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Segler steuern aufs Finale zu

Kieler Woche Segler steuern aufs Finale zu

Die Kieler Woche steuert auf ihr Finale am Sonntag zu, und die Crews haben sich mit einem prallen Segelprogramm am Sonnabend in Position für das Rennen um die Podiumsplätze gebracht.

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Die Crew von Steuermann von Paul Ost (re.) vor dem Spibaum-Manöver

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Organisationsleiter Dirk Ramhorst registrierte einen weiteren „perfekten Tag mit tollen Bildern“. Die lebten auf den Dreiecksbahnen vor Schilksee auch unfreiwillig von der Windjammer-Parade. „Als sich die Parade hinter Friedrichsort auffächerte, steuerten einige Schiffe in die Bahn Hotel und sorgten für Startverschiebung. Mit Einsatz der Wasserschutzpolizei mussten wir uns in Greenpeace-Manier vor die Regattasegler setzen“, berichtete Ramhorst.

Für die 420er stand am Vorschlusstag der große Cut an. Zum Abschluss der Gruppenrennen mussten sich die Mannschaften für die Gold-, Silber- und Bronzegruppe positionieren.  Mit nur einer Mannschaft in den Top-Ten müssen die Deutschen aus der Verfolgerposition angreifen. An der Spitze steht ein irisches Duo mit Peter McCann/Harry Whitaker in der Top-Position.

Hier finden Sie Bilder zum Segeln auf der Kieler Woche am 27. Juni 2015.

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In der zweiten großen Jugendgruppe ging es bereits am Sonnabend in die Finalrennen. Die 29er wurden nach einem Tag mit deutlich mehr Wind als zuvor kräftig durchgemischt. Die Briten Crispin Beaumont/Tom Darling übernahmen die Führungsrolle, die Kiel-Schleswiger Kombination Gwendal Lamay/Luke Willim folgt auf dem dritten Platz.

Am Abschlusstag muss auch Kieler-Woche-Rekordsieger Wolfgang Hunger (Strande) noch nachlegen. In der 505er-Klasse fiel er gemeinsam mit Julien Kleiner auf Rang drei zurück, während die Ex-Europameister Meike Schomäker/Holger Jess (Kiel/Eckernförde) ganz nach vorn segelten, gefolgt von Jörgen Bojsen-Möller, FD-Olympiasieger von 1988, mit seinem Bruder Jacob.

Von der Führung verabschiedet hat sich vorerst der Contender-Segler Max Billerbeck aus Kollmar. Zwei Tage führte er das Feld mit dem amtierenden Europameister Sören Dulong Andreasen (Dänemark) in der Verfolgerrolle an. „Heute war aber nicht mein Tag. Der Wind war zu drehend und ich oft auf der falschen Seite. Meine Bedingungen sind eher leichte Winde, ich arbeite aber daran, auch bei mehr Wind vorn mitzufahren“, berichtete der Bootsbauer, der nun Andreasen und dessen Landsmann Jesper Nielsen vor sich hat.

Aber „Danish Dynamite“ zündete nicht in allen Klassen. Bei den Europes mussten Anna Livbjerg und Anna Munch an Tag drei den Franzosen Sylvain Notonier  ziehen lassen, der sich mit drei Rennsiegen ein Punktepolster für den Sonntag anlegte.

Fast uneinholbar ist der Vorsprung von Shmuel Markhoff/Michael Happich (Frankfurt) im Flying Dutchman auf die Kieler-Woche-Sieger von 2013, Kilian König/Johannes Brack (Hannover). Einen Führungswechsel gab es dagegen im Folkeboot. Die Crew von Siegfried Busse (Kiel) zog an Ulf Kipcke (Kiel) vorbei. Bei den H-Booten bleibt indes Peter Späth (Essen) knapp an der Spitze.

Verschiebungen gab es im großen Feld der J/24. Ian Southworth, einzige britische Crew unter den 37 teilnehmenden Schiffen aus fünf Nationen, steht nun ganz oben. Geschuldet ist das auch den „sieben Eskalationsstufen des Segelns“, wie es der bisher Führende und nun Viertplatzierte, Frank Schönfeldt (Hamburg), beschrieb. „Wir haben mit einem Sieg im ersten Rennen stark angefangen und lagen auch im zweiten gut. Und dann ging es an der Tonne los. 1. Stufe: Da kommt einer. 2. Passt noch. 3. Wird knapp. 4. Wir müssen hinten rum! 5. Das wird nichts mehr! 6. Hat jemand Tape? 7. Wo ist die Versicherungspolice?“ Da geriet die Bierfrage auf dem Weg in den Hafen schon fast zur Nebensache: „Üblicherweise hat man ein Six-Pack mit. Auf der J/24 segeln wir aber zu fünft“, umriss Schönfeldt die Problematik, die in einer internen Diskussion gipfelte, wer am meisten Schuld hat.

Unter Doppelbelastung segelten am Sonnabend die Brüder Helge und Christian Sach (Zarnekau), die erst im Formula18 ihre führende Rolle zementierten und dann vor der Südmole auf ihrem 20-Fuß-Katamaran in die Speed-Challenge startete. „Auf unserer Bahn hatten wir eine super Wettfahrtleitung. Der Kurs war schnell ausgelegt, alles lief reibungslos“, sagte Vorschoter Christian. „Wir freuen uns auf die WM in zwei Wochen vor Kiel.“ Steuermann Helge, der sich vor einem Jahr bei der WM die Hand gebrochen hatte, gab für dieses Mal eine Top-Ten-Platzierung als Ziel aus.

Im Hobie 16 hat Rekord-Europameister Detlef Mohr (Reinbek) seine Zurückhaltung aufgegeben. Mit der Serie 3, 1, 1 steuert er damit auf Kurs Sieg vor Kiel, wo er zuletzt vor drei Jahren triumphiert hatte.

Frauen-Power regiert an der Spitze der gemischten Laser-Klassen. Im Radial liegt die US-Amerikanerin Haddon Hughes vorn, im 4.7 die Berlinerin Julia Büsselberg. Und zu drei weiteren britischen Gesamtführungen kommt es in der OK-Jolle durch Charlie Cumbley, im RS800-Skiff durch Phil Walker/John Mather sowie Ben Schooling im Musto Skiff.

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