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Wenn sich Swing, Jazz und Scherz die Hand reichen

Blitz-Kritik Wenn sich Swing, Jazz und Scherz die Hand reichen

Zur Eröffnung der Kieler Woche zelebrierten Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys bei angenehmen Temperaturen auf der Rathausbühne ein glänzendes Konzert, bei dem sich Swing, Jazz und Scherz in unnachahmlicher Manier die Hand reichten.

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Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys zelebrierten auf der Rathausbühne ein glänzendes Konzert.

Quelle: Frank Peter

Kiel.  

 

Das Programm

Vor etwa einem halben Jahr gastierte das famose Quartett um Schauspieler und Musiker Tukur im ausverkauften Kieler Schloss schon einmal mit ihrem „Let's Misbehave“ - Programm.  Es ist ein tiefe Verbeugung vor der großen Zeit des amerikanischen Jazz und Swing der 1920er und 1930er Jahre. Trotzdem oder gerade deshalb gönnen sich Ulrich Tukur (Gesang, Klavier, Akkordeon), Ulrich Mayer (Gitarre), Günter Märtens (Kontrabass) Kalle Mews (Schlagzeug) so manchen Schabernack mit den Säulenheiligen dieser Ära. Von Cole Porter ( Begin the Beguine)  über Jimmy McHugh ( I Can't Give You Anything But Love, Baby) bis  Glenn Miller ( In The Mood) bieten die vier Herren originelle, zuweilen ironische, manchmal gar alberne aber immer liebevolle und musikalisch bestechende Arrangements. Doch für diesen Abend an der Förde hat sich die Combo auch einige Besonderheiten ausgedacht. Von Tukur schmunzelnd anmoderiert als Komposition eines Sohnes dieser Stadt (also Kiel), wurde etwa das wunderbare Großstadtlied des berühmten in der Schweiz (!) geborenen und später in Berlin wirkenden Komponisten Friedrich Schröder zum Besten gegeben. Und die finale Fassung des Kinderlied-Klassikers Old McDonalds Had A Farm war dermaßen abstrus, lustig und dabei so gut, dass sich das Publikum vor der Bühne zu Begeisterungsstürmen hinreißen ließ.    

          

Das Publikum

Naja, Kieler Woche Eröffnung auf dem traditionell sehr vollen Rathausplatz. Eigentlich alles wie immer. Jung und Alt verbunden durch Windjacken, Pullis über den Schultern, Schirmmützen oder ins Haar gesteckte Sonnenbrillen. Und doch war es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die, die Musik hören wollten, versammelten sich in den Reihen direkt vor der Bühne. Diejenigen, denen der Magen knurrte oder denen dürstete, tummelten sich zwischen den vielen Ständen des internationalen Marktes. Sie plauderten, lachten und genossen Speis und Trank. Wobei die Musik dabei nicht weiter störte, denn zu hören war sie in diesen Regionen des Rathausplatzes sowieso kaum.  

 

Was in Erinnerung bleibt

Die Spielfreude, der Witz und die Energie, mit der es Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys gelang, ihrer Musik, die eigentlich in Tanzbars oder Konzerthallen gehört, in der oft lärmigen, wuseligen und mit allerlei Bratendüften angereicherten Open Air Atmosphäre auf dem internationalen Markt der Kieler Woche ausreichend Gehör zu verschaffen.

 

Fazit

Bratwurst hin, Curry her: Jazz und Swing gehen immer.

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