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Kieler Woche 2016 Kämpfer und seine wilde Jugend
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20:59 20.06.2016
Von Anne Steinmetz
Unterhielten sich mit Ulf Kämpfer (rechts) über Polizeieinsätze gegen 14-Jährige, eine verhinderte Fußball-Profikarriere und den Kieler-Woche-Alltag eines Oberbürgermeisters: KN-Lokalchef Kristian Blasel (links) und KN-Moderator Gerhard Müller. Quelle: Sonja Paar

„Was fällt Ihnen zur ,Aktion Blaufuchs’ ein?“, fragte Moderator Gerhard Müller seinen Gast gleich zur Begrüßung. Der schmunzelte und erzählte dann von seiner „Feld-Wald-und-Wiesen-Zeit“: „Ich komme ja vom Dorf, und da haben wir ganz wild gezeltet oder sind nachts von Plön nach Hohwacht zur Ostsee gefahren.“ In diese Zeit, Mitte der 80er-Jahre, falle auch die „Aktion Blaufuchs“. Kämpfer und seine Kumpels hätten Banden gebildet, deren geheime Lager die jeweils andere hätte finden müssen. „In einem Jahr hatten wir aber noch Böller von Silvester über.“ Weil in den 80er-Jahren die RAF noch aktiv war, hätten besorgte Anwohner wegen der Knallerei die Polizei gerufen, die mit einem Großaufgebot angerückt sei. „Auf einmal waren wir von 160 Polizisten mit Maschinengewehren im Anschlag umstellt. Das war der Schock meines Lebens“, erzählte der OB.

 Auch über seine Jugend als Vorstopper beim TSV Malente sprach Kämpfer im KN-Talk. „Ich habe den Geist von Malente geschnuppert“, erzählte der Oberbürgermeister lachend. Er habe immer leidenschaftlich gerne Fußball gespielt, mit den Jahren sei das aber immer mehr in den Hintergrund geraten. „Zwei meiner Kumpels sind Profis geworden. Am Anfang habe ich sie immer darum beneidet. Rückblickend bin ich aber ganz froh, wie alles gekommen ist.“

 Aber es ging beim KN-Talk nicht nur um die Kindheit des OB. Er erzählte auch von seinem aktuellen, privaten Alltag. Etwa, dass morgens zwischen sechs und sieben „heilige Familienzeit“ sei, weil wegen vieler Termine abends dafür meistens kein Platz sei. Oder dass er trotz des Segelscheins immer noch etwas unsicher auf dem Boot sei und beim letzten Se-gelausflug zweimal den Baum an den Kopf bekommen habe. Auch vom Kieler-Woche-Alltag eines Kieler Oberbürgermeisters sprach Kämpfer. „Repräsentieren, reden, Sekt trinken, feiern, nett zu allen Menschen sein“, das seien im Wesentlichen seine Aufgaben. Das mache ihm großen Spaß. „Ich kenne keinen anderen Kollegen, der in seiner Stadt etwas Ähnliches wie die Kieler Woche hat.“ Das Münchener Oktoberfest sei vielleicht größer, aber nicht so vielfältig wie die 2000 Veranstaltungen während der Kieler Woche.

 Am Ende wurde es aber doch noch politisch in der Medienlounge. „Wofür möchten Sie als Oberbürgermeister stehen?“, fragte der Lokalchef der Kieler Nachrichten, Kristian Blasel, seinen Gesprächspartner. Das frage er sich selbst auch manchmal, antwortete der OB. „Richtig wissen kann man das erst am Ende.“ Er finde es schön, dass Kiel wachse und neue Bewohner dazukämen. „Das ist im Interesse der Stadt“, ist sich Kämpfer sicher. Er würde sich freuen, wenn man Kiel bewahren und trotzdem etwas Neues daraus machen könnte. „Wenn wir ein bisschen mehr Optimismus und ein bisschen weniger Möpperei in der Stadt haben, und wenn das auch mein Beitrag war, dann wäre das schon mehr als genug.“

Am Dienstag in der Medienlounge:  Max Christiansen, aus Flensburg stammender U21-Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten FC Ingolstadt (15 Uhr), und Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann (16 Uhr).

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