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Kieler Woche 2016 Der Spaß ist der Schlüssel
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19:21 18.06.2016
Von Niklas Schomburg
Die beiden Olympiateilnehmer plauderten mit Moderator Gerhard Müller über das Segeln, ihre Medaillenchancen und warum sie als „extrovertierte Adrenalinjunkies“ bezeichnet werden. Quelle: Sonja Paar

Die beiden Olympiateilnehmer plauderten mit Moderator Gerhard Müller über das Segeln, ihre Medaillenchancen und warum sie als „extrovertierte Adrenalinjunkies“ bezeichnet werden.

„Wir haben einfach sehr viel Spaß am Segeln, und wir sind immer offen für Neues“, versucht Steuermann Erik Heil eine Erklärung für die Bezeichnung, die das Sailing Team Germany einst über die beiden gebürtigen Berliner in Umlauf brachte. Seit acht Jahren segeln Heil und Plößel gemeinsam im 49er, haben es nun geschafft, sich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu qualifizieren. In der internen deutschen Qualifkation setzten sich die beiden in Kiel lebenden Athleten gegen Justus Schmidt und Max Boehme (Kieler Yacht-Club) durch, die wie auch der Däne Jonas Warrer zu Heil/Plößels Trainingsgruppe gehören. „Wir haben und gemeinsam sehr stark entwickelt, diese Trainingsgruppe ist wirklich super“, sagte Heil. Schmidt/Boehme werden die beiden nach Rio begleiten, vor Ort mit ihnen trainieren und für die Extraportion Motivation sorgen. „Wir hatten und haben das Ziel, als Trainingsgruppe eine Medaille in Rio zu gewinnen. Als die Jungs im Laufe der vergangenen Jahre immer stärker aufgerückt sind, mussten wir besser werden, um zu Olympia zu kommen“, erklärte Heil.

Stärker durch interne Konkurrenz, das könnte man als Fazit der engen Ausscheidung ziehen. Da steckt natürlich jede Menge Training dahinter, sowohl im physischen und technischen als auch im mentalen Bereich. „Mentaltraining ist enorm wichtig für Olympia. Wir müssen uns konzentrieren können, uns sicher sein, welche Entscheidungen wir wann treffen“, erklärt Plößel. „Ganz wichtig ist aber: Wir wollen nichts anders machen in Hinblick auf Olympia.“ Über Spaß am Segeln und Lockerheit kommt der Erfolg, da ist sich der Vorschoter sicher. „Der Spaß ist der Schlüssel.“

Um dennoch optimal auf das Revier in der Guanabara Bay vorbereitet zu sein, werden Heil und Plößel vor den Spielen nochmals zwölf bis 13 Trainingstage in Brasilien verbringen, anschließend aber auch eine Woche komplett freinehmen, um mit der Familie „runterzukommen“. „Wir wohnen in Kiel und fühlen uns auch hier zu Hause“, sagte Plößel. „Auch wenn wir in den letzten drei Jahren immer nur 80 bis 100 Tage in Deuschland waren.“

Am 5. August beginnen die Spiele in Rio – für die Segler in einem mehr als umstrittenen Revier. Müll, Dreck und multiresistente Keime, damit machte die Bucht in den vergangenen Jahren negative Schlagzeilen. Auch Erik Heil blieb davon nicht verschont, im vergangenen Jahr fing der Steuermann sich einen Keim ein, der in einem Berliner Krankenhaus mit Antibiotikum behandelt werden musste, dazu führte, dass er offene Wunden an den Beinen hatte. „Das Wasser in Rio hat nicht die Qualität, die wir normal vorfinden“, sagte Heil im KN-Talk recht diplomatisch. „Die Quote ist eigentlich sogar ganz gut: Ich war nur einmal krank. Das ist nicht schlecht, im Vergleich etwa zu Buenos Aires, wo 60 Prozent der Flotte krank wurden.“ Eine allgemeine Entwicklung? „Die Sauberkeit variiert sehr stark. Aber ich habe das Gefühl, dass es überall schlechter wird, auch im Mittelmeer schwimmen immer mehr Plastikteile“, sagte Plößel.

Die Hoffnung bleibt, dass der Kampf um Olympia-Medaillen nicht durch Krankheiten oder Müll im Wasser entschieden wird. Wenn es optimal läuft, wie stehen dann die Chancen auf eine Medaille? „Die Neuseeländer Burling/Tuke sind die Topfavoriten, von Platz zwei bis acht ist alles eng beieinander“, sagte Heil. „Wenn wir eine gute Woche haben, kommen wir mit einer schönen Farbe raus, wenn nicht, sind wir wohl gerade so unter den Top Ten.“ Der zum KN-Talk dazu gebetenen Experte Hermann Hell, Pressechef des Kieler-Woche-Segelns legte sich präziser fest: „Das sind coole Typen, denen traue ich alles zu“, sagte er. „Ich denke, die deutschen Segler werden eine bis drei Medaillen gewinnen, bei Heil/Plößel tippe ich auf Bronze.“ Da war es sicher kein Zufall, dass die beiden Segler am Sonnabend beim abschließenden „KN-Orakel“ aus drei geschlossenen Umschlägen jeweils denen herauspickten, in dem sich ein Bild der Bronzemedaille befand. „Das sieht aus wie Gold“, sagten beide unisono, als sie die Ausdrucke sahen. Bronze, das wie Gold glänzt – nicht die schlechteste Vorstellung.

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