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Ein erhebendes Gefühl auf dem Flyboard

Kieler Woche Ein erhebendes Gefühl auf dem Flyboard

Gar nicht so leicht: KN-Volontär Florian Sötje testete zur Kieler Woche am Bootshafen die neue Funsportart Flyboard. Die ersten Startversuche enden immer mit dem gleichen Geräusch: Platsch!

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 Bei der Kieler Woche testete Florian Sötje das Flyboard.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Das flaue Gefühl im Magen macht sich am Mittwochabend breit. Am nächsten Tag soll ich auf zwei Wasserdüsen stehend durch den Rückstoß eines Jetskis mehrere Meter in die Luft abheben. Flyboard heißt diese neue Funsportart, die Besucher der Kieler Woche am Bootshafen ausprobieren können. 15 Minuten Spaß kosten 60 Euro. Ob es für mich ein Spaß wird, weiß ich noch nicht. Eigentlich meide ich ungeahnte Höhen. Aber diese Herausforderung reizt mich.

Das sind die Bilder vom Flyboard am Bootshafen in Kiel während der Kieler Woche 2016.

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Um 10 Uhr bin ich mit Marcus von Wasserski & Wakeboard Hamburg und Calle von der Firma Lampuga am Bootshafen verabredet, meine Kollegen und Kolleginnen mit Fotoapparat und Videokamera im Schlepptau. Wenn ich mit einem klassischen Bauchklatscher auf der Wasseroberfläche aufschlage, soll es schließlich jeder mitbekommen.

Die erste Herausforderung wartet zunächst an Land: Wie komme ich nur in diesen Neoprenanzug rein? Calle hat mir schon einen in Größe L geliehen. Eigentlich bräuchte ich M, sagt er. Trotzdem komme ich jetzt schon ins Schwitzen. „Gibt’s da einen Trick?“, frage ich. „Schlanker werden“, antwortet Marcus.

Nachdem ich die Weste übergezogen und einen Helm aufgesetzt habe, unterweist er mich kurz: Beine anspannen und durchstrecken, Füße gerade halten, in der Luft Richtungsänderungen mit dem Oberkörper steuern. Klingt nicht schwer.

Wie häufig das Angebot bei der Kieler Woche schon ausprobiert wurde, möchte ich wissen. „Ungefähr von 25 Leuten. Bisher sind alle in die Luft gegangen“, erzählt Marcus. Kein Druck für mich also. Ich schlüpfe in die Schuhe, unter denen die Düsen angebracht sind. Wenn Marcus auf seinem Jetski Gas gibt, schießt dort der Wasserstrahl heraus, der mich in die Luft bringen soll. Zunächst treibt er mich mit dieser Technik durch das Wasser in eine zentrale Position des Bootshafen-Beckens. Nicht zu nah am Jetski, falls ich aus der Luft abstürze. Es kann losgehen.

Die ersten Startversuche enden immer mit dem gleichen Geräusch: Platsch!Meistens komme ich gar nicht richtig aus dem Wasser heraus. Die Düsen drücken mich immer wieder beim Aufstieg nach vorne oder nach hinten. Oft bin ich unter Wasser noch nicht ausbalanciert und habe die Beine angewinkelt, wenn Marcus den Motor seines Jetskis aufheulen lässt. Zwei, drei Minuten geht das so. Entmutigen lasse ich mich nicht. Ich will hier heute abheben.

Der Fachmann schlägt zunächst eine andere Technik für den Start vor. Bäuchlings von den Düsen über das Wasser treiben lassen, ein Hohlkreuz machen und die Beine nach unten drücken. Klappt überhaupt nicht. Doch wieder zurück auf Anfang. Wenn ich das Gefühl habe, unter Wasser in der richtigen Position zu sein, gebe ich Marcus nun ein Zeichen. Und es dauert nicht lange, dann kommt der Moment, in dem alles passt: Die Füße sind gerade ausgerichtet, die Beine durchgestreckt und der Wasserstrahl drückt mich in die Luft. Marcus treibt mich mithilfe des Jetski-Motors immer weiter in die Höhe. In der Luft die Balance zu halten, fällt mir wesentlich leichter, als vom Boden abzuheben.

Ich habe den Dreh raus. Der Start klappt nun häufiger. Ich stehe länger in der Luft, es bleibt Zeit für ein Lächeln in die Kamera oder einen Gruß an die vorbeilaufenden Passanten. Einmal verliere ich mehrere Meter über der Wasseroberfläche das Gleichgewicht. Ein Rückenklatscher par excellence. Kurz schütteln, weiter geht’s. Das Gefühl, in der Luft zu stehen, ist einfach zu schön. Nach 15 Minuten verlassen mich langsam die Kräfte. Ein letztes Mal starte ich senkrecht in die Höhe, die Kieler Innenstadt und den Rathausturm im Hintergrund. Aller Anfang war schwer, aber am Ende kann ich jedem nur eines raten: unbedingt ausprobieren!

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