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Was Frau und Mann an Bord so brauchen

Kieler Woche 2015 - Segeln Was Frau und Mann an Bord so brauchen

Die Wettbewerbe der Olympischen Klassen enden am Mittwoch. Doch noch heißt es, früh aufstehen, gut frühstücken und rechtzeitig gegen neun Uhr in der Bootshalle des DSV aufschlagen, um mit den Vorbereitungen zu beginnen.

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Nik Willim ist auch beim Rucksackpacken ein Purist.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Genau wie seine Teamkollegen biegt Lasersegler Nik Willim mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken in die Halle ein. Doch was mag da wohl drin sein? Proviant für den Tag? Wechselklamotten?

 „Eigentlich nicht viel“, verrät der junge Segler und packt bereitwillig alle Utensilien aus. Es sind wirklich nicht viele Dinge, die er braucht. Ein kurzer und ein langer Tampen, vier Flaschen mit kohlehydratreichem Saft mit Fruchtgeschmack, eine Brillenetui, Handschuhe und Paketklebeband, um im Fall der Fälle auch auf dem Wasser etwas reparieren zu können. „Wie gesagt, was sollte ich noch mitnehmen? Mehr brauche ich nicht“, ist Nik Willim überzeugt.

 Mit der Tagesplanung läuft es bei Nik so puristisch, wie beim Packen der Bordtasche. „Ich bin so gegen 8.30 Uhr aufgestanden. Das reicht doch“ ,erzählt er. Nach einem Frühstück mit Joghurt, Erdbeeren und Müsli soll das für drei Wettfahrten und ungefähr vier Stunden auf dem Wasser reichen. Den Neoprenanzug und alle Dinge der Ausrüstung müssen die DSV-Athleten nicht hin und her schleppen. Die lagern sowieso in der Halle.

 Ob wohl alle Segler nur so wenige Dinge mit aufs Boot nehmen? Eine zweite Stichprobe lässt vermuten, dass der Satz „Zeig mir deine Tasche, und ich sagt dir, was für ein Mensch du bist“, einen gewissen Wahrheitsgehalt hat.

 Lotta und Jule Görge sind bereits dabei ihren 49er herzurichten, legen aber für den Bordtaschentest eine kleine Pause ein. Die Zwillinge sind schon früh aufgestanden. Zum Frühstück gab es Obst mit einer Menge Samen und Nüssen, Orangensaft und ein Ei.

 Unter den Augen und unzähligen Kommentaren ihrer Teamkollegen breiten die beiden jungen Frauen lachend den Inhalt ihrer Rucksäcke aus.

 „Essen ist nicht so wichtig“, sagt Lotta und räumt die Tasche aus. Handy, Kopfhörer für den Musikgenuss zwischendurch, Sonnenbrille, zwei Etuis zum Wechseln, Cap, Uhr, ein Handtuch und zwei T-Shirts kommen zum Vorschein. Lotta kommt mit zwei großen Flaschen Wasser, in die sie Brausetabletten mit Vitaminen mischen kann aus. Deo, Lippenschutzstift und die Bandage für den verletzten Arm reichen ihr für den Tag auf dem Wasser.

 Bei Zwillingsschwester Jules sieht der Rucksack-Inhalt kleinteiliger aus. Auch sie braucht Sonnenbrille und Etuis, Handy und eine Uhr. Doch sie ist auch die Herrin über die wichtigen Dinge des Duos. Der Schlüssel, Tampen, Sonnencreme, Cuttermesser und mehrere bunte Klebebänder sind wohl für die Rennen wichtig. Im Gegensatz zur Schwester hat Jule aber auch Flip-Flops, Zettel und Block, einen Becher mit Milch, Proteinsnacks, Tomaten, einen Apfel und Möhren eingepackt. Ihr ist das Essen eben wichtiger als Lotta.

 „Außerdem sind wir ja nach dem Segeln noch länger hier in Schilksee“, sagt Jule Görge. Okay, die Flip Flops, die sind nämlich für hinterher und kommen nicht mit aufs Boot.

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