste konnten am Donnerstag die Gäste des Festakts anlässlich der Städtepartnerschaft Kiel und Gdynia die Dekoration mit dem Motiv des Kieler-Woche-Logos bewundern.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. In diesem Jahr gehört Kai Koehler zu den ersten Kieler-Woche-Akteuren. Der 52-Jährige hat zum fünften Mal hintereinander den Auftrag von der Stadt, den Empfängen im Rathaus mit Gestecken, Blumen und Dekorationen das richtige Kieler-Woche-Ambiente zu verleihen. Für den Floristen aus Molfsee eine tolle Aufgabe mit einer besonderen Herausforderung: Das Logo mit den vielfältigen Blautönen von Türkis bis Violett muss sich in den Blumen wiederfinden, damit die Kieler Woche so richtig aufblühen kann.

 Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten: Fern der Diskussion über das gekürte Logo freut sich Koehler über dessen klare Formen. „Segel und Wellen hatten wir bereits oft. Dieses Logo lässt so viel Interpretationsspielraum.“ Das galt auch für die Blumenkünstler. Am Ende fiel die Wahl auf blau-grüne Hortensien, Riesenlauch mit violetten Blütenköpfen, grüne Flamingoblumen und blaue Disteln. In allen Variationen schmücken sie seit Mittwoch bis zum Abschluss der Kieler Woche die Säle und Flure im historischen Rathaus, damit die Stadt ihre vielen Ehrengäste würdig empfangen kann. Das Gebäude, schwärmt der Florist, habe eine starke Ausstrahlung, etwas Herrschaftliches.

 Da man bekanntlich Blumen sprechen lassen soll, spiegelt sich die Kieler Woche nicht nur mit Würde und Charisma – verkörpert durch Lisianthus in Weiß – sondern auch als maritimes Fest in den 35 bis 40 Gestecken wider. Perlmutt, Muscheln oder Seesterne und sechs sogenannte Balifahnen, die wie ein Segel geformt sind, schmücken die Treppenaufgänge. So manches Blumengefäß kommt wie ein Schiffchen daher.

 Entscheidende Kriterien für die Auswahl der Blumen, die eine Woche vorher beim Lieferanten bestellt wurden, ist ihre Haltbarkeit und ein möglichst geringer Pflegeaufwand während der zehn, elf Tage. Koehler erinnert sich schmunzelnd an seine erste sehr warme Kieler Woche, als er hohe Reagenzgläser mit Callas gefüllt hatte, die nach wenigen Tagen wegfaulten. Ob Hochzeit, Ball oder Kieler Woche – erst 14 Tage vorher können Floristen sich Gedanken über die Arrangements machen, weil erst dann feststeht, welche Pflanzen besonders schön blühen.

Bereits am Mittwoch um 5.30 Uhr rückte Koehler mit seinem Mitarbeiter Hauke Schütt im Rathaus an, um etwa gegen „acht Uhr sozusagen in die Steigeisen zu gehen. Dann werden die Messer gewetzt“, beschreibt er, wie die „Werkstücke“, die Gestecke, bis abends gegen 19 Uhr entstehen. Hier ein Steelgras rein, dort Monsterablätter befestigt. Die Arbeit, sagt Koehler, mache immer wieder viel Spaß. In diesem Jahr hat er das Glück, auch die Verleihung des Weltwirtschaftspreises im Maritim blumig auszustatten. Dabei heißt das Motto, frei vom blauen Kieler-Woche-Logo: „Schlicht, nicht zu verspielt“. Denn es sei ja eine sachliche Veranstaltung in einer anderen Umgebung, so Koehler. Während das Rathaus in einem blauen Blumenmeer versinkt, erblüht der Hotelsaal in Creme und Apricot mit einem Hauch Burgund.

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