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Milow: So warm wie eine Sommerbrise

Kieler Woche 2015 Milow: So warm wie eine Sommerbrise

Die Sonnenbrille unter dem glatt rasierten Schädel sieht nicht nur cool aus, am Donnerstag brauchte sie Milow auch. Denn vor ihm, sprich hinter dem vor Menschentrauben platzenden Dancefloor vor der Hörnbühne, geht gerade die Sonne unter – und die Songs des Belgiers gehen auf wie Blüten in einer Sommerbrise.

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Milow auf der Kieler Woche

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Learning To Disappear“ ist dafür vielleicht nicht ganz der passende Text, aber solcher Opener lockt jene, die gerade noch die Wassertreppen bevölkern, näher an die Bühne, um Milows betörender Tenorstimme zu lauschen. „Against The Tide“ passt textlich schon besser, und lässt erste Fan-Wogen hochschlagen. „Zuletzt war ich 2010 in Kiel, wie heute bei der Kieler Woche“, erinnert sich der Barde, der mit eben diesem Lied damals sein Kiel-Debüt gab. Und auch jetzt sich wie der berühmte Wurm in die Ohren bohrt. Jetzt könnte man in der sanften Sommerbrise tanzen, aber Milow schaltet kurz zurück auf Ballade, zu den „Echoes In The Dark“, denen wiederum Gesangskollegin Nina Babet ihre nicht minder zauberhafte Stimme leiht.
 
Doch das Publikum will nicht nur in Milows Songs schwelgen, es will auch schunkeln. „Wind Me Up“ passt dafür, dreht es doch mit elektronisch aufgepeppten Akustikgitarren an jener Feder, die jetzt nicht mehr wie Milows Songs durch die Lüfte schwebt, sondern stramm aufgezogen wird, um etwas wilder abzuschnurren. Im entsprechend aufgedrehten „She Might She Might“ geht’s noch flinker und mitreißender zur Sache, zumal die Gitarren getreu dem darin enthaltenen Countdown abgehen wie eine Rakete. Und das Publikum will auf ihr mitreiten, stimmt in den Refrain von „We Must Be Crazy“ beherzt ein, und aus der sanften Brise wird ein kleiner Sturm, gekrönt von einem glitzernden E-Gitarren-Solo.
 
Perfekte Konzertdramaturgie darf man Milow da nicht zu unrecht unterstellen, denn jetzt hat er das Publikum so weit, dass es auch unaufgefordert richtig mitgeht – bei „Ayo Technology“, Milows erstem großen Hit, auch live an der Hörn besser als das Original von 50 Cent. Jenem Höhepunkt des Konzerts ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Außer dass Milow mit dem (vor Zugaben) abschließenden „You And Me In My Pocket“, in dessen Refrain und der Sommerbrise sich das Publikum selig mitwiegt, selbiges ganz in der Tasche hat. Inklusive Foto vor der Förde-Sommerabend-Kulisse, das sich schon kurz nach dem letzten Akkord auf seiner Facebook-Seite findet und dort voller Lob für das Konzert kommentiert wird.
 

First time back in Kiel since 2010. I really enjoyed tonight's concert, thank you for listening. Crowd pic:

Posted by Milow on Donnerstag, 25. Juni 2015

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