15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Nicht ohne meine Grillzange!

48. ADAC-Campingtreffen Nicht ohne meine Grillzange!

Der Geruch von Grillfleisch liegt über dem Platz. In Reih und Glied stehen Wohnwagen fein säuberlich nebeneinander geparkt. Seit Freitagabend haben sie sich wieder an gewohnter Stelle eingefunden und begehen gemeinsam das 48. ADAC-Campingtreffen in Kiel.

Voriger Artikel
Blick in den Sonnabend
Nächster Artikel
Das Schiff der Königin

Auch Dänen kommen gern zum ADAC-Campingtreffen auf die Fläche der Segler-Vereinigung Kiel in der Wik – wie hier (von links) Hans-Kristian Lauritzen, Eric Abrahamsen, Finn Stockbaek, Kaj und Karin Larsen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Zentral am Wasser und doch ziemlich abseits vom Kieler-Woche-Trubel gehört der Parkplatz an der Kösterallee für drei Tage einer ganz eigenen Gruppe Menschen: Sie sind wieder da, die Camper. Ein Wochenende lang, von Freitag bis Sonntag, wachsen die Reisenden aus diversen Ecken Deutschlands und dem Ausland zu einer Nachbarschaft, gar einer Familie zusammen. Immer mit dabei: Würstchen und Grillzange.

Dänen haben kurze Anreise

Nur wenige Meter voneinander entfernt sitzen eine Gruppe Dänen und eine Gruppe aus Nordrhein-Westfalen. Wer hatte die kürzere Anreise? Richtig, die Dänen. Im 14. Jahr in Folge ist Eric Abrahamsen zum Campingtreffen nach Kiel gekommen. „Das ist für uns hier eine Tradition. Zur Kieler Woche packen wir alles zusammen, setzen uns in die Wohnwagen und fahren hier runter“, erzählt er in blendendem Deutsch. „Hier unten“ trifft er sich mit Freunden aus Dänemark, die ihrerseits aus den unterschiedlichsten Regionen des Landes stammen. Abrahamsen kommt von der dänischen Ostsee-Insel Als. Weniger als zwei Stunden hat er nach Kiel gebraucht. Seit 14 Jahren hat der 68-Jährige keine Kieler Woche verpasst. Woher kommt die Begeisterung? „Segeln ist in Dänemark Nationalsport, und da ist für mich, der sich für Segelsport interessiert, die Kieler Woche Pflichtprogramm.“

Für die Camper findet neben dem prallen Programm der Kieler Woche auch vieles auf dem Campingplatz statt. Gemeinsam essen, trinken und feiern. In dem eigens für die Camper bereitgestellten Partyzelt will die Truppe tanzen. „Das ist schon immer wieder lustig“, sagt Kaj Larsen, der gar nicht mehr genau weiß, wie lange er schon dabei ist. „Zehn, vielleicht zwölf Jahre?“ Zu Mittag gibt es bei den Dänen Toastbrot mit Mayo und Shrimps. Campingurlaub eben.

Nordrhein-Westfalen kommen gerne

Eine etwas längere Anreise hatte das Ehepaar Hubert und Maria Marx aus Inden im nordrhein-westfälischen Kreis Düren. Die beiden hatten eine Strecke von gut 550 Kilometern zurückzulegen, bis sie die Kieler Förde erreichten. „Seit 14 Tagen sind wir schon unterwegs“, erzählt Hubert Marx – mit jeder Menge Zwischenstopps, versteht sich. Wo waren Sie denn bereits? „Ha! Überall und nirgendwo“, antwortet Marx verheißungsvoll. Konkret bedeutet „Überall“ unter anderem Lübeck, Bad Schwartau, Kappeln, Rendsburg und am Nord-Ostsee-Kanal. Letzterer hat es dem Rheinländer mit Schnauzbart besonders angetan. „Der Nord-Ostsee-Kanal ist schon etwas Besonderes. Als wir vor 14 Jahren das erste Mal hier oben waren, war ich begeistert.“ Seine Frau nickt zustimmend. „Als wir das erste Mal auf der Kieler Woche waren, haben wir das Versorgungsschiff ,Frankfurt’ gesehen, und da war es um ihn geschehen.“ Am meisten freuen sich die beiden – er ein kleines bisschen mehr als sie – auf die Aktionen rund ums „Open Ship“. Aber Marineschiffe hin oder her, auch Hubert und Maria Marx werden des Abends dem Partyzelt der Camper einen Besuch abstatten. „Ich tanze zwar nicht, aber zur Unterstützung geht man da natürlich schon hin“, so Hubert. „Außerdem habe ich gehört, dass die Würstchen der Dänen besser sind als unsere.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Alev Doğan
Lokalredaktion Kiel/SH

ANZEIGE
Mehr aus Kieler Woche 2016 2/3