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An Bord muss jeder Handgriff sitzen

Kieler Woche 2015 An Bord muss jeder Handgriff sitzen

Sie sind gerade auf Werbetour, die Segler der „Musandam-Oman-Sail“, mit ihrem MOD70-Trimaran aus dem Sultanat Oman. Gesehen hat das imposante Gefährt, das sich seit Beginn der Kieler Woche libellenartig über die Kieler Innenförde bewegt, inzwischen die Mehrheit der Kieler Bevölkerung.

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Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) genießt die Fahrt mit 25 Knoten auf der „Musandam-Oman-Sail“.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Egal wo wie anlegen, wir sind sofort von einer großen Traube Menschen umringt“, erzählt Hochseesegler Boris Herrmann, der gemeinsam mit dem französischen Skipper Sidney Gavinet und der internationalen Besatzung fast den Streckenrekord beim Welcome-Race gebrochen hätte.

Um 9.30 Uhr wurde die Kieler Woche seglerisch eröffnet. Mit dem Welcome Race starteten die ersten Boote zum Auftakt in Richtung Eckernförde. Mit dabei war auch die Musandam-OmanSail, die einen neuen Rekord für die 27,5 Seemeilen jedoch um sieben Minuten verpasste - trotz fürstlicher Mithilfe am Ruder.

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Am Dienstag hatte die Crew einige Interessierte zum Mitfahren auf dem Trimaran eingeladen. Wahrscheinlich aber war Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer an diesem Termin schuld. Im vergangenen Jahr hatte er den Renner kurz besuchen dürfen. Danach machte er im Urlaub seinen Jollenschein und wünschte sich, mehr Zeit auf dem Schiff verbringen zu können. Nun freute er sich, erneut – und dazu noch richtig lange – Zeit an Bord zu bekommen. „Die ,Musandam’ hat zwei Steuer. Im vergangenen Jahr hatte ich das Privileg, auch mal steuern zu dürfen. Dann ist mir aufgefallen, dass man die Steuer auch so einstellen kann wie bei einem Fahrschulauto das Brems- und Gaspedal.“ Danach habe er sich nicht mehr ganz so toll gefühlt, erzählt er von seinen ersten Erfahrungen. Damals schon hatte er Blut geleckt für den Segelsport und das Projekt Olympia 2024.

 Nach einer kurzen Einweisung und der Erkenntnis, dass sich im Prinzip auf dem Trimaran alles betreten lässt, wenn man nur darauf achtet, dass sich die bunten Leinen beim Manöver blitzartig spannen könnten, geht es los. Bei Sonnenschein und einer guten Brise nimmt der Mehrrümpfer in der Innenförde Fahrt auf, gleitet an der Kiellinie entlang und wird Richtung Landeshaus immer schneller. Die Crew kurbelt unter den Rufen von Skipper Sidney Gavinet an riesengroßen Winden, um die Segel zu bewegen. Dann frischt der Wind noch ein wenig auf, und unter Knarren und Knacken legt sich der Trimaran zur Seite. Der Wind braust den Gästen um die Ohren, die Geschwindigkeitsanzeige weist sportliche 25 Knoten aus. Der Trimaran berührt mit nur einer Kufe das Wasser. Der Oberbürgermeister sitzt am Steuer und zieht kräftig an der Pinne, während sich die anderen Gäste in luftiger Höhe an dem gespannten Netz zwischen den Kufen festhalten müssen und den Geschwindigkeitsrausch genießen. Hoch oben auf der Kufe steht plötzlich der Skipper, balanciert herum und schießt mit seinem Handy Erinnerungsfotos von dem Tag. Er ist solche Geschwindigkeiten schließlich gewohnt. Ein paar Mal geht es in der Förde noch auf und ab, bevor die Seetour wegen weiterer Termine des Oberbürgermeisters leider beendet wird.

 „Das waren jetzt 25 Knoten und ganz schön hui – aber der Trimaran schafft bis zu 45 Knoten, das sind etwa 90 Stundenkilometer. Da ist bestimmt keine Zeit für falsche Entscheidungen oder zu langsame Manöver mehr“, sagt Ulf Kämpfer begeistert. Er hofft, auch im kommenden Jahr wieder an Bord gehen zu können.

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Foto: Die 470er-Weltmeister von 2009, Sime Fantela (re.) und Igor Marenic, liegen zur Kieler Woche souverän auf dem ersten Platz.

Geduld war am Dienstag vor Schilksee diejenige Charakter-Eigenschaft, die am meisten gefragt war. Denn erst am Nachmittag ging es auf das Wasser, mit viel Probieren gelangen schließlich bis zu zwei Rennen in den neun olympischen und paralympischen Klassen.

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