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Ein guter Schritt nach vorn

Kieler Woche 2015 - Segeln Ein guter Schritt nach vorn

Der Deutsche Segler-Verband engagierte zu Jahresbeginn den Briten David Howlett als Bundestrainer - mit dem Ziel, 2016 Olympia-Medaillen zu gewinnen. Zur Kieler Woche hatte der 63-Jährige Gelegenheit, einen Großteil des Nationalteams zu beobachten, und zog im Gespräch mit KN-online sein Fazit.

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David Howlett freut sich über die gute Situation im Laser, 49er und 470er der Männer.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Herr Howlett, die deutschen Segler haben zur Kieler Woche vier Goldmedaillen gewonnen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden?

 Man muss natürlich feststellen, dass das Niveau in den einzelnen Feldern zur Kieler Woche in diesem Jahr nicht so hoch war. Aber gerade unsere jungen Mannschaften wie Paul Kohlhoff und Carolina Werner im Nacra17 und Justus Schmidt und Max Boehme im 49er müssen noch das Siegen lernen. Daher war das für sie auch in diesen kleinen Feldern eine sehr wichtige Erfahrung.

  Haben Sie in Ihren ersten Monaten beim DSV die Struktur an Ihre Vorstellungen des Leistungssegelns anpassen können?

 Bevor ich angefangen habe, hatte ich viele Gespräche. Und ich habe ein für mich neues deutsches Wort kennengelernt. Es hieß immer wieder, ich solle den Verband „umkrempeln“. Aber so kurz vor den Spielen braucht es keine Revolution. Ich hoffe, ich habe alle dazu gebracht, ein wenig mehr einig zu sein. Ich bin auf jeden Fall jederzeit für die Segler ansprechbar. Und wir haben auch schon einige gute Schritte gemacht. Die jungen Teams kommen nach vorn.

 

  Wird es in Zukunft noch Veränderungen im Trainerstab geben?

 Im Grundsatz werden wir so bleiben. In einigen Bereichen werden wir uns noch punktuell Unterstützung holen.

 

  Zum Beispiel?

 Wir führen derzeit Gespräche, um einen Leichtathletiktrainer zu verpflichten, und werden da in nächster Zeit etwas vermelden. Es geht nicht nur darum, die konditionellen Voraussetzungen zu verbessern, sondern auch am Gewicht der Crews zu arbeiten. Das sind sehr spezifische Herausforderungen. Zum Beispiel müssen die Vorschoterinnen im 49er FX schwerer sein, im 470er leichter. Das erfordert individuelle Arbeit.

 

  In welchen Klassen sehen Sie sich gut aufgestellt, in welchen besteht Nachholbedarf?

 Jetzt geht es los mit den Ausscheidungen für Olympia, und danach werden wir mehr wissen. Aber im 49er der Männer ist die Situation mit Erik Heil und Thomas Plößel sehr gut. Justus und Max drücken nach vorn. Auch im Laser gibt es zwischen Philipp Buhl und Tobias Schadewaldt eine gute Konkurrenz. Im 49er FX der Frauen hoffen wir darauf, dass es aus einem breiten Feld von fünf guten Teams ein Duo ganz nach vorn schafft. Toni Wilhelm steht bei den Surfern leider allein da und stärkt mit seinen Trainingskooperationen auch die internationale Konkurrenz. Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski haben zuletzt einige gute Regatten im 470er gehabt. Bei den 470er-Frauen geht es hoffentlich noch besser. Die Nacra17-Teams haben einen guten Schritt nach vorn gemacht. Paul und Caro noch mehr als Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann. Olympia in Rio könnte da etwas zu früh kommen. Auch die Laser-Frauen und Finn-Männer sind noch jung und noch nicht unter den ersten 20 in der Welt.

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