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Kutter kenterte bei Windjammerparade

Kieler Woche 2015 Kutter kenterte bei Windjammerparade

Um Punkt 11 Uhr war es soweit: In einer langen Kette von Segelschiffen setzte sich die Windjammerparade auf der Kieler Förde in Bewegung. Im Anschluss an die Parade kenterte ein Kutter vor Möltenort, elf Menschen mussten gerettet werden.

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Es ist immer wieder ein Spektakel: Die Windjammerparade zur Kieler Woche begeistert Segelexperten und Laien Jahr für Jahr. Rund 100000 Besucher werden dazu erwartet. Vorneweg fährt die „Gorch Fock“.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Anblick großer Segelschiffe lockte zehntausende Zuschauer an die Ufer der Kieler Förde. Masten, Segel und Schiffe bestimmten bis zum späten Nachmittag das Bild zwischen Laboe und Düsternbrook. 

Das maritime Großereignis wurde in diesem Jahr wieder von der „Gorch Fock“ angeführt. Das Segelschulschiff der Marine hatte mit Gästen aus Politik und Militär an Bord kurz nach zehn Uhr von der Tirpitzmole abgelegt und die Führungsposition eingenommen. Dabei setzte die Besatzung einen Teil der Segel. Im Hauptmast der "Gorch Fock" wehte neben der offiziellen Kieler-Woche-Flagge auch die Flagge mit dem Symbol der Olympia-Bewerbung Hamburgs und Kiels. 

Der „Gorch Fock“ folgten dann in dichter Reihenfolge weitere Großsegler und zum Schluss dann Motor- und Dampfschiffe. In diesem Jahr waren 92 Großsegler und zehn Motorschiffe bei Michael Schmidt, dem Hafenkapitän der Stadt Kiel angemeldet worden.  Das sind acht Schiffe weniger als im vergangenen Jahr, als noch 100 Großsegler und 17 Dampf- sowie Motorschiffe an der Parade teilnahmen. Bei den Großseglern fehlten einige bekannte Namen. Die russischen Windjammer „Mir“ und „Kruzenshtern“ sind nicht dabei, die zur Zeit  im russischen Nordmeer zwischen Murmansk und Archangelsk unterwegs sind.   

Die größten Schiffe waren dabei die russische Viermastbark „Sedov“, das polnische Vollschiff „Dar Mlodziezy“  und der in Malta beheimatete Kreuzfahrtsegler „Sea Cloud II“. Die Schiffe waren in sieben Gruppen zusammengefasst worden.  Den Start übernahm wieder die „Gorch Fock“, von der aus um 11 Uhr ein Böllerschuss und einen Leuchtkugel das Signal gaben, nach dem sich die Kolonnen in Bewegung setzten.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck hatte vor dem Startsignal die Förde sperren lassen. Es durften für die Dauer der Parade keine Schiffe in die Kieler Förde einlaufen. Für Aufsehen sorgte dabei das Flusskreuzfahrtschiff "Johannes Brahms", das entgegen der Fahrtrichtung aus der Holtenauer Schleuse kommend kurz vor 11 Uhr plötzlich in die Parade einfuhr. Das Polizeiboot "Staberhuk" begleitete das Kreuzfahrtschiff aus dem Paradefeld zum Ostseekai.  Ebenfalls Für die Absicherung der Schiffe sorgte die Wasserschutzpolizei. Sie hatte extra Boote aus anderen Revieren nach Kiel verlegt.

Es ist immer wieder ein Spektakel: Die Windjammerparade zur Kieler Woche begeistert Segelexperten und Laien Jahr für Jahr. Rund 100.000 Besucher werden dazu erwartet. Vorneweg fährt die „Gorch Fock“.

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Die Polizeiboote sicherten auch den Autotransporter "Main Highway" und die Frachtfähre "Polaris VG", die unmittelbar vor dem Start der Parade noch von der Ostsee auf die Holtenauer Reede zur Schleusenzufahrt gebracht werden mussten.

Segler behindertenWindjammerparade

Einige Segler sorgten dafür, dass sie Windjammerparade zu Beginn ins Stocken geriet. Sie hatten Handelsschiffe im Fahrwasser behindert. Der Autotransporter "Main Highway" konnte so nicht, wie eigentlich geplant, rechtzeitig aus dem Fahrwasser auf die Holtenauer Reede fahren. Der große rote Frachter war umringt von Segelbooten. Einige Segler nahmen im Fahrwasser die Vorfahrt, weshalb der Lotse das große Schiff aus Sicherheitsgründen vor der Parade aufstoppen ließ. Erst nach der Aufforderung durch die WAsserschutzpolizei machten die Segler den Weg frei. Der Frachter konnte das Fahrwasser gerade noch kurz vor der "Gorch Fock" verlassen und in die Schleuse einlaufen.

Kutter kenterte vor Möltenort

Ein mit elf Menschen besetzter Holzkutter kurz nach Ende der Windjammerparade vor Möltenort auf der Kieler Förde gekentert. Alle Insassen wurden jedoch von anderen Booten in der Nähe aufgenommen. Vermutlich hatte eine Windbö gegen 14.30 Uhr das Unglück ausgelöst. Der elf Meter lange Kutter sei aus ungeklärter Ursache plötzlich umgeschlagen und voll Wasser gelaufen. Die Seenotretter schickten sofort den Rettungskreuzer "Vormann Jantzen" mit Höchstfahrt zur Unglücksstelle. Das Polizeiboot "Falshöft" beteiligte sich ebenfalls an der Rettung. Alle elf Insassen wurden innerhalb kürzester Zeit aus dem Wasser gerettet und versorgt, wie die Wasserschutzpolizei Kiel auf Anfrage bestätigte. Der Kutter wurde wieder aufgerichtet und eingeschleppt.

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