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Kieler Woche 2016 Burgfried wird Hochhaus für Hühner
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15:37 15.12.2016
Von Fatima Krumm
Aufräumarbeiten auf der Krusenkoppel (von links): Linus Gripp, Gundram Mattis, Hannes Bern, Erik Mattis, Robert Harms und Dietmar Voigt sind hier aktiv. Quelle: Ulf Dahl

Jürgen Höfling aus Limburg, der wie so viele andere extra zur Kieler Woche kam, ist mit dem Stroh beschäftigt. Sohn Jascha fährt seinen vierjährigen Bruder Jaro in der Schubkarre umher, sie erfreuen sich noch an der Spiellinie. „Es ist zwar schade, dass das alles abgebaut wird, aber hier zählt eben der Moment des Erschaffens. Man muss ja auch loslassen können“, sagt Jürgen Höfling. Ein von ihm gebautes Einhorn kaufte bereits ein Freund aus Kiel. „Nach Limburg ist der Transport zu weit.“

 An den Duschen ist Ann-Christin Urbarz damit beschäftigt, die Badekessel auszuwaschen. Kiloweise Sand und Lehm von den Kindern hat sich am Boden abgesetzt. „Das dauert ewig“, sagt sie.

 Auf der Lesebühne stehen Handwerker, Zauberer Merlin ist bereits abgereist. Abmontieren, auseinandernehmen anstelle von Rittergeschichten.Während die Lehmwesen unten am Hang noch einen Tag verweilen dürfen, ist vom zweigeschossigen Burgfried nur noch das Grundgerüst erkennbar. Dietmar Voigt aus Fiefbergen ist wie jedes Jahr mit einem fünf Mann starken Team angerückt, um die Drachenkoppel abzubauen. „Chef“ Olli, sein dreizehnjähriger Sohn, bestimmt zu Hause, was aus dem Holz gebaut wird. Da er noch keine Ferien hat, kann er erst am Nachmittag dazukommen.

 Extra Urlaub für die Abbau-Aktion nahm sich hingegen Teamkollege Gundram Mattis. „Da müssen wir aber zweimal fahren“ sagt Mattis, und zeigt auf den riesigen Haufen Holzlatten, die die Männer mit Brecheisen, Hammer und Gewalt auseinanderhauen. Mit einem 18-Tonner-Trecker sind sie angerückt. „Die Nägel ziehen meine Kinder dann raus, damit werden sie bestimmt zwei Wochen beschäftigt sein“, erzählt Dietmar Voigt. Zur Kieler Woche halfen sie auch tatkräftig beim Aufbau mit. Was genau aus dem Holz entstehen soll, steht zwar noch nicht fest, allerdings wünscht sich Helfer Robert Harms ein Hochhaus für seine Hühner. „Da packen dann auch alle mit an“, so Voigt.

 Bei der Blechbüchsenkompanie steht Malte Lück und schaut sich umsichtig die Figuren an. „Meine Kinder haben mich gebeten, ihre abzuholen.“ Im Garten sollen sie einen Platz finden.

 Inzwischen kommt der Fotograf Joachim Rohfleisch mit einer Figur aus Stroh und Wolle von der Malwand zurück. Das Mischwesen zwischen Adler und Pinguin hat er sich ausgesucht. Er kommt gern nach der Kieler Woche auf die Krusenkoppel, um sich Gegenstände für seine Inspiration abzuholen. „Ich setze sie auch fotografisch in Szene“, erzählt Rohfleisch.

 Maike Wiechmann, künstlerische Leiterin der Spiellinie, ist die Anstrengung der letzten Wochen anzusehen. Trotzdem sagt sie: „Es war super, ein richtig tolles Jahr mit grandiosem Wetter. Nur am Sonnabend war es nicht so schön mit dem Regen.“ Sie würde zwar gern noch länger auf der märchenhaften Krusenkoppel sein, ist aber doch froh, dass es jetzt in den verdienten Urlaub geht. Das Thema des nächsten Jahres „Wasser, Wind und Wellenwesen“ will sie gleich danach in Angriff nehmen. Für sie ist eben immer Kieler Woche.

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