21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Chapeau – Kiel kann Olympia!

Empfang der Kaufmannschaft Chapeau – Kiel kann Olympia!

„Dieser Empfang ist Hut-technisch auf höchstem britischen Niveau“, lobte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig am Mittwoch augenzwinkernd die eleganten Hutkreationen der meist weiblichen Trägerinnen beim traditionellen Empfang der Kieler Kaufmannschaft.

Voriger Artikel
„Hier muss man ein bisschen verrückt sein“
Nächster Artikel
Anastacia wagt und gewinnt

„Eine tolle Gelegenheit, endlich mal wieder Hut zu tragen“: Alice Kriegel, Kirsten Bock, Christin Müggenburg, Silja Höneise und Minna Maarit Glindemann (von links) genossen trotz der herbstlichen Temperaturen den Empfang im Garten des Hotels Kieler Kaufmann.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. „Very British“ war auch das Gesprächsthema Nummer eins unter den rund 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Marine und Kirche: das Wetter. Das mochte nämlich so gar nicht zu den leichten Sommerkleidern und Häppchen im Garten des Hotels Kieler Kaufmann passen. „Frieren Sie schön weiter“, flachste Albig am Ende seines Grußwortes. Wohl wissend, dass ein echter Schleswig-Holsteiner sich durch herbstliche Temperaturen nicht unterkriegen lässt. Und deshalb folgten die Gäste dennoch bestens gelaunt der Aufforderung von Präses Jan-Christoph Kersig: „Nutzen Sie die Chance, Entscheidungsträger zu treffen, bei denen man sonst lange auf einen Termin warten muss.“

 Traditionell drehten sich die Gespräche dabei nicht nur ums Wetter und originelle Kopfbedeckungen, sondern auch um das gemeinsame Thema Wirtschaft – Schwerpunkt Olympia. „Ab jetzt segeln wir gemeinsam und wollen schon während des Empfangs unsere Begeisterung zünden“, appellierte Kersig an Unternehmer und Politiker, möglichst viele öffentlichkeitswirksame Maßnahmen anzustoßen – und zu finanzieren. Auch Torsten Albig hob die „Jahrhundertchance für uns im Norden“ hervor. Die Olympiabewerbung sei ein Projekt für ganz Schleswig-Holstein.

 Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freute sich über eine entspannte zweite Kieler Woche als OB. „Die letzte fühlte sich an wie ein neuntägiges Assessment-Center, bei dem man den Job aber schon hat“, scherzte er. Außer Olympia thematisierte Kämpfer vor allem die vielen baulichen Investitionen für Stadt und Land – vom Ausbau der A7 bis zum Vossloh-Neubau in Suchsdorf. „Die kann Kiel sehr gut gebrauchen.“ Dazu passte auch der Blick auf den neuen Anbau des Kieler Kaufmanns, den Präses Kersig seiner Kaufmannschaft schon am 7. Juli präsentieren möchte.

 Kiels ehemalige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz erschien stilecht mit Strohhut und fühlte sich angesichts vieler bekannter Gesichter wie ein Fisch im Wasser. „Dies ist einer der wenigen Treffpunkte, an denen sich Smalltalk in echte Ergebnisse umwandeln lässt“, lobte Volquartz. Sie ließ es sich nicht nehmen, für ihre sozialen Projekte, zum Beispiel die Schulinitiative Uschi für alleinerziehende Mütter, zu werben. Der Hut stammt noch aus ihrer Amtszeit. „Ich habe zwölf Hüte zu Hause“, verriet sie. Damit war sie nicht allein, denn die meisten weiblichen Gäste mit Kopfbedeckungen waren nicht zum ersten Mal beim Hutempfang und konnten auf einen gewissen Fundus zurückgreifen. „Ich habe meinen Hut aus dem vergangenen Jahr einfach mit einer neuen Blume dekoriert“, erzählte Caroline Toffel, Vorstandsmitglied der Kieler Volksbank. Sie genoss es, Kontakte in einer „völlig anderen Atmosphäre“ zu knüpfen. Friederike Eck war vor allem froh, dass sie neben ihrem pinkfarbenen Fascinator auch an den passenden Schal aus Wolle gedacht hatte. Und Nicolas Prange, ganze vier Monate alt, hielt mit seiner hellblauen Bärenmütze die Fahne der behüteten Herren hoch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kieler Woche 2015 2/3