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Stefan Studt: Staat vor privat

KN-Talk Stefan Studt: Staat vor privat

„Wie viel Sport steckt im Innenminister?“, wollte KN-Moderator Gerhard Müller beim KN-Talk wissen – und es stellte sich heraus: jede Menge. Stefan Studt: schleswig-holsteinischer Innenminister, Vater, Ehemann und Volleyballer.

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„In meiner Kindheit und Jugend habe ich eigentlich mit allem angefangen, was man sportlich so treiben kann“: Innenminister Stefan Studt (links) war am Donnerstag bei Gerhard Müller in der KN-Medienlounge zu Gast.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Für die Gesprächsrunde „KN trifft“ in der Schilkseer KN-Medienlounge traf der 1,98 Meter große SPD-Politiker auf einen gut aufgelegten KN-Redakteur, der sich für den Anlass eigens in den Farben der regierenden Landeskoalition gekleidet hatte.

Der Minister, in Begleitung von zwei Damen aus dem Landeskriminalamt, plauderte sogleich aus dem Nähkästchen. Und als erstes ging es um – na klar – den Sport: „In meiner Kindheit und Jugend habe ich eigentlich mit allem angefangen, was man sportlich so treiben kann.“ Nach Anfängen im Handball habe er sich während eines mehrmonatigen Aufenthalts in den USA dem Basketball gewidmet, um später irgendwann beim Volleyball hängenzubleiben. „Das war schon eine sehr tolle Zeit. Mit viel Ehrgeiz und Fleiß waren wir auch relativ erfolgreich, konnten uns mit den Adlern Kiel messen“, erzählte der Minister, in dessen Zuständigkeitsbereich auch der Sport fällt, aus seiner Jugend.

 Apropos Jugend, auch seine Kinder haben offensichtlich eine sportliche Ader: Beide Söhne kamen bis zur Fußballer-Landesauswahl. „Eine Zeit lang habe ich nachgedacht, ob das etwas für mich wäre: hauptamtlich Vater erfolgreicher Fußballer zu sein.“ So weit ist es nicht gekommen, „aber Innenminister macht mindestens genauso viel Spaß“.

 Diese Vorlage nahm Moderator Müller gerne auf und spannte den Bogen zum Politischen: „Wie sieht es denn aus mit der Sanierung der Sportstätten im Lande?“ Studt betonte, wie wichtig Sportbetriebe für die schleswig-holsteinische Jugend seien, aber auch, dass die meisten Sportstätten eben nicht in Landesregie, sondern kommunal geführt werden. „Die Sanierung der Sportstätten kann nur gemeinsam funktionieren, aber der erste Antrieb muss schon aus den Kommunen kommen. Das Land kann nur additiv unterstützen.“ Die Schwierigkeit liege auch darin, dass man keine allzu großen Schritte machen könne, „da wir finanziell an der Haushaltskonsolidierung bis 2020 hängen“.

 Studt betonte auch, wie wichtig Sport für die Integration der Flüchtlinge ist: „Egal, in welcher Erstaufnahme man ist, zwischen den Containern ist immer ein Ball im Spiel.“ Den Sportvereinen sprach er seinen Danke aus, dass sie die Flüchtlinge nicht bürokratisch-deutsch, „sondern mit offenen Türen begrüßt“ haben.

 Mittlerweile waren zahlreiche Passanten stehengeblieben, um dem Minister zuzuhören, der auch aus seinem Privatleben erzählte. „Wie sehr hat der Schritt ins Ministerium Ihr Privatleben verändert?“, fragte Müller. „Das hat mein Privatleben ganz nachhaltig verändert“, entgegnete Studt. „Jetzt zur Kieler Woche kann ich keine 50 Meter laufen, ohne angesprochen zu werden.“ Kein Konzert-, kein Schwimmbadbesuch bleib auf diese Weise privat. „Das ist auch okay, und es ist natürlich gut und wichtig, erkannt zu werden, schließlich will ja man auch gewählt werden.“ Und ja, auch bei ihm gelte der kluge Spruch, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau stehe. In schwierigen Zeiten müsse man eine Familie haben, die einem den Rücken stärke. „Wir haben vier Kinder, und dieser Job geht nur mit einer Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse zurücksteckt.“

Hier können Sie den KN-Talk anschauen.

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Foto: Ulrich Behl war am Freitag live in Schilksee.

Kurz ging es am Anfang auch um Sport, aber schnell war der Bogen zur Kunst gespannt, und von da an gab es auch kein Zurück mehr. Warum auch, wenn man jemanden wie Ulrich Behl zum Gesprächspartner beim KN-Talk in Schilksee hat?

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