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Royal Republic: Königlicher Besuch an der Hörn

Blitz-Kritik Royal Republic: Königlicher Besuch an der Hörn

Royal Republic, die kleinen Könige des Indie-Rocks, ließen mit ihrem neuen Album „Weekend Man“ bereits Wochenendstimmung auf der Kieler Woche aufkommen. Das junge Publikum feierte die vier Schweden ausgelassen, konnte aber auch ganz diszipliniert sein, wie sich zeigte…

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Royal Republic auf der Kieler Woche.

Quelle: Sven Janssen

Der erste Eindruck

Royal Republic sind eine vielseitige Rockband mit besten Live-Qualitäten. Angeführt von Sänger, Gitarrist und unbedingt auch Entertainer Adam Grahn steigern sich die Jungs aus Malmö von Song zu Song. Der leicht angezerrte Garagensound geht immer nach vorn, die Spielfreude hilft auch über kleine Durststrecken hinweg.

Das Programm/Die Musik

Das neue Album „Weekend Man“ hat mit neun Songs den Löwenanteil am Programm. Das quirlig schrammelige „When I See You Dance With Another“ wird gefolgt vom, dem Titel entsprechend, stampfenden “Walk!”, „People Say That I`m Over The Top“ könnte mit seinem schnellen Gitarrenlauf in anderem Sound auch ein Metalsong sein. Ist es aber nicht, Adam trägt ein Sakko zur Elvistolle, dementsprechend ist der Sound poliert, aber nicht glatt. Hits wie das schunkelige „Everybody Wants To Be An Astronaut“, das sehr cool dargebrachte, gestotterte “Baby” und der verschleppte Publikumsfavorit „Full Steam Space Machine“ sind die populären Highlights. Plaudertasche Adam erzählt amüsante Bandanekdoten und mit „Ace Of Spades“ wird auch kurz dem verstorbenen Lemmy Kilmister gehuldigt.

Das Publikum

Der Platz vor der Hörnbühne ist sehr gut gefüllt mit Menschen, die altersmäßig fast durchgängig im Zwanzigerbereich und darunter liegen. Einige versprengte ältere Semester sind dazwischen, aber Royal Republic sind eine Band, die 2010 mit ihrem Debutalbum „We Are The Royal“ erstmals tourte und sich so allmählich vom heißen Geheimtipp zur festen Größe entwickelt hat. Die Jugend feiert ihre Helden, klatscht und singt mit – setzt sich auch quasi widerstandslos nach gestischer Aufforderung hin. „Look, how disciplined they are“ meint der Sänger und erfolgreiche Animateur zu seinen Bandkollegen. Ist aber auch toll, denn nach dem Hinsetzen folgt ja das fröhliche Herumhüpfen. Nettes am Rande: Der jüngste Fan, ein etwa neunjähriger Junge, wird auf die Bühne gebeten, bekommt von Adam dessen Gitarre umgehängt und darf bei „Tommy-Gun“ mitrocken.

Was in Erinnerung bleibt

Royal Republic machen vielseitigen Indie-/Alternative-Rock, schlagen viele Haken, sind sehr tight im Sound und deshalb auch nie langweilig. Adam Grahn spielt mit Rock`n-Roll-Klischees und ist einfach ein sympathischer Typ. Das dringt auch bis in die letzten Reihen.

Fazit

Die „Royals“ wühlen sich so langsam nach oben. 2010 als Support der Donots unterwegs, 2012 dann als Headliner in der Pumpe zu sehen, spielen sie jetzt auf der Hörnbühne zur Kieler Woche. Nach dem etwas schwächeren Album „Save The Nation“ haben sie jetzt mit „Weekend Man“ einen Pool aus dem sie reichlich abwechslungsreiches Livematerial schöpfen können. Und Adam Grahn ist ein guter Typ, aber das wurde hier wohl schon mehrfach erwähnt.

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