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Hier lebt die Spiellinie weiter

Kieler Woche Hier lebt die Spiellinie weiter

Es fing alles mit einem Sandkasten an. Dann kam ein Spielhaus dazu, irgendwann noch ein Holzschuppen, eine Hütte für Spielzeug, Zäune und ein großer Aussichtsturm. Familie Voigt aus Fiefbergen verbaut seit 13 Jahren Holz von der Spiellinie im eigenen Garten.

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Das höchste Projekt von Lotte (10, von links), Olli (12), Tobias (7) und Selena Sophie (11) ist das fünfstöckige Baumhaus in Fiefbergen.

Quelle: Sven Janssen

Fiefbergen/Kiel. Seit 13 Jahren verbauen Dietmar Voigt und seine Familie in ihrem Garten in Fiefbergen Holz von der Krusenkoppel. Jedes Jahr am Ende der Kieler Woche können die Werke der Spiellinie gegen eine Spende abgebaut werden. Familie Voigt ist immer mit dabei. „Ich hatte davon damals in der Zeitung gelesen. Das fand ich eine lustige Idee, und bin da einfach mal hingefahren“, erzählt Dietmar Voigt. Eigentlich hatte er vor allem Holz für seinen Vater holen wollen: Der hatte einen Turm im Garten gebaut und suchte nach weiterem Holz. „Aber dann habe ich für mich auch noch was mitgenommen“, erzählt der 43-Jährige.

 Aus dem ersten Holz wollte er einen Sandkasten bauen. „Dann habe ich aber gedacht: Und was ist, wenn es regnet? Und habe deshalb ein Dach darüber gebaut“, sagt der Krankenpfleger. Ein richtiges Spielhaus ist dann daraus geworden – mit einer Rutsche, einer Kletterwand und eben einem Sandkasten. „Wir haben da auch schon mal drin übernachtet“, erzählt Olli Voigt. Zusammen mit seinen zwei jüngeren Geschwistern ist der Zwölfjährige mit den Holzbauten aufgewachsen. Von klein auf haben alle drei mitgeholfen und selbst Bretter zurecht gesägt und festgenagelt. „Passiert ist nie was“, sagt Voigt. Natürlich habe sich mal jemand beim Hämmern auf den Fingern gehauen. „Aber die Schmerzen vergehen ja schnell wieder.“

Hier sehen Sie Fotos aus dem Garten der Familie Voigt. Sie recyclet die Produkte der Spiellinie.

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 Olli baut gerade ganz alleine einen Turm für seinen siebenjährigen Bruder Tobias. Zusammen mit zwei seiner Freunde zimmert er außerdem in einer Eiche im Dorf ein riesiges Baumhaus. „Für ihn ist der Abrisstag auf der Krusenkoppel wichtiger als Weihnachten und Geburtstag“, erzählt sein Vater. In manchen Jahren hat er schon ab Weihnachten die Tage gezählt. „Ich habe sogar schon mal die Sekunden ausgerechnet“, sagt der Zwölfjährige.

 Auch gestern war Familie Voigt wieder auf der Krusenkoppel. In den vergangenen Jahren kamen sie aus Fiefbergen mit einem Trecker samt Anhänger. In diesem Jahr mussten sie das Auto nehmen. Mehrmals fährt Sylvie Voigt dann zwischen Kiel und ihrem Garten hin und her. „Ich glaube ja, das Bauen ist schon so etwas wie eine Sucht“, sagt die 41-Jährige lachend. Seit zehn Jahren sei sie der Meinung, im Garten gebe es inzwischen genug Holz, erzählt ihr Mann augenzwinkernd. Ab und zu würde er auch mit seinen Kindern darüber reden, wann es denn reicht. Eine Antwort finden sie nie. Und so werden die Voigts wohl auch im nächsten Jahr wieder am Ende der Kieler Woche auf die Krusenkoppel fahren, um für Holznachschub in ihrem Garten zu sorgen.

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