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Von wegen Kleinkunst

Kieler-Woche-Leben Von wegen Kleinkunst

Sie sind die heimlichen Stars der Kieler Woche: Zahlreiche Kleinkünstler machen aus dem Volksfest ein wahrlich buntes Treiben. Und viele fallen jedes Jahr wieder neu auf.

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Stimmung, Sonne und ein Sieg

Wenn er auftritt, hält das Publikum den Atem an: Djuggledy alias Jan Manske ist ein begnadeter Diabolo-Künstler

Quelle: Frank Peter

Kiel. Es ist nicht leicht, zwischen Rathausbühne und dem quirligen Treiben auf dem Internationalen Markt aufzufallen. Djuggledy alias Jan Manske hat damit jedoch kein Problem. Ausgestattet mit einem limettengrünen Trainingsanzug, quietschgelber Sonnenbrille und einer kunstvoll geschlungenen Dreadlock-Frisur macht er schon beim Aufbauen auf sich aufmerksam. „Ich bin ein bisschen groß geraten für einen Kleinkünstler“, ulkt er mit Berliner Kodderschnauze. Und trifft den Nagel auf den Kopf, denn Kleinkunst kommt auch in diesem Jahr auf der Kieler Woche ganz groß raus. Mit dabei: Diabolo-Jongleur Djuggledy und weitere (wieder) neue Gesichter.

Ganz neu ist Jan Manske nicht in Kiel. Vor sechs Jahren hatte er bereits ein Engagement als offizieller Straßenkünstler der Kieler Woche. „Das Publikum ist sehr angenehm“, findet der 40-Jährige. „Es dauert ein bisschen, bis es warm wird, aber dann ist es ganz dabei.“ Die Energie, die von der Menschenmenge, ihrem Applaus und ihrem Lachen ausgeht, nimmt Manske auf und integriert sie in seine Vorstellung. Dafür fordert er das Publikum immer wieder heraus. „Ich will es nicht so sagen, aber ich bin anderes gewohnt“, sagt er leicht vorwurfsvoll nach dem ersten Applaus – und gibt dem Publikum eine zweite Chance. In der Tat klingt der Applaus beim zweiten Mal schon etwas frenetischer. Und dann legt Djuggledy, der Diabolo-Künstler, los. Seine Diabolos tanzen hoch hinaus, Richtung Rathausturm, und landen sicher auf dem Seil zwischen den Jonglierstäben.

Ein Mann steigt aus der Frisur

Mit Witz, Artistik und viel Körpereinsatz zieht Manske die Menschen in seinen Bann. Dabei fällt nicht nur irgendwann der grüne Trainingsanzug, sondern auch die turmhohe Haarpracht. Er nimmt sie ab wie einen Hut: „Vorsicht, sie lebt.“ Darunter ist ein neuer Mann mit akkurat geschnittener Kurzhaarfrisur und engem, roten Sportleibchen. Einer, der noch am Abend weiterziehen wird ins englische Glastonbury, um dort mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn Geburtstag zu feiern. „Ich war schon überall, von Kiel habe ich aber noch nicht viel mehr gesehen als die Kieler Woche.“

Anders als Kollege und Comedy-Jongleur Jens Ohle aus Hamburg, der den Grundstein zu seiner Karriere als Straßenkünstler in Kiel legte. „Ich weiß aber nicht mehr genau, wann das war“, sagt er entschuldigend, während er sich auf dem Platz vor der Reventlouwiese auf seinen Auftritt vorbereitet. Nach einer Pause ist er in diesem Jahr wieder einer der Stars der Kieler Woche. Und genießt es.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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