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Seifenkistenrennen: Auf die Plätze, fertig, los

Kieler Woche 2016 Seifenkistenrennen: Auf die Plätze, fertig, los

Hans Hansen steht in den Startlöchern: Die Rennmaschine der Kfz-Innung Kiel-Neumünster ist fertig, die Organisation für das legendäre Seifenkisten-Rennen zur Kieler Woche 2016 ebenso. Jetzt fehlen nur noch die restlichen Anmeldungen für das Rennen am 26. Juni in der Bergstraße in Kiel.

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Im rasanten Doppel geht es bergab: Jede der 60 teilnehmenden Seifenkisten werden beim Kieler-Woche-Rennen die 270 Meter lange Strecke zum Kleinen Kiel gleich vier Mal herunter düsen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die jungen Konstrukteure und Piloten haben noch bis zum 10. Juni Zeit, sich und ihre Flitzer anzumelden. In diesem Jahr werden mit 60 Seifenkisten so viele Teilnehmer wie noch nie gegeneinander antreten.

 „Das ist der absolute Rekord“, sagt Innungsobermeister Hans Hansen, der dem Kultrennen nach zwei Jahren Zwangspause 2014 zu einem Neustart verholfen hatte. Damals hatte sich unter anderem der Hauptsponsor Förde Sparkasse aus dem Projekt zurückziehen müssen, so dass Finanzierung und Organisation wackelten. Als Konsequenz blieben die Seifenkisten und Baupläne in der Garage – für viele ein herber Verlust. Daher hatten Hans Hansen und seine Innung auch nicht lange um Mitstreiter werben müssen. Viele waren einfach froh und erleichtert, dass es weiterging. „Die Sparkasse unterstützt uns trotzdem noch sehr großzügig“, freut sich der Obermeister. „Auch in diesem Jahr dürfen wir ihr Parkhaus an der Bergstraße nutzen, bekommen Strom, Wasser und Hilfe durch den Hausmeister.“

 Mit dem Motorsportverein MSC Nordmark Kiel hat die Innung einen Profi an ihrer Seite, der das nötige Equipment wie Start- und Ziel-Vorrichtung sowie Erfahrung mit der Organisation von Rennen mitbringt. Und dann sind da noch die vielen kleineren Sponsoren und guten Geister – vom Autohaus über den Rennleiter und die Streckenposten bis hin zu begeisterten Eltern. „Alles ehrenamtlich“, betont Hansen. Die Jugendwehren Rumohr, Gaarden und Klausdorf werden auch in diesem Jahr wieder rund 1000 Strohballen entlang der Strecke verteilen, damit sich potenzielle Bruchpiloten nicht verletzen. Nicht nur die Anzahl der teilnehmenden Seifenkisten ist so hoch wie nie, auch die Strecke mit einem Gefälle von sieben Prozent ist um 30 Meter verlängert worden. Sie ist erstmals rund 270 Meter lang, beginnt oberhalb der Muhliusstraße und endet am Kleinen Kiel. „Jede Kiste fährt vier Mal: einmal auf jeder Bahn, damit es gerecht zugeht“, erklärt Hans Hansen. Das Startgeld beträgt fünf Euro.

 Wie immer werden Tüv und Dekra vor Ort sein und jede Seifenkiste vor dem Start unter die Lupe nehmen. Auch eine Reparaturwerkstatt für technische Notfälle steht zur Verfügung. Los geht es natürlich erst, wenn Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Innungsobermeister Hansen den „Streckentest“ gemacht haben. Traditionell fahren die beiden das erste Rennen gegeneinander, jeder hat bisher einmal gewonnen. „Das wird spannend“, freut sich Hansen schon jetzt auf den Zweikampf, denn natürlich hat er seine Kiste als Meister seines Fachs entsprechend getunt. „Die Lagerung der Räder ist das Besondere“, verrät er. Und auf die vielen fantasievollen, witzigen und schrillen Seifenkisten, die dem Rennen erst die richtige Würze geben, ist er ebenfalls sehr gespannt.

 Neben den Preisen für die ersten Plätze gibt es wieder den „Pechvogelpreis“ für unglücklich gescheiterte Rennfahrer und den Publikumspreis für die schönste Kiste. Auch der Technikpreis von Tüv und Dekra, der besondere technische Raffinesse würdigt, darf nicht fehlen. Für Kinder, die keine Möglichkeit haben, eine eigene Kiste zu bauen, stellen Sponsoren 15 Seifenkisten bereit. Sie müssen sich nur anmelden. Und vielleicht kommt der eine oder andere kleine Hobby-Mechaniker ja auf den Geschmack. „Wie das gesamte Handwerk haben wir ein Nachwuchsproblem“, sagt Hansen. Durch die Organisation des Seifenkistenrennens erhoffe sich die Innung eine Werbewirkung für den Beruf.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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