15 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Schomäker/Jess entreißen Hunger den Sieg

Kieler Woche 2015 - Segeln Schomäker/Jess entreißen Hunger den Sieg

In einem Duell auf des Messers Schneide, das noch an Land weitergeführt wurde, hat Kieler-Woche-Rekordsieger Wolfgang Hunger seinen 22. Erfolg auf seinem Heimatrevier verpasst. Im 505er musste er sich Meike Schomäker/Holger Jess (Kiel) geschlagen geben.

Voriger Artikel
„Halbtrocken“ räumt auf Seebahn ab
Nächster Artikel
Müssen deutlich sichtbar Flagge zeigen

Boot an Boot auf Bahn Charlie im 505er: Die erstmalige Kieler-Woche-Siegerin Meike Schomäker und ihr Vorschoter Holger Jess liegen in dieser Szene allerdings hinter ihren Konkurrenten Wolfgang Hunger (2.v.r.) und Julien Kleiner.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel.  Mit der Crew um Ulf Kipcke (Neumünster) im Folkeboot sowie den Zarnekauer Brüdern Helge und Christian Sach im F18-Kat gab es unter den acht deutschen Triumphatoren noch zwei weitere aus der Region.

 Bei Kaiserwetter mit Sonnenschein und Wind feierte die Kieler Woche laut Organisationsleiter Dirk Ramhorst einen Abschluss, der eine perfekte Woche noch toppte. In diesen Jubelchor stimmte Meike Schomäker voll ein. „Ein unglaublich gutes Gefühl. Dieser Erfolg steht ganz weit oben in der Liste. Wir haben immer gesagt, der fehlt uns noch. Vor vier Jahren waren wir schon dicht dran, aber da war Wolfgang noch abgezockter“, freute sich die Ex-Europameisterin. Und Holger Jess atmete durch: „Das war eine sehr schwierige Regatta mit wenig Fußvolk, aber Top-Seglern. Der Wind war nicht einfach.“ Nach dem Erfolg an Pfingsten vor Kiel saß das Duo nicht mehr gemeinsam im Boot. „Wir wollten ,ballgeil‘ bleiben, wie man im Fußball sagen würde“, so Jess. Heiß auf den Sieg war aber auch Hunger, der nach der Ankunft an Land noch einen Protest wegen einer Wegerechts-Verletzung einreichte. Der wurde aber letztlich abgewiesen.

Zum Abschluss der Kieler Woche konnte dank beständiger Winder nochmal viel gesegelt werden. Die Entscheidungen fielen dabei teilweise erst im letzten Rennen, bei strahlendem Sonnenschein beobachteten viele Zuschauer das Treiben auf der Förde.

Zur Bildergalerie

 Bei der Partnerklasse auf der Bahn, den Flying Dutchman, erwischten Shmuel Markhoff/Michael Happich (Frankfurt/Edersee) zwar nur einen durchschnittlichen Tag zum Abschluss, konnten aber die Konkurrenz auf Distanz halten.

 Hochspannung bis zum Schluss gab es bei den Katamaranen. Während Detlef Mohr/Karen Wichardt (Reinbek) in einem von Deutschen geprägten Feld der Hobie16 Platz eins verteidigten, gab es im Formula18 ein enges internationales Duell. Die Brüder Helge und Christian Sach (Zarnekau) punkteten schließlich mit einem Abschlussieg gegen die griechisch-schwedische Kombination Dany Paschalidis/Gustaf Dyrssen. „Das war wahnsinnig knapp. Wir sind froh, dass es noch geklappt hat“, freute sich Helge Sach. Die Gegner öffneten den Deutschen mit zwei taktischen Fehlern in den Starts die Tür zum Sieg. Die Sachs fuhren hindurch und kontrollierten die Kontrahenten.

 Aufregung um die Platzierungen hatte es am vorletzten Tag bei den Folkebooten gegeben. Unklarheiten in der Bahn-Anzeige hatten zunächst Ulf Kipcke (Kiel) von der Führungsposition gestürzt. Ein erfolgreicher Protest inklusive Wiedergutmachung hievte ihn wieder auf den Schild, den er dann auch nicht mehr verließ – wenn auch nur mit einem Punkt Vorsprung gegenüber Siegfried Busse (Kiel).

 Als jüngste Siegerin anno 2016 sorgte Julia Büsselberg für einen weiteren deutschen Erfolg. Die 15-Jährige ist zu dieser Saison in den Laser 4.7 umgestiegen und hat gleich in die perfekte Spur gefunden. „Der Wind in den ersten Tagen war top für mich. Ich habe die Dreher ausgenutzt und war schnell unterwegs“, berichtete die Berlinerin.

 Slowenien stand bei den 29ern ganz oben. Peter Lin Janezic/Anze Podlogar segelten mit einem starken Schlussspurt auf Platz eins. Die Deutschen Gwendal Lamay/Luke Willim (Kiel/Schleswig) sicherten sich als Dritte immerhin Bronze. Im steten Wechselspiel an der Spitze der Europes hatte dagegen ein Deutscher das beste Ende für sich: Fabian Kirchhoff vom Dümmersee kam aus der Lauerstellung heraus mit einem Sieg zum Abschluss auf Platz eins. Ebenso knapp ging es bei den H-Booten aus. Hier stand schließlich Peter Zauner (Seeshaupt) an der Spitze.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kieler Woche 2015 - Segeln 2/3