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20 Yachten auf der Förde waren der Anfang

Kieler Woche Chronik 20 Yachten auf der Förde waren der Anfang

In fünf Tagen fällt der inoffizielle Startschuss zur Kieler Woche 2016. Wie aus einer Regatta von Marineoffizieren mit 20 Yachten 1882 das heute größte Sommerfest im Norden Europas und die weltgrößte Segelregatta geworden ist? Eine Chronologie.

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Dieses Bild von Georg Martin zeigt den Boots-Blumenkorso bei der Kieler Regatta im Jahre 1898: kleine Boote umkreisen die "Hohenzollern".

Quelle: Stadtarchiv

Kiel. Am 23. Juli 1882 trugen Marineoffiziere erstmals eine Segel-Wettfahrt vor Düsternbrook aus. Für damalige Verhältnisse war das Rennen zwischen 20 Yachten ein Großereignis: „Ganz Kiel war auf den Beinen“, schrieben die Kieler Nachrichten damals.

Weil sich die Veranstaltung in der Bevölkerung so großer Beliebtheit erfreute, wurde sie in den Folgejahren wiederholt und zu einer mehrtägigen Regattaserie mit internationaler Beteiligung ausgeweitet. 1889 war Kaiser Wilhelm II. zum ersten Mal Gast bei den Kieler Regatten, die der segelbegeisterte Regent in den Folgejahren jährlich besuchte und förderte. 

Der Name entstand jedoch erst zwölf Jahre nach der ersten Regatta, als die Kieler Nachrichten 1894 in ihrem Bericht von der „Kieler Woche“ sprachen.

Keine Kieler Woche im ersten Weltkrieg

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs gab es zunächst keine Kieler Woche mehr. In den 1920er Jahren setze Kiel dann andere Schwerpunkte: Mit den Herbstwochen für Kunst und Wissenschaft wurden neue Wege beschritten. Die Regatten auf der Förde gab es zwar weiterhin, aber in weitaus geringerem Umfang. Mit dem Nationalsozialismus wurde das renommierte Segelfest zu einer Propagandaveranstaltung umfunktioniert, denn 1936 war Kiel erstmals Olympiastadt.

Neue Akzente mit Septemberwoche

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die erste Kieler Woche 1945 als „Kiel Week“ von der britischen Besatzungsmacht ausgerichtet. Erst 1947 initiierte der damalige Oberbürgermeister Andreas Gayk einen Neuanfang mit einem neuen Konzept: Mit der Septemberwoche „Kiel im Aufbau“ bestimmte er Politik, Kultur, Sport und Volksfest zu den tragenden Säulen der Festwoche, die bis heute wesentliche Bestandteile sind. Später wurde die Festwoche in den Juni gelegt. Seit 1948 wird die Festwoche mit einem eigens kreierten Kieler-Woche-Plakat beworben.

1951 wird der Kultursenat gegründet und die Kieler Woche entwickelte sich zur Begegnungspunkt mit ausländischen Politikern. Zunächst wurde Kontakt zu Oberhäuptern der skandinavischen Länder gepflegt, später dann auch mit Osteuropa. 1973 wurde der Kieler-Woche-Kongress ins Leben gerufen, bei dem offizielle Vertreter aus allen Staaten rund um die Ostsee zusammenkommen.

1972 ist Kiel das zweite Mal Austragungsort für die olympischen Segelwettbewerbe, zu deren Anlass auch die erste, große Windjammerparade (Operation Sail) ins Leben gerufen wurde, die bis heute als fester Bestandteil am letzten Kieler-Woche-Sonnabend  ausgetragen wird.

Nach dem Vorbild der Olympischen Spielstraße wurde zwei Jahre später die Spiellinie ins Programm aufgenommen.

Der internationale Markt mit seinen Leckereien aus aller Herren Länder ist 1978 aus dem „Europäischen Markt“, entstanden, an dem sich damals 20 Nationen beteiligten. 1981 wurde dieser zum „Internationalen Markt“ ausgeweitet und um kunsthandwerkliche Angebote ergänzt.

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