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Danko Jones und The 2930s trotzen dem Regen

Kieler Woche Danko Jones und The 2930s trotzen dem Regen

Na endlich. Drei Tage banges Warten, dann kam der Kieler-Woche-Regen zum Konzertbeginn der Berliner Band The 2930s auf der Hörnbühne. Frei von Ironie betrachtet hatte das durchaus fatale Auswirkungen, denn es fanden sich nur sehr wenige Hartgesottene vor der Bühne ein. Ganz anders später bei Danko Jones.

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Rotzig an der Gitarre vor triefend nassem Publikum: Danko Jones am Montagabend an der Hörnbühne.

Quelle: Manuel Weber

Kiel. Dabei ist das Rock`n-Roll-Trio mit Guss Brooks, dem Bassisten von The BossHoss, durchaus teilprominent besetzt. „It`s a good practice“ nimmt es der australische Sänger und Gitarrist The Josh mit Humor. Angetrieben vom Schlagzeuger Nico hat der 60s-Garagensound durchaus seinen Charme und Songs wie „Burn“, „White Liner“ oder „Don`t Fall“ kommen knackig aus den Boxen. Einzig die klischeetriefenden Texte um die Kirschcola schlürfenden willigen „Chicks“ sind auf Dauer etwas ermüdend.

Skepsis vor Danko Jones unangebracht

Es regnet sich allmählich ein und die Blicke der gastgebenden Crew von Radio Bob! sind sicher von Skepsis geprägt, ob auch der Hauptact Danko Jones quasi ins Wasser fällt. Doch kurz vor halb zehn strömen die Fans des Kanadiers aus allen Richtungen herbei und schon vom ersten Ton des Openers „Rules“ an vergisst man den Regen. Jones quittiert die Fantreue mit gewohnt markigen Worten: „You`re the stars tonight, showing us, that you are the real motherfuckin' Rock`n-Roll-Troopers” schickt er anerkennend in die Runde und lässt das Spotlight auf das Publikum richten. Dann aber auch schnell wieder zurück auf sich, denn der Bühnenmacho legt sehr viel Wert darauf, dass er der Chef im Ring ist. Da ist jedoch immer genug Selbstironie im Spiel und die Songs von Danko Jones sind eine Bank.

„If you wanna know, how to play the Blues – get yourself a woman“ rotzt er zu punktgenauen Riffs leidenschaftlich ins Mikro. Die Menge tobt, Bassist Joe Calabrese lässt den verzerrten Bass dröhnen und animiert die Fans zum Mitklatschen, mit den Hits „Forget My Name“ und „First Date“ wird die Stimmung weiter angeheizt. Ein Moshpit bildet sich, Fans tanzen im T-Shirt, Kiel rockt zu trockenen abgedämpften Gitarrenriffs von „Lovercall“ oder konsequent durchgeschlagenen Rockern wie „Had Enough“ oder dem neuen „The Twisting Knife“. Am Ende gibt`s vorn auf der Rampe Applaus von den Musikern und erst zuhause merkt man, dass man bis auf die Haut durchnässt ist. Danke Danko!

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