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Erstmals 22000 Passagiere abgefertigt

Hafen Kiel Erstmals 22000 Passagiere abgefertigt

Der Kieler Hafen hat am Sonnabend erstmals in seiner Geschichte sieben Kreuzfahrtschiffe an einem Tag abgefertigt. Fünf Hochseeschiffe und zwei Flusskreuzfahrer machten an fünf verschiedenen Plätzen zwischen Ostuferhafen und Hörnbrücke fest.

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 Einen prächtigen Anblick boten die Kreuzfahrer auf der Kieler Förde.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Ein ganz besonderes Bild gab es dabei an der Hörnbrücke. Erstmals seit über sieben Jahren machte dort am alten Bollhörnkai mit der „Aidavita“ wieder ein Kreuzfahrtschiff fest. Es war eine Ausnahme, da alle anderen Liegeplätze belegt waren. Deshalb wurde der Containerumschlag der Stena Line für einen Tag vom Bollhörnkai zum Schwedenkai verlegt. Der Bollhörnkai ist aber historischer Kreuzfahrtboden in Kiel.  „Es ist genau der Platz, wo ich vor vielen Jahren erstmals mit der damaligen ‚Aidablu‘  in Kiel festgemacht habe“, freute sich Hajo Müller, Kapitän der 203 Meter langen „Aidavita“. Überhaupt freute sich der Rostocker wieder auf die Zeit in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. „Kiel ist für uns ein sehr guter Hafen. Hier kommt man sehr gut rein, und dieser Liegeplatz direkt am Bahnhof ist topp“, so Müller bei einem Empfang an Bord. Grund für die kleine Feier war aber nicht der erste Siebenfachanlauf in Kiel. „Das hier ist exakt der Liegeplatz, an dem vor 20 Jahren die erste ,Aida' in Kiel festgemacht hat“, sagte Hafenchef Dirk Claus. „Genau. Das war damals einen Tag nach der Taufe der erste Hafen für uns. Heute fährt die ,Aida' bei uns als ‚Aidacara‘ und kommt im nächsten Jahr wieder nach Kiel“, ergänzte Martina Reuter von der Reederei.

Die Verbindungen zwischen dem Seehafen Kiel und dem heutigen Marktführer bei Kreuzfahrten sind heute enger denn je. Erstmals werden in diesem Jahr drei Schiffe der Rostocker Reederei 51 Besuche in Kiel absolvieren. So viele wie noch nie. Insgesamt haben die Schiffe mit dem Kussmund und den großen Augen am Bug in Kiel bereits über 250 Besuche absolviert. Das Schiff mit den meisten Anläufen war dabei die „Ur-Aida“. Die „Aidacara“ kam 145 Mal in die Landeshauptstadt. Sie kann 2017 als erstes Kreuzfahrtschiff in Kiel die Marke von 150 Besuchen reißen.

Am Sonnabend wurde aber erst einmal die Marke von 250 Anläufen durch die Kussmundkreuzer gefeiert. Bürgermeister Peter Todeskino war trotz vollem Kieler-Woche-Kalender persönlich an Bord gekommen und übergab Kapitän Hajo Müller einen handgeschmiedeten und gravierten Poller vom Seehafen Kiel. „Wir freuen uns über die Kreuzfahrer in unserer Stadt. Sie bringen uns viele Gäste – nicht nur zur  Kieler Woche“, so Todeskino. Die Stadt peilt in diesem Jahr dank der guten Wetterprognosen und der vielen Events die Marke von vier Millionen Gästen zur Kieler Woche an. „Von uns kannst du heute schon mal fast 30000 Gäste dazu zählen“, sagte der Hafenchef zum Bürgermeister. Mit den sieben Kreuzfahrern und den drei Fähren wurden bis zum Abend 22000 Passagiere abgefertigt. „Wenn man noch die Besatzungen der Schiffe hinzuzählt, kommt man fast auf 30000 Gäste in Kiel“, rechnete Claus vor. Und das an einem Tag.

Im Hafen hatten sich die Schiffe auf mehrere Plätze verteilt. Die Flusskreuzfahrer „Johannes Brahms“ und „Sans Souci“ machten an der Forschungsschiffspier bei Geomar fest. Die „MSC Musica“ wurde am Liegeplatz 1 im Ostuferhafen abgefertigt. Die „Aidaauara“ und „Mein Schiff 4“ nutzten die Plätze am Kreuzfahrtterminal Ostseekai, die „Ocean Majesty“ teilte sich mit der „Color Magic“ den Norwegenkai, und die „Aidavita“ ging an den Bollhörnkai. Und etwas Luft für ein achtes Schiff wäre auch noch gewesen. Am Sartorikai könnten nämlich auch Kreuzfahrer abgefertigt werden. Dieser Platz war am Sonnabend aber wegen der Kieler Woche mit Großseglern belegt.

 Das wird am 30. Juli anders, dann steht das nächste Großevent an. „Den Termin dürfen sich die Kieler schon einmal vormerken. Dann sind mit ‚Aidaluna‘ , ‚Aidaaura‘ und ‚Aidavita‘ erstmals drei Aida-Schiffe in Kiel“, sagt Martina Reuter. Dann soll es abends ein gemeinsames Auslaufen geben. Am Sonnabend hatten die Besucher und Anwohner an der Förde ein historisches Bild. Die fünf großen Kreuzfahrer und die „Stena Scandinavica“ liefen zwischen 18 und 19 Uhr aus. In einer langen Kette verließen sie in einer Stunde die Förde.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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