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Andreas Gabalier, nur irgendwie anders

Kieler Woche 2015 Andreas Gabalier, nur irgendwie anders

Einen „mega Abend“ versprach Sänger Ole Specht von der Band Tonbandgerät. Am Mittwochabend stellten sie dem Kieler Woche-Publikum ihr zweites Album „Wenn das Feuerwerk landet“ vor.

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Einen „mega Abend“ versprach Sänger Ole Specht.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Ole Specht und seine Bandkollegen sind im Norden wahrlich keine Unbekannten. Schon vor zwei Jahren spielte Tonbandgerät direkt an der Förde. „Es hat geregnet wie Sau“, erinnerte sich der Sänger. Auch am Mittwochabend hingen dicke Wolken über der NDR-Bühne. „Ich hätte es nicht sagen sollen.“ Vereinzelte Tropfen sollten die Stimmung jedoch nicht vermiesen: „Es fühlt sich an wie ein lauer Sommerabend auf Mallorca.“

Im vergangenen Jahr vertrat Tonbandgerät das Land Schleswig-Holstein beim Bundesvision Song Contest. Die Band fuhr einen mehr als verdienten fünften Platz ein. Für den „derben Support“ bedankte sich Specht noch einmal artig, bevor die Band das Lied „Alles geht“ anstimmte. Zuvor hatte das Publikum schon die „Hirngespenster“ abgefeiert (aus denen der Frontmann übrigens im herrlich norddeutschen Ton gern auch mal ,Hürngespenster’ macht). Spätestens bei diesen Tonband-Hits waren die „50.000 Hände“ in der Luft, um die der Sänger zu Beginn des Konzerts noch bitten musste.

„Mann, seid ihr laut“, lobte der 26-jährige Wuschelkopf die vorderste Reihe – doch schon hinter der ersten Absperrung ließ die Textsicherheit der Zuhörer nach. Das mag daran liegen, dass die neueren Lieder den meisten noch nicht so bekannt sind. Außerdem wirkt die frische Platte im Vergleich zum Debütalbum „Heute ist für immer“ aus dem Frühjahr 2013 doch etwas kantiger und rockiger, gerade in der Live-Version. „Wir haben uns mal geschworen, wir werden nie erwachsen“, heißt es in einer Strophe ihrer aktuellen Single „Sekundenstill“. Ein bisschen gereifter wirkt die Band dennoch. Inzwischen sind sie aus dem Gitarren-Pop-Klischee herausgewachsen.

Passend zur Kieler Woche spielte die Band mit „Ozean“ in ihrer Zugabe noch ein sehr maritimes Lied. Es ist eines ihrer ältesten Stücke. Während die Geschwister Sophia und Isa Poppensieker bewährt an Gitarre und Bass sowie Jakob Sudau am Schlagzeug für Tonbandklang sorgten, griff Ole Specht zum Schifferklavier. „Ich werde ja auch der Andreas Gabalier des Nordens genannt“, scherze der Frontmann und freute sich: „In Kiel bekommt man Applaus dafür, dass man ein Akkordeon um hat.“ Und es war ein verdienter Beifall nach anderthalb Stunden.

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